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"Eine Schallmauer musste durchbrochen werden"

Magnago-Akademie
Foto: Elmar Pichler Rolle, Vorsitzender der Silvius-Magnago-Akademie und Botschafter Ludwig Steiner
Botschafter Ludwig Steiner erinnert an Thematisierung der Südtirolfrage vor der UNO
Die Silvius-Magnago-Akademie hat am Freitagabend das Poltische Bildungsjahr 2010 mit Botschafter Ludwig Steiner zum 50. Jahrestag Südtirolfrage vor der UNO eröffnet."Das Einbringen für eine nationale Minderheit in einem anderen Staat war 1959 alles andere als eine Selbstverständlichkeit und wurde allgemein als eine Einmischung in innere Angelegenheiten aufgefasst. Wir mussten vor der UNO eine Schallmauer durchbrechen", erinnert Botschafter Ludwig Steiner an die entscheidenden Sitzung in New York.
Das Gedenkjahr 1959 war der Auftakt für ein neues Kapitel in der Südtiroler Geschichte. Für Italien war die Südtirolfrage trotz des auf internationaler Ebene abgeschlossenen Gruber-De Gasperi-Abkommens nach wie vor eine rein "inneritalienische Angelegenheit". Auf Bitte der Südtiroler Vertreter brachte Bruno Kreisky schließlich am 21. September 1959 die Südtirolfrage vor die Generalversammlung der UNO.
Botschafter Steiner unterstrich in dem von Elmar Pichler Rolle, dem Vorsitzenden der Silvius-Magnago-Akademie, moderierten Gespräch die Bedeutung der internationalen Thematisierung der Südtirolfrage. "Wir sind ein hohes Risiko eingegangen. Es war alles andere als klar, ob wir mit unserem Anliegen durchkommen", verweist Steiner auf die schwierige Ausgangslage 1959.
Es bedurfte umfangreicher Vorarbeiten und intensiven Werbens, um bei den unterschiedlichen Staaten ein Mindestmaß an Verständnis zu bekommen. Wie riskant das Unterfangen war zeigte sich laut Steiner ein Jahr später. Als Bruno Kreisky nach dem Scheitern der österreichisch-italienischen Verhandlungen eine Resolution zur Südtirolfrage einbringen wollte, wurde dies mit nur einer Stimmer Mehrheit im Tagesordnungsausschuss genehmigt.
Botschafter Steiner machte deutlich, dass in der Südtirolpolitik ein innenpolitischer Konsens über alle Parteigrenzen hinweg bestand. "Die Südtirolfrage war für Österreich ein offensiv-ethnisches Thema. Es ging immer um den Schutz der Österreichischen Minderheit in Italien", so Botschafter Steiner. Entsprechend energisch wurden auch Interventionen von italienischer Seite abgewehrt, in der die direkten Gespräche und Abstimmungen mit den Südtiroler Volksvertretern scharf kritisiert wurden.
Heftig diskutiert wurde im Rahmen der Veranstaltung die Rolle der Südtirol-Aktivisten. "Für die Verhandlungen von 1961 waren die Anschläge nicht hilfreich", ist Steiner überzeugt. In der Frage der Bewertung der Anschläge in ihrer Wirkung auf die politische Wahrnehmung außerhalb von Österreich und Italien wünscht sich Steiner eine wissenschaftliche Studie. Diese könnte zum 50. Jahrestag der Feuernacht wertvolle Erkenntnisse bringen.
Der Abend mit Botschafter Ludwig Steiner war der Auftakt zum Bildungsjahr 2009-2010. Der Scherpunkt liegt in diesem Jahr auf der Gemeindepolitik. Das neue Bildungsprogramm der Silvius-Magnago-Akademie ist im Internet unter www.silvius-magnago-akademie.<wbr></wbr>org abrufbar.
Von: svp





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