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11.03.2010 11:26 Artikel drucken

Verbraucherzentrale: Günstiger Strom - Region Aosta zeigt wie`s geht

pixelio.de © Manfred Schimmel

Region Aosta zeigt wie Unrecht wieder gutgemacht werden kann
Foto: pixelio.de © Manfred Schimmel

Nur zwei Seiten eines Regionalgesetzes braucht die Region Aosta, um allen zu zeigen, wie jahrzehntelanges Unrecht wieder gutgemacht werden kann. Kern der Maßnahme: die Energiekomponente des Strompreises für die Haushaltskunden wird um 30% reduziert.

Angesichts des kalten Winters und der wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Familien schlägt die Verbraucherzentrale Südtirol vor, dass auch das Land Südtirol seinen Einwohnern dementsprechend unter die Arme greift, und ihnen für die jeweilige Hauptwohnung den bereits vom Autonomiestatut vorgesehenen günstigeren Strom weitergibt.

Herr und Frau Südtiroler zahlen ohnehin mit die höchsten Strompreise Europas, und durch das Leben im Berggebiet erhöht sich der Strombedarf der Familien beträchtlich. Angesichts dieser Tatsachen ist eine Reduzierung der Energiekomponente des Strompreises um 30% zur Sicherstellung einer angemessenen Grundversorgung angebracht.

Die Region Aostatal hat dies bereits seit 2008 in die Wege geleitet und diesbezüglich vor einem Monat ein eigenes Gesetz verabschiedet. Eine ähnliche Maßnahme sollte bis zur Verwirklichung eines effizienten und konkurrenzfähigen Strommarktes in Südtirol inzwischen für mindestens 3 Jahre eingeführt werden. Die 30%ige Reduzierung auf die Stromkomponente entspricht einer Strompreisreduzierung von effektiv 18%: bei einem Durchschnittsverbrauch von 2.700 kWh sind das pro Jahr 79 Euro.

Diese Maßnahme würde unter Berücksichtigung der Mehrwertsteuer und für 200.000 Südtiroler Haushalte jährlich etwas über 13 Millionen Euro kosten, und könnte durch Einnahmen aus dem Stromgeschäft finanziert werden.

Die im Aostatal angewandte Strompreisreduzierung gilt nur für Haushaltsstromkunden mit einer Leistung bis 6 kW. Die konkrete Abwicklung ist äußert unbürokratisch: die Betroffenen müssen lediglich ein Gesuch einreichen. Durch eigene Konventionen mit den jeweiligen Stromverkäufern wird die Vergünstigung direkt auf den einzelnen Stromrechnungen in Abzug gebracht.

Zusammen mit weiteren Preisreduzierungen durch die Stromverkäufer kann dadurch auch durchaus eine Reduzierung des Strompreises von 25-30% erreicht werden. „Es wäre wünschenswert, dass die Verantwortlichen umgehend das Gespräch mit ihren Aostaner Kollegen suchen würden: vielleicht könnte dann auch in Südtirol die Belastung der Familien auf eine so einfache Art abgefedert werden, und zugleich ein jahrelanges Unrecht wieder gutgemacht werden. Es wäre schade, wenn die Wertschöpfung einfach von Rom nach Bozen verlagert würde, ohne bei den BürgerInnen anzukommen. In diesem Falle könnte von einer volksnahen Energiepolitik keine Rede sein“, meint dazu Walther Andreaus, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale.

Von: vzs

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