Wirtschaft
22.07.2009 16:02 Artikel drucken

EU-Milchquote wird 2015 aufgehoben

Agrar,Nahrungsmittel,Preise,Milch,Protest,mhh,APA(Archiv/Hochmuth)

Milchquote wird 2015 aufgehoben
Foto: Agrar,Nahrungsmittel,Preise,Milch,Protest,mhh,APA(Archiv/Hochmuth)

Mit der Festsetzung einer Obergrenze für die Milchproduktion - der sogenannten Milchquote - versucht die Europäische Union seit 1984, Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht zu bringen. Bauern, die ihre Quote überschreiten, müssen Strafen bezahlen. Damit sollten die als "Milchseen" und "Butterberge" gefürchteten Überschüsse trocken gelegt werden. 2015 wird die Quote aufgehoben.

Die EU-Kommission und eine Mehrheit der EU-Staaten sieht nämlich vor allem in Asien eine steigende Nachfrage nach Milchprodukten. Zudem kam es im Vorjahr auf Grund des gestiegenen Bedarfs zu einem deutlichen Preisanstieg für die Konsumenten.

Bis 2013 wird die Quote jährlich um ein Prozent erhöht. Die österreichischen Milchbauern leisten Widerstand gegen die Erhöhung. Sie befürchten, das höhere Angebot könne die Preise weiter drücken. Die Kommission erwidert, es gehe nicht an, dass auf ewige Zeiten ein nur bedingt funktionierendes System aufrecht erhalten werde.

Österreich hingegen hat die nationale Quotenregelung ausgesetzt und hofft weiterhin auf ein Abblasen der Aufweichung der EU-Quoten. Österreichs Landwirtschaft sieht sich aufgrund des hohen Anteils an Bergbauern mit wenigen Tieren im Wettbewerb mit Großkonzernen in der EU benachteiligt. Laut transparenzdatenbank.at geht aber ein Großteil der EU-Förderungen an Großbetriebe und Industriekonzerne, die dafür teuren Zucker in Österreich statt billigen Weltmarktzucker kaufen.

Insgesamt gab es im vorigen Wirtschaftsjahr 147.034 "Leistungsempfänger". Betrachtet nach Bundesländern zeigt sich, dass ein Viertel der Förderungen nach Niederösterreich und jeweils ein Fünftel nach Oberösterreich und in die Steiermark fließt.

Von: mhh

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