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Gespannte Ruhe nach Ende der Regionalwahlen
Rom – Die Italiener haben gewählt – heute um 15 Uhr haben die Wahllokale geschlossen. In den meisten Regionen sind die Bürger dazu aufgerufen worden, ihre Stimme abzugeben, um so ihre Lokalpolitik mitzubestimmen. Die Auszählung der Stimmen läuft auf Hochtouren. In den Büros der Parteien herrscht unübersehbare Anspannung: Alles ist bereit, die ersten Nachwahlbefragung ('exit polls') zu kommentieren.
Die große Unbekannte dürfte diesmal die Stimmenthaltung vieler Italiener sein. In bestimmten Regionen, etwa dem Latium, gingen viele Bürger erst gar nicht zu den Urnen. Der mit harten Bandagen geführte Wahlkampf hatte ein negatives politisches Klima entstehen lassen – sicher ein Faktor mehr, der zu Politikverdrossenheit führen kann.
Bis in die späte Nacht hinein werden Sondersendungen in TV und Radio die Gesellschaft über die Wahltendenzen informieren. Morgen wird man mehr wissen, doch eines dürfte klar sein: Die Nicht-Wähler sind so zahlreich wie noch nie. Traditionell gibt es in Italien eigentlich eine hohe Wahlbeteiligung.
Alles ist noch offen, aber erste große Trends lassen sich schon erkennen:
Hochrechnungen des Pragma-Emg-Institutes sehen in der Lombardei den Mitte-Rechts-Politiker Roberto Formigoni (von der Berlusconi-Partei 'Popolo della Libertà', PdL) in Führung. Abgeschlagen liegt Herausforderer Filippo Penati mit 33,8% weit hinter Formigoni.
In Apulien scheint die Gunst der Wähler beim populären Nichi Vendola vom 'Partito Democratico' zu liegen. Gegenkandidat Rocco Palese ist aber auf 42% - und somit nur 3 Prozentpunkte im Hintertreffen.
In der traditionell „roten“ Emilia-Romagna (die Region um Bologna) könnte Vasco Errani vom Mitte-Links-Block ('PD') mit 52,8% wohl im Amt bestätigt werden. Anna Maria Bernini vom 'PdL' kommt bisher nur auf 35,3%.
Die kommende Nacht wird für Korrespondenten, Journalisten und Politiker wohl lang werden.
Weitere erste Hochrechnungs-Resultate für vier wichtige Provinzen (Ergebnis der letzten Wahlen vor 5 Jahren in Klammern angeführt).
Imperia 60,9% (57,4)
Viterbo 70,3% (79,8)
L'Aquila 64,6% (72,7)
Caserta 70,8% (75,6)
In diesen wichtigen Provinzen lag die Wahlbeteiligung bei 68,3% - das sind fünf Prozent weniger Wähler als bei den letzten Regionalwahlen.
Hier nun die Eckdaten der dritten Hochrechnung für das Staatsfernsehen RAI:
Lombardei:
Roberto Formigoni(Mitte-Rechts) 54,3%, Luigi Filippo Penati (Mitte-Links) 35,5%
Umbrien:
Catiuscia Marini(Mitte-Links) 56,3%, Fiammetta Modena(Mitte-Rechts) 38,2%
Emilia Romagna:
Vasco Errani(Mitte-Links) 51,7%, Anna Maria Bernini (Mitte-Rechts) 36,4%
Toskana:
Enrico Rossi(Mitte-Links) 59,0%, Monica Faenzi(Mitte-Rechts) 35.1%
Apulien:
Nichi Vendola(Mitte-Links) 47,1%, Rocco Palese(Mitte-Rechts) 44,1%
In den Büros des Partito Democratico (das oppositionelle Mitte-Links-Bündnis) dürfte man schon mal den Sekt kalt stellen.
Von: hmg



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