Italien
25.03.2010 08:32 Artikel drucken

Kirche: New York Times rollt alten Pädophilen-Fall auf

ansa

Untätigkeit im Vatikan
Foto: ansa

Rom - Die jüngsten Missbrauchsfälle durch Vertreter der katholischen Kirche haben bereits für viel Wirbel gesorgt - jetzt bringt ein neuer Fall das Oberhaupt der Glaubensgemeinschaft und seine engsten Vertrauten in eine unangenehme Situation. Der heutige Papst Benedikt XVI. und frühere Kardinal Ratzinger soll dazu beigetragen haben, den hundertfachen Missbrauch gehörloser Kinder durch einen amerikanischen Priester vertuscht zu haben.

Ans Licht gebracht hat diesen Skandal jetzt die "New York Times". Anstatt sich in die allzu lange Liste an Missbrauchsfällen einzugliedern, bekommt dieser Fall jetzt seine ganz eigene Aufmerksamkeit. 200 gehörlose Kinder soll der Priester Lawrence Murphy damals sexuell misshandelt haben. Anstatt ihn seines Amtes zu entheben, sprach man dem Schutz der Kirche vor solch einem Skandal höhere Priorität zu - infolge wurden die Vorwürfe schön säuberlich unter den Teppich gekehrt.

Die damalige Krankheit des amerikanischen Priester und der Mangel an neuen Anschuldigen hätten laut dem Pressesprecher des Vatikans dazu geführt, Murphy nicht zu bestrafen. Pater Lombardi unterstrich heute, dass die Kirche erst 1996 über die Vorkommnisse in Wisconsin (USA) in Kenntnis gesetzt worden sei - damals habe man die Ermittlungen zum Fall schon abgeschlossen. Die Kirche habe den Behörden zudem niemals verboten, den Missbrauch an Minderjährigen gerichtlich zu verfolgen.

Auch Kardinal Tarcisio Bertone soll neben Papst Benedikt XVI. dazu beigetragen haben, den Fall des 1998 verstorbenen Priesters Lawrence Murphy zu vertuschen.

Von: iri

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