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Alpini-Aufmarsch signalisiert Anspruch auf die Brennergrenze
"Der derzeit öffentlich diskutierte Alpini-Aufmarsch muss auch an dieser Stelle angesprochen werden. Es ist schlicht und einfach unglaublich, wie die SVP als angeblich deutsche und ladinische Partei den entsprechenden Aufmarsch rechtfertigt und fördert. Was ist in den letzten 60 Jahren aus jener Partei geworden, die 1945 zum Zwecke der Selbstbestimmung Südtirols gegründet wurde? Nicht mehr, als eine groteske Interessensgemeinschaft der Karrieristen, die äußerst zutreffend als Südtiroler „Democrazia Cristiana“ (Richard Franchi) bezeichnet werden muss. Tatsache ist nämlich, dass die derzeitige politische Mehrheit der SVP nur durch die Stimmen der Italiener gesichert wurde. Entsprechend italienischer wird auch die Ausrichtung der ehemaligen Partei der deutschen und ladinischen Südtiroler. So kommt es, dass SVP-Exponenten mittlerweile vor ethnischen Spannungen warnen, wenn Schützen gegen einen faschistischen Geist in Südtirol protestieren und großzügig schweigen, wenn Alpini aufmarschieren, die über ein äußerst zweifelhaftes Verhältnis zum Faschismus verfügen." so Michael Demanega Landessprecher der Freiheitlichen Jugend.
"Gesagt werden muss hier allerdings auch und zwar in aller Klarheit, dass das italienisch-nationalistische Problem in und mit Südtirol nicht auf den italienischen Faschismus reduziert werden kann und darf. Wer sich von „patriotischer“ Seite eine rein „antifaschistische“ Argumentationslinie aneignet, wird früher oder später einsehen müssen, dass der Schuss nach hinten los geht. Das Problem ist nämlich viel komplexer und geht weit über den Faschismus hinaus. Es besteht in einem angeblichen nationalistisch-italienischen Anspruch Italiens auf Südtirol, den es vor dem Faschismus, mit dem Faschismus und nach dem Faschismus gegeben hat und nach wie vor gibt – auch wenn dieser Anspruch mit allem drum und dran durch den Faschismus und seinem politischen Totalitarismus entsprechend radikalisiert wurde. Das Gedankengut, auf das die faschistische Italianisierungspolitik in Südtirol gründet, ist allerdings unabhängig vom italienischen Faschismus entstanden und wer das nicht einsieht, verkennt die Tatsachen und landet im Abseits. Dieses Gedankengut wird auch durch die Alpini versinnbildlicht, die durch ihren Aufmarsch in Bozen die Größe Italiens, den Sieg über Österreich und den vermeintlich italienischen Anspruch auf die Brennergrenze verdeutlichen werden.
Die führenden Exponenten SVP wird das allerdings nicht weiter stören. Sie haben sich längst mit der Brennergrenze arrangiert. Mittlerweile reinigt nämlich das Hirngespinst eines „Europa der Regionen“ das Gewissen jener, die die Generationen unserer Großeltern „verkauft und verraten“ haben. Unsere Großeltern wurden damals Mitglied einer Partei, von der sie annahmen, dass sie sich für die Selbstbestimmung dieses Landes und die deutschen und ladinischen Südtiroler einsetze. Sie müssen heute einsehen, dass die SVP zum glühendsten Verfechter der Brennergrenze avanciert ist und auch öffentlich dafür sorgt, dass Südtirol 2012 durch den Alpini-Aufmarsch einen italienischen Charakter erhält. Die nachhaltigen Konsequenzen für Bozen sind noch gar nicht absehbar: Was wird - durch einen derartigen Aufmarsch - langfristig gesehen aus der Stadt, um deren deutschen Charakter sich der letzte deutsche Bürgermeister Bozens, der Freiheitliche Julius Perathoner, so bemüht hat? Wer weiß das schon? Wir wissen nur, dass die SVP heute nicht mehr die Sammelpartei der deutschen und ladinischen Südtiroler ist und es auch in Zukunft nicht mehr sein wird." schreibt Michael Demanega Landessprecher der Freiheitlichen Jugend.
Von: gk






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