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Eine starke Europaregion mit ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürgern

Feierliche Ehrenzeichen-Verleihung des Landes Tirol im Riesensaal der Hofburg
Foto: Gruppenbild der Geehrten, mit den LH Günther Platter, LH Luis Durnwalder, LT-Präs. Herwig van Staa und LR Gerhard Reheis, LRin Beate Palfrader, LR Gschwentner, LRin Patrizia Zoller-Frischauf und LR Bernhard Tilg. © Land Tirol/Frischauf-Bild
Im Rahmen eines Festaktes verliehen heute LH Günther Platter und LH Luis Durnwalder die Ehrenzeichen des Landes Tirol an zwölf verdiente Bürgerinnen und Bürger aus Tirol und Südtirol. Zahlreiche geladene Ehrengäste wohnten der Feier im Riesensaal der Innsbrucker Hofburg bei.
Bei seiner Festansprache nahm LH Günther Platter noch einmal auf eine grundsätzliche Botschaft des Gedenkjahres 2009, das am kommenden Wochenende in Mantua feierlich beendet wird, Bezug. „Eine starke Europaregion braucht starke Persönlichkeiten, Vorbilder, Menschen, die sich in besonderer Weise für ihr Land einsetzen. Die heute Ausgezeichneten sind solche Vorbilder im Sinne zivilgesellschaftlicher Verantwortung. Sie sind Fundament einer lebendigen und starken Gesellschaft in Tirol.“ Das Gedenkjahr, das dies- und jenseits des Brenners begangen wurde, habe dazu beigetragen, mit gemeinsamen historischen Wurzeln in eine lebendige Zukunft zu gehen. „Dieses gemeinsame Tirol, unsere Europaregion, ist voller Leben, das es jetzt weiter zu nutzen gilt. Denn das einzige, was uns nicht passieren darf, ist, dass dieses Feuer wieder erlischt“, rief LH Platter dazu auf, den positiven Geist des Gedenkjahres auch im künftigen Miteinander zu bewahren.
Südtirols LH Luis Durnwalder ging in seiner Ansprache ebenfalls auf das vergangene Gedenkjahr ein und betonte die gemeinsame Identität von Nord- und Südtirol. „Wir müssen wissen, wer wir sind! Unsere Identität bestimmen wir selbst, wir dürfen uns unsere Identität nicht von anderen aufoktroyieren lassen“, mahnte LH Luis Durnwalder.
Die zwölf Bürgerinnen und Bürger, die heute mit den Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet wurden, haben sich auf unterschiedliche Weise um ihre Heimat verdient gemacht. Sei es auf wirtschaftlichem oder sozialem Gebiet oder auch in anderen gesellschaftlich relevanten Wirkungskreisen: Sie alle haben durch ihr überdurchschnittliches persönliches Engagement viel für ihr Land und das Gemeinwohl getan, würdigten LH Platter und LH Durnwalder die Lebensleistungen der künftigen Ehrenzeichen-TrägerInnen.
Laudationes der Ehrenzeichen-TrägerInnen aus Südtirol:
Die Tiroler Landesregierung hat Frau Maria Niederstätter, Vorstandsvorsitzende der Baufirma Niederstätter, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Bereits im Alter von 20 Jahren wagte die heute zu Ehrende den Schritt in die Selbständig-keit und musste damals für dieses Vorhaben sogar eigens vom Landesgericht Bozen früh-zeitig für volljährig erklärt werden. Das war im Jahr 1975. In den bis heute 35 Jahren unternehmerischer Tätigkeit hat Maria Niederstätter Außergewöhnliches geleistet und ihren Betrieb zu dem gemacht, was er heute ist: eine der wichtigsten nationalen Adressen, wenn es um Verkauf, Vermietung und Instandhaltung von Baumaschinen sowie um Modulfertigbau und Container geht.
Doch nicht nur die erfolgreiche Entwicklung ihres Unternehmens und die kontinuierliche Fortbildung ihrer Mitarbeiter war Maria Niederstätter stets ein Anliegen, sie investierte – ihrem Selbstverständnis als Unternehmerin mit Verantwortung entsprechend – auch be-trächtliche Mittel in die Förderung gemeinnütziger und kultureller Projekte. Durch ihre au-thentische Kulturförderung trägt sie maßgeblich dazu bei, das kulturelle Spektrum in Südtirol zu unterstützen und auszubauen.
Engagement mit Weitblick zeigt die heute Auszuzeichnende als Vorstandsvorsitzende der Niederstätter AG und Gesellschafterin der Niederstätter Holding GmbH sowie als Gesellschafterin der Mawe GmbH. Darüber hinaus wirkt sie als Mitglied im Südtiroler Unternehmerverband und seit 2003 im Verwaltungsrat der Südtiroler Sparkasse sowie als Mitglied der Stiftung Südtiroler Sparkasse und engagiert sich im Parteiausschuss in der Südtiroler Volkspartei.
Maria Niederstätter bewies als Unternehmerin und Kulturförderin über die Jahre Innovationswillen gepaart mit einem ausgeprägtem Sinn für Verantwortung für ihre Beschäftigten, ihre Kunden und ihre Mitbürger. Ihr vielseitiges Engagement innerhalb und außerhalb des Unternehmens soll heute mit der Verleihung des Ehrenzeichens eine entsprechende Würdigung erfahren.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Dr. Adolf Auckenthaler, Generaldirektor a.D. der Südtiroler Landesverwaltung, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Der 1946 in Pflersch am Brenner geborene langjährige Generaldirektor des Landes Südtirol begann seine Tätigkeit bei der Landesverwaltung in der Rechtsabteilung. Zum Direktor des Präsidiums wurde er vom früheren Landeshauptmann Silvius Magnago berufen. In dieser Funktion verfasste er die Protokolle der Landesregierung. Sein be-sonderes Interesse galt bereits damals der Vereinfachung von Verwaltungsprozessen, der Verbesserung der Verwaltungssprache sowie dem Einsatz moderner technischer Kommunikationsmittel. Ein bleibender Verdienst war die Sammlung der Landesgesetze, wodurch die Südtiroler Bevölkerung erstmals eine verlässliche Quelle der geltenden Landesgesetze in beiden Landessprachen nutzen konnte.
Als Generaldirektor war Dr. Auckenthaler zugleich oberster Personalchef des größten Betriebes Südtirols. Er zeichnete sich durch hohe fachliche Kompetenz und einen strengen, aber gerechten Führungsstil aus. Der heute zu Ehrende wurde wegen seiner Offenheit für organisatorische Erneuerungen und seine persönliche Vorbildwirkung in Sachen Pflichtbewusstsein, Ehrlichkeit und korrektem Umgang mit den öffentlichen Ressourcen hoch geschätzt. Er vereinte in seiner Person die Qualitäten eines verantwortungsbewussten Beamten mit jenen eines erfolgreichen Managers.
Sein Wirken fiel in die Zeit der Umsetzung des neuen Autonomiestatutes, mit der die Übernahme vieler Zuständigkeiten vom Staat und von der Region verbunden war. Hand in Hand damit musste auch die Landesverwaltung modernisiert werden. Dr. Auckenthaler wurde somit bereits im Jahre 1981 und dann im Jahre 1991 die treibende Kraft für die Ausarbeitung der ersten bzw. zweiten Ämterordnung des Landes. Für sein nachhaltiges Wirken erhielt er im Jahr 1992 das Verdienstkreuz. Die Weiterentwickung zur modernen, bürgernahen und transparenten Verwaltung mit vielen Kompetenz-bereichen und der Einrichtung dezentralisierter Verwaltungsstellen zählt zu seinen großen Verdiensten. Als Jurist von hervorragendem Ruf wirkte Dr. Auckenthaler aktiv am Ausbau der Autonomie mit. Besondere Wertschätzung erfuhr seine fachliche Kompetenz beim Paketabschluss sowie bei der Ausarbeitung von Durchführungs-bestimmungen zum Autonomiestatut.
Für seinen verdienstvollen Einsatz zum Wohle der Südtiroler Bevölkerung, der auch in seiner Tätigkeit als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister seiner Heimat-gemeinde Gossensass spürbar wurde, erhält Dr. Adolf Auckenthaler heute das Ehren-zeichen des Landes Tirol.
Die Tiroler Landesregierung hat Herrn Prof. Dr. Karl Golser, Bischof der Diözese Bozen-Brixen, das Ehrenzeichen des Landes Tirol verliehen.
Bischof Karl Golser wurde im Jahr 1943 in Tscherms geboren. Das Theologiestudium absolvierte er in Rom, wo er 1968 zum Priester geweiht wurde. In den darauf folgenden Jahren absolvierte er weiterführende Studien im Bereich der Philosophie, der Pastoral- und der Moraltheologie in Rom, Brüssel und Innsbruck.
In weiterer Folge wirkte der heute zu Ehrende als Kooperator in Kaltern und in St. Nikolaus/Meran und war von 1977 bis 1982 in der Glaubenskongregation im Vatikan tätig. Daran anschließend kehrte er in die Diözese Bozen-Brixen zurück und begann seine Laufbahn als Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen, der er auch mehrmals als Dekan vorstand.
Fast zehn Jahre lang – von 1982 bis 1991 - wirkte der heutige Bischof Karl Golser auch als Kurat bzw. als Pfarrer in Sarns. Seit 1991 war er Mitglied des Domkapitels und Buß-kanoniker an der Kathedrale von Brixen. Im Jahre 1994 wurde das Institut für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung gegründet, das Karl Golser als Direktor leitete. 1997 wurde er Kaplan der Delegation Bozen/Südtirol des Souveränen Malteser Ritterordens. Im Jahre 2006 erfolgte seine Wahl zum Präsidenten der Associazione Teologica Italiana per lo Studio della Morale (ATISM). Dieses Amt bekleidet er immer noch.
Bischof Karl Golser wirkte in seiner Laufbahn als Mitglied verschiedener Internationaler Vereinigungen und ständiger Kommissionen, so zum Beispiel der Societas Ethica, der Europäischen Gesellschaft für katholische Theologie, des Landeskomitees für Ethik des Landes Südtirol, des Wissenschaftlichen Beirates der Hospizbewegung Südtirol, von ständigen Arbeitsgruppen zur Schöpfungsverantwortung bei der Italienischen Bischofskonferenz und beim Rat der Europäischen Bischofskonferenzen.
Durch sein vielfältiges persönliches Engagement, seine zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, seine Vorträge und seine umfassende Lehrtätigkeit erwarb sich der anerkannte Moraltheologe Bekanntheit und höchstes Ansehen weit über die Landesgrenzen hinaus.
Nach dem Tod von Bischof Wilhelm Egger wurde Karl Golser von Papst Benedikt XVI. am 5. Dezember 2008 zum Bischof der Diözese Bozen-Brixen ernannt und am 8. März 2009 in Brixen zum Bischof geweiht. Als Bischof setzt er sich gemäß seinem Wahl-spruch “Christus unser Friede” besonders für das friedliche Zusammenleben der drei Volksgruppen in Südtirol ein und widmet sich sozialen Anliegen. Für seine besonderen Verdienste um die Diözese Bozen-Brixen wird Bischof Karl Golser heute mit dem Ehrenzeichen des Landes Tirol ausgezeichnet.






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