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Öffentlicher Personennahverkehr - Triumph nicht angebracht
Die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag hat sich heute zu der Veröffentlichung der Statistiken zum öffentlicher Personennahverkehr der Astat geäußert. Es gebe keinen Grund zum Triumph, so ihre Aussage. Geschenke von Abo+ würden nicht genügen, die öffentlichen Transportmittel müssten attraktiver werden.
Riccardo Dello Sbarba und Hans Heiss meldeten sich zu Wort: "Die Selbstzufriedenheit, mit der die Landesregierung die Astatstudie „Öffentlicher Personennahverkehr – 2008/09“ aufgenommen hat, kann nicht ganz geteilt werden.
Unter den 86.900 Fahrgästen, die laut Astat regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, da sie ein Abonnement besitzen, befinden sich circa 68.000 Schüler, die Inhaber des kostenlosen Jahresabonnement Abo+ sind. Da diese jedoch ihre Fahrkarten nicht abstempeln müssen, umfassen die genannten Zahlen nur die Inhaber von Abonnements. Sie sagen jedoch nichts darüber aus wie viele von ihnen auch regelmäßig die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.
Viele Schüler, die ein Abo+ besitzen, bewegen sich im Umkreis ihres Wohngebietes. So weiß man aus Erfahrung, dass viele von ihnen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder – leider auch – mit dem Auto oder Moped die Schule erreichen. Damit entspricht die Anzahl der Abonnementsinhaber aber keineswegs der tatsächlichen Zahl der regelmäßigen Benützer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wie viele das wirklich sind, darüber sagt die Studie nichts.
Eine andere Situation ergibt sich bei den Erwerbspendlern. Da diese ihre Abonnements nicht kostenlos erhalten, sondern sie kaufen müssen, entspricht in diesem Falle die Anzahl der Abonnenten auch jener der regelmäßigen Benützer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Erwerbspendler machen 10 Prozent der gesamten Pendler aus, wobei ihre Anzahl laut Studie von 14.563 im Jahre 2004 auf 10.157 im Jahre 2008 (-30 Prozent) gesunken ist. Der Rückgang ist zum Teil mit dem Wechsel der Oberschüler hin zum Abo+ zu erklären, diese Daten zeigen aber auch, dass noch großer Aufholbedarf in diesem Bereich besteht.
Ein unzureichendes Angebot an Sitzplätzen, die langen Fahrzeiten der Busse, die über keine eigenen Fahrspuren verfügen, sondern sich diese mit dem Individualverkehr teilen müssen, verhindern einen massiven Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel. So sind bspw. die Gemeinden im Überetsch in Ermangelung eines pünktlichen, schnellen und bequemen öffentlichen Verkehrsmittels wie z.B. einer Trambahn, immer noch unzureichend mit Bozen angebunden.
Es genügt also nicht Abonnements an Schüler zu verschenken, damit diese die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Die Vorschritte, die in den letzten Jahren im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs erzielt wurden, gilt es anzuerkennen. Die Studie zeigt aber auch, dass das Land noch einiges dazu beitragen kann, um die öffentlichen Verkehrsmittel attraktiver, bequemer, schneller und pünktlicher zu machen, um so immer mehr Pendler zum Umstieg zu gewinnen."







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