Kultur
11.03.2010 10:29 Artikel drucken

"Kindertanz ist der Grundstein des Tanzens"

Im Rahmen des Projektes „Volksmusik in der Schule“ hatten 125 Grundschüler des Pustertales die Möglichkeit an einer Kindertanzeinheit teilzunehmen.

Kindertanzeinheiten für 125 Volksschüler im Pustertal
Foto: Im Rahmen des Projektes „Volksmusik in der Schule“ hatten 125 Grundschüler des Pustertales die Möglichkeit an einer Kindertanzeinheit teilzunehmen.

zur Galerie (2 Bilder)

Bewegung, Tanz und Spiel gehören zu den elementaren Ausdrucksformen des Menschen. Besonders Kinder hören Musik und reagieren auf diese spontan mit Bewegung. In den Spielformen der Kinder stellen Bewegung, Sprechen und Spielen eine Einheit dar. Um diese Entwicklungen zu fördern hat die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol während des Schuljahres 2009/2010 im Rahmen des Projektes „Volksmusik in der Schule“ im Pustertal verschiedene Tanzeinheiten gestaltet.

Der Kinder- und Jugendtanzreferent des Pustertales, Fabian Mutschlechner, und die Kindertanzleiterinnen Luisa Jäger und Karin Mutschlechner haben in den letzen Monaten in zahlreichen Grundschulen des Tales 16 Einheiten abgehalten. Für den Kindertanzunterricht in den Ganztagesklassen der J. Bachlechner Schule in Bruneck zeichnete sich Luisa Jäger verantwortlich. Fabian und Karin Mutschlechner zeigten in den Grundschulen von Uttenheim, Ahornach und Pfunders verschiedene Kindertänze, wie die Riesenschlange, den Auftanz, den Kikeriki oder Robinson. Musikalisch unterstützt wurden sie dabei durch Maria Mölgg und Leo Oberhöller. Insgesamt wurde mit 125 Kindern getanzt, gespielt und gesungen.
„Hauptziel der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz ist es, bei den Kindern die Freude am Tanzen zu wecken und unsere Tanz- und Singkultur weiter zugeben. Der Kindertanz bildet den Grundstein für das (Volks)tanzen“, so Fabian Mutschlechner. Bewegung und somit auch Tanzen sind elementar für eine gesunde Entwicklung. Tanzen fordert und fördert den ganzen Menschen. Es tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch der Seele, denn es werden Kognition, Kreativität, Musikalität, Motorik, Raumorientierung, Koordinationsfähigkeit, Körpergefühl bzw. –wahrnehmung, Sozialverhalten und auditive und visuelle Wahrnehmung verbessert.
Der Kindertanz, wie er heutzutage von den Referentinnen und Referenten in Südtirol gezeigt wird, hat sich aus dem Volkstanz für Erwachsene entwickelt, da man der Meinung war, dass Kinder ein Recht auf ein altersadäquates Tanzgut haben. Diese Tanzformen werden seit etwa 100 Jahren aufgezeichnet und haben viel mehr Varianten als Volkstänze. Die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol organisiert in Zusammenarbeit mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz immer wieder Fortbildungsveranstaltungen für aktive und angehende Kindertanzleiter, wo diese Tänze gelehrt und vertieft werden.


Arbeitsgemeinschaft Volkstanz in Südtirol


Die Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des Volkstanzes in Südtirol wurde am 31. Jänner 1960 von Prof. Luis Staindl zusammen mit zwölf Volkstanzgruppen gegründet. Mittlerweile sind 52 Südtiroler Volkstanzgruppen mit über tausend Tänzerinnen und Tänzern Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft.
Ziel dieser Vereinigung ist es, Tiroler Volkstanz und Brauchtum zu pflegen und aktiv zu leben. Aufbauend auf die Aufzeichnungen von Prof. Horak, die sowohl Tänze aus Südtirol als auch aus Nord- und Osttirol umfassen, sollen der Südtiroler Bevölkerung wieder die einheimischen Tänze, eingebettet in die Tiroler Traditionen, nähergebracht werden.
Dazu hat die Arbeitsgemeinschaft die in Südtirol tätigen Volkstanzgruppen, Volks-tanzkreise und Brauchtumsträger erfasst und bereits von Beginn an ein besonderes Augenmerk auf das richtige Erlernen der Volkstänze gelegt.
Zurzeit sind in Südtirol 52 der Arbeitsgemeinschaft angeschlossene Volkstanz-gruppen bzw. -kreise sowie 167 Einzelmitglieder aktiv. Sie gehören innerhalb ihrer Dorfgemeinschaften zu wichtigen Mitträger des örtlichen Brauchtums und sind zum Teil sehr bemüht, den seit 30 Jahren verstärkt eingeschlagenen Weg der Breiten-wirkung zu verfolgen.
Die Zahl der Tänzerinnen beträgt im Moment 621, die Zahl der Tänzer 478. Im Jahre 2009 wirkten 48 Spieler bei insgesamt 1377 Proben und Offenen Tanzen in den Gruppen und Tanzkreisen vor Ort mit. Vonseiten der Mitgliedsgruppen wurden im vergangenen Tätigkeitsjahr insgesamt 231 Eigenveranstaltungen organisiert, davon 166 Offene Tanzen, 12 Tanzfeste und 53 andere Veranstaltungen. Außerdem wirkten die Volkstanzgruppen an verschiedenen kirchlichen und weltlichen Festen im eigenen Dorf und ande¬ren Orten im In- und Ausland mit.
Die Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft umfasst das Organisieren von allgemeinen Lehrgängen für alle volkstänzerisch Interessierten, wie den Winterlehrgang, sowie periodischen Intensivkursen für Tanzleiter.   
Zudem werden auch Tanzmusikanten ausgebildet und Unterlagen und Materialien für die Volkstanz- und Brauchtumsarbeit erarbeitet und zur Verfügung gestellt. Auch aus diesem Grund hat sich die enge Zusammenarbeit mit anderen volkskulturellen Verbänden sehr bewährt.
Des Weiteren zeichnet sich dieser Dachverband auch für die Abhaltung von Tanz-veranstaltungen auf Landes- und Bezirksebene, wie beispielsweise den Kathreintanz, den Almtanz und den Gesamttiroler Maitanz, verantwortlich, die allen die Gelegenheit geben tänzerische Gemeinschaft intensiv zu erleben.
Enge freundschaftliche Beziehungen unterhält der Verband mit der "Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Tirol" und der "Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer Volkstanz“, der man als zehnter Landesverband angehört.

Von: ju

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen


Name:

Kommentar:


________________

_____Anzeigen________
___________________
_____________________

.

zurück Video Archiv weiter