© SüdtirolNews.it 2009-2010 | Impressum | Privacy | Werben | Job | für Webmaster | IPhone
Skitouren-Regelung - Auslösen einer Lawine - doch keine Haftstrafen!
Das Auslösen einer Lawine wird auch in Zukunft nicht mit Haftstrafen bestraft. Nach Aussagen von Dr. Oskar Peterlini (Senator) gegenüber SüdtirolNews ist das auch für die Neuregelung des Lawinen-Gesetzes nicht vorgesehen. Derzeit liege ein Abänderungsvorschlag von Giacomo Santini (Popolo della Libertà) dem Senat vor. Dieser sehe für das Auslösen einer Lawine, Geldstrafenon 500 bis zu 3.000 Euro vor, jedoch keine Gefängnisstrafen.
LR Berger und Südtiroler Bergrettung, Toni Preindl äußerten sich zur neuen Regelung
Sowohl der Südtiroler Alpinlandesrat Hans Berger (SVP) als auch der Landesleiter der Südtiroler Bergrettung, Toni Preindl, haben sich gegenüber einer Verschärfung der strafrechtlichen Bestimmungen in der Folge von Lawinenabgängen am Dienstag äußerstskeptisch gezeigt. "Ich halte gar nichts davon", betonte Preindl auf Anfrage der APA. Damit werde der Alpinismus insgesamt blockiert. Berger ortete in der Ankündigung der italienischen Regierung eine "Anlassgesetzgebung".
Die Folgen dieses "Aktionismus" seien nicht absehbar, kritisierte der Alpinlandesrat. "Wir müssen den Menschen die Freiheit lassen, sich in der Natur bewegen zu können", sagte er. Statt einer "Überreglementierung" solle vielmehr die "Eigenverantwortung" im Alpinsport durch Information und Aufklärung gestärkt werden. Berg- und Skiführer würden derzeit für die nötige Basisausbildung der Tourengeher, Bergsteiger und Schneeschuhwanderer sorgen. Ähnlich sah das auch der Landesleiter der Südtiroler Bergrettung: "Alpinsportler bewegen sich nun mal im freien Gelände". Es sei mit Sicherheit nicht zielführend, diese Gruppe zu kriminalisieren. Das Argument, dass durch Bergungseinsätze für die Einsatzkräfte gefährliche Situation entstehen würden, ließ Preindl nicht gelten. Die Bergretter müssten ohnedies jedes Mal selbst entscheiden, ob die Bedingungen einen Einsatz zulassen, oder nicht, argumentierte er. Nach einem Wochenende mit insgesamt acht Lawinentoten erwägt Italiens Regierung drastische Maßnahmen gegen Unvorsichtige. In einer im Senat gerade diskutierten Eilverordnung zum Katastrophenschutz seien für die Auslöser einer Lawine mit Todesopfern Haftstrafen vorgesehen, berichteten italienische Medien am Montag. Unvorsichtigen, die sich trotz Warnung außerhalb der erlaubten Pisten begäben oder gefährliche Exkursionen unternähmen, sollen in Zukunft bis zu 5.000 Euro Geldstrafe drohen.
Von: lp
Kommentar hinzufügen