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15.01.2010 07:41 Artikel drucken

HGV befürchtet Investitionsstopp: Auswirkungen auf Baugewerbe

hgv.it - HGV-Präsident Walter Meister

Tourismus
Foto: hgv.it - HGV-Präsident Walter Meister

Bozen - Bei einem Treffen mit Landesrat Hans Berger berichtete das Präsidium des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) über die Reaktionen und Befürchtungen der gastgewerblichen Unternehmer in Bezug auf die Aussetzung der Fördermaßnahmen. „Die Ungleichbehandlung der verschiedenen Wirtschaftssektoren stößt bei den Mitgliedern auf völliges Unverständnis“, beschrieb HGV-Präsident Walter Meister die Stimmung bei den gastgewerblichen Unternehmern in Südtirol.

Es sei zu befürchten, dass gastgewerbliche Unternehmen Investitionen nun aufschieben und in manchen Fällen sogar ganz darauf verzichten, heißt es in einer Aussendung des HGV. „Abgesehen davon, dass sich dies negativ auf die Auftragslage des Baugewerbes und des Handwerks auswirken wird, könnte damit auch die Entwicklung hin zu noch mehr Qualität in Südtirols Beherbergungsbetrieben empfindlich eingebremst werden,“ so HGV-Präsident Walter Meister.

Bekanntlich hatte Landesrat Hans Berger aufgrund der prekären Situation die Fördermaßnahmen für das Gastgewerbe am 30. Dezember vergangenen Jahres ausgesetzt. „Wartezeiten von fünf Jahren bei Kapitalbeiträgen und von über zwei Jahren beim Rotationsfonds machten diese krasse Entscheidung notwendig“, bekräftigte Landesrat Berger. Berger betonte auch, dass eine Neugestaltung der Förderkriterien erst in Angriff genommen werden könne, sobald „die Altlasten der beschlossenen und aufliegenden Gesuche bereinigt sind“. Er hoffe deshalb nach wie vor, dass mit einer politischen Sondermaßnahme im Rahmen der Möglichkeiten des Haushalts die Vergangenheit rasch aufgearbeitet werden kann, denn unter den aktuellen Voraussetzungen würde diese Aufarbeitung rund fünf Jahre in Anspruch nehmen, was kaum zu verantworten wäre. In der Landesregierung müsse man deshalb versuchen, einmalig Mittel zur Verfügung zu stellen, um die untragbare Situation aus der Welt zu schaffen.

Zwar zeigte das HGV-Präsidium Verständnis für die Entscheidung Bergers, nicht aber für die Haltung der Landesregierung insgesamt. Es sei nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet der investitionsfreudigste Wirtschaftssektor bei der Förderung benachteiligt werde. Von einer fairen, um- und weitsichtigen Wirtschaftspolitik könne jedenfalls nicht die Rede sein, so die Mitglieder des HGV-Präsidiums.

Die Spitze des HGV unterstützt deshalb die Forderung des Landesrates für Tourismus, die Situation mit einer einmaligen Aktion zu bereinigen. „Danach“, so HGV-Präsident Walter Meister, „sind wir gerne bereit, über neue Formen und Kriterien der Investitionsbeihilfen zu diskutieren“. Vielleicht, so Meister weiter, sei dies auch ein guter Moment, um über eine Reform der gesamten Förderpolitik nachzudenken, auch und besonders unter Berücksichtigung der Möglichkeit von steuerlichen und bürokratischen Entlastungen, heißt es abschließend in der Aussendung des HGV.

Von: hgv

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