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09.03.2010 12:45 Artikel drucken

Südtiroler Bäuerinnenorganisation feierten "Tag der Frau"

Maria Anna Plunger, Theresia Larcher, Maria Egger, Maria Kuenzer, Bischof Karl Golser, Maria Haller, Monika Rechenmacher, Hiltraud Erschbamer, Marianne Kiebacher, Renate Telser

Südtiroler Bäuerinnenorganisation
Foto: Maria Anna Plunger, Theresia Larcher, Maria Egger, Maria Kuenzer, Bischof Karl Golser, Maria Haller, Monika Rechenmacher, Hiltraud Erschbamer, Marianne Kiebacher, Renate Telser

Bischof Golser, der selbst von einem Bauernhof aufgewachsen ist und die bäuerliche Welt gut kennt, feierte am 8. März seinen Jahrtag als Bischof, während der Landesbäuerinnenrat den Internationalen Tag der Frau feierte. Deshalb nahm der Landebäuerinnenrat dies zum Anlass, Bischof Karl Golser nach der Messfeier im Pastoralzentrum zu treffen.

Bischof Golser bedankt sich herzlich bei den Bäuerinnen für das große Engagement und merkt an, dass das Image der Bauern und Bäuerinnen stark gestiegen ist, dass Bäuerinnen eine Lebensfreude vermitteln, so dass Jungbauern und -bäuerinnen wieder Freude am Hof haben.

Die Bäuerinnen betonen die enge Verbindung zwischen der bäuerlichen Kultur, Religion und Kirche. Das Religiöse beeinflusst und prägt den Rhythmus eines bäuerlichen Jahres stark, weshalb Tradition und Brauchtum fest auf die Religion aufgebaut ist. Vor allem Bäuerinnen sind Trägerinnen und Vermittlerinnen des katholischen Glaubens und viele sind in verschiedenen kirchlichen Gremien eingebunden. Ihnen geht es um die Erhaltung von Tradition, Kultur und Land, das sie durch Gentechnik wie die gentechnisch veränderte Kartoffel „Amflora“ in Gefahr sehen. Große Besorgnis sieht auch Bischof Golser: Die Kirche trägt eine große Verantwortung für die Schöpfung. „Gentechnik basiere auf reiner Profitgier einiger multinationaler Großkonzerne, die die Leute abhängig von ihren gentechnisch veränderten Produkten machen und sie zur Bezahlung von Patenten zwingen“, so Bischof Golser. „Uns wird vorgetäuscht, dass durch Gentechnik im Lebensmittelbereich die Hungernot auf der Erde beseitigt wird. Gentechnik wird ein neuer Krieg, wo ein paar wenige entscheiden, ob wir Hunger haben oder nicht,“ betonte die Landesbäuerin und Landtagsabgeornete Maria Kuenzer. Der US-amerikanische Gentech-Konzern Monsanto beispielsweise ist für 90 Prozent der angebauten Gen-Pflanzen weltweit verantwortlich. Er dominiert inzwischen den gesamten Markt für Mais- und Soja-Samen in Nord- und Südamerika sowie in Asien. „Das 21. Jahrhundert wird geprägt sein durch Kriege von Grund und Boden, die eine neue Form von Kolonialisierung hervorbringen werden,“ so die Landesbäuerin weiter. Schon jetzt kaufen Großmachten wie China riesige Ländereien in Afrika (Sudan, Angola, Nigeria usw.) auf. Lösungen sehen sowohl der Bischof als auch der gesamte Landesbäuerinnenrat in einem Aufbau und Stärkung eines regionalen Marktes, eine enge Zusammenarbeit mit dem Tourismus und anderen Südtiroler Verbänden. 

Am Abend erfolgte dann die Filmpremiere „Weiberleut. Ein Film von Bäuerinnen ohne Mann“ in Zusammenarbeit mit dem Frauenarchiv Bozen und dem Filmclub. Die österreichische Regisseurin Getraud Schwarz war aufgrund der Premiere persönlich anwesend. Der Kinosaal war bis zum Bersten gefüllt, was von einem großen Interesse an bäuerlicher Kultur zeigt. Dieser Film zeigte sechs Bäuerinnen, die ohne Mann ihren Hof betreiben und trotz harter „Männerarbeit“ eine positive Ausstrahlung und Freude am Bäuerinnensein vermitteln. Nach Film und Diskussion luden der Landesbäuerinnenrat und das Frauenarchiv Bozen zu einem mit selbergemachten Broten, Aufstrichen, Würsten und Speck und selbergebackenen Köstlichkeiten (Buchtln, Krapfen) zu gemütlichen Buffett ein. Den Käse spendete dankenswerter Weise die Schausennerei „Drei Zinnen“.

Von: gh

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