Italien
07.04.2010 17:26 Artikel drucken

Großaktion gegen illegale Einwanderung - Verhaftungen auch in Bozen

ansa

Polizei in Zusammenarbeit mit Interpol
Foto: ansa

Brindisi/Bozen - Zu einem erfolgreichen Schlag gegen das organisierte Verbrechen ist es jetzt in der Hafenstadt Brindisi in Apulien gekommen. Dem dortigen Amt für kriminalpolizeiliche Ermittlungen ist es gelungen, einen Menschenhändlerring zu zerschlagen, der im ganzen Land operierte. Insgesamt dreißig Haftbefehle wurden erlassen, auch in Bozen führte die Polizeiaktion zur Festnahme dreier Verdächtiger.

Die breit gefächerte Organisation war im illegalen Menschenhandel tätig. Illegale Einwanderer wurden vornehmlich auf dem Seeweg nach Italien gebracht, von dort wurde die Weiterreise in andere europäische Staaten organisiert. Bei den Flüchtlingen handelte es sich vor allem um Kurden und Iraker, die den Menschenhändlern mindestens 3.000 Euro bezahlen mussten, um schließlich unter menschenunwürdigen Bedingungen an ihr Ziel gebracht zu werden. Nach Angaben der Ermittler sollen hunderte von Einwanderern nach Italien gebracht worden sein - dicht gedrängt in Lastwägen oder an Bord von kleinen Schlauchbooten.

In mehreren italienischen Städten kam es heute zu insgesamt dreißig Verhaftungen, unter anderem in Rom, Treviso, Venedig, Padua, Foggia - und Bozen. Die Bozner Polizei verhaftete drei Verdächtige, darunter zwei irakische Staatsbürger im Alter von 23 und 26 Jahren sowie einen 30-jährigen Mann aus Pakistan. Die Landeshauptstadt Bozen fungierte im Rahmen der Machenschaften des Menschenhändlerrings als Ausgangspunkt und als Brücke - illegale Einwanderer wurden von dort aus nach Österreich und Deutschland gebracht.

Die Polizeiaktion wurde von Interpol koordiniert und erfolgte im Rahmen der Operation "Human Carriers".

Von: li/iri

Brindisi/wikipedia

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