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Situation der Milchbauern "dramatisch"
Die Situation der Milchbauern sei "dramatisch", es gehe um "Existenzsicherung", hat Agrarminister Berlakovich am Freitag in Wien anlässlich des heurigen Weltmilchtages am 1. Juni gewarnt. Einer der Gründe, warum der Milchkonsum trotz fallender Preise zurückgeht, ist der zunehmende Ersatz von Milch durch pflanzliche Fette in Lebensmitteln - etwa in Käseimitaten und Speiseeis.
"Butter kann durch nichts ersetzt werden" hieß einmal ein hoffnungsfroher Werbeslogan. Inzwischen kann zumindest Milch vielfältig ersetzt werden. 100.000 bis 150.000 Tonnen Käseimitat ("Analogkäse") werden in Deutschland produziert. Aber auch in Speiseeis kann Milch durch Pflanzenfette ersetzt werden.
Genaue Zahlen, wie viel Milch von der Industrie substituiert wird, gibt es nicht. Aber der Konsum in Europa ist rückläufig. In Österreich etwa ist der Milchkonsum 2008 im Vergleich zu 2007 um 1,4 Prozent zurückgegangen. International sind die Märkte in Asien - nach dem Milchskandal in China - und Osteuropa eingebrochen. Dabei waren vor zwei Jahren die Kapazitäten in ganz Europa erhöht worden. All das drückt den Preis weiter. Nun soll die EU-Kommission "den Milchmarkt räumen", fordert Berlakovich - also Milch aufkaufen und einlagern.
Die Preise können am Konsumrückgang nicht Schuld sein, waren sich Berlakovich und AMA-Geschäftsführer Stephan Mikinovic einig. Sie liegen wieder auf dem Niveau der 1950er Jahre. Berlakovich will daher die produzierte Menge beschränken. Er hält die heimische Milchquote unverändert, obwohl er aus Brüssel die Genehmigung hätte, die Quote um ein Prozent zu erhöhen. Zur finanziellen Entlastung der Bauern will er ihre Prämien schon im Oktober auszahlen, statt Ende des Jahres.
Im Kampf gegen den "Kunstkäse" - "nicht verboten, nichts Lebensbedrohendes" wie Berlakovich einräumte - könne nur eine Kennzeichnung helfen.
Von: hhi



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