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11.02.2010 09:09 Artikel drucken

Fasching - um 11 Uhr geht es in Salurn los

jophil - istockfoto

Salurner Fasching
Foto: jophil - istockfoto

Mein Name ist Clemens Pankert, doch meine Freunde nennen mich Perkeo.
Ich wurde 1702 in Salurn geboren und arbeitete als Knopfmacher. Aufgrund meines Zwergenwuchses entdeckte mich der  Heidelberger Kurfürst Karl III. Philipp, der auf der Durchreise war, und nahm mich als Hofnarr bei sich auf. Da ich so ein lieber Geselle, und vor allem äußerst trinkfest bin, stieg ich bald zum Mundschenk auf und war verantwortlich für den Inhalt des kurfürstlichen Weinkellers. Weil ich auf die Frage, ob ich noch ein Glas Wein wolle, stets mit „perché no?“ antwortete, nannte man mich  Perkeo.
Ich habe in Deutschland schöne Jahre verbracht und werde noch heute in Studentenliedern besungen. Doch nun habe ich das Leben jenseits der Alpen satt und kehre nach Salurn zurück, in meine alte Heimat.

Am Unsinnigen Donnerstag, 11. Februar, um 11 Uhr wird mir der Erste Bürger Salurns den Schlüssel zur Gemeinde überreichen, auf dass ich im Dorf für Recht und Ordnung sorgen kann.
Am Samstag, 13. Februar, ziehe ich ab 13 Uhr mit meinem Gefolge durch das Dorf, um die Salurner zu begrüßen. Der Zug wird von meiner Krankheit angeführt, Morbus Diabetes und Sior Insipidus, die als Zeremonienmeister fungieren. Es folgt mein Wagen mit dem Weinfass  und Ruperto, meinem Mandrill. Außerdem meine Geliebte, Comtesschen Dorothee, sowie mein Mundschenk, meine Leibärzte, mein Hofkantor und mein Gesinde. Die Salurner Handwerker heißen mich willkommen, ebenso die Cembrane auf der Suche nach einem Bräutigam. Die  Zigeuner vom Stainhausertol tanzen und die Zogglermusig spielt. Das Punggamandl ist wieder lebendig und versucht die Salurner anzuschwindeln. Auch das Skiparadies Madrut wird seine Vertretung schicken. Aus 20 Wagen und 10 Gruppen zu Fuß wird mein Zug bestehen. Verdursten und verhungern wird auch keiner, dafür sorge ich!
Am Faschingsdienstag, 16. Februar ist der Spuk vorbei: Die Salurner sind unregierbar, ich werde den Schlüssel dem Meister Giorgio zurückgeben und kehre nach Heidelberg zurück. Wer weiß, vielleicht komme ich ja im nächsten Jahre wieder...

Von: gk

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