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14.04.2010 09:10 Artikel drucken

+++ Zugunglück: Alle Bilder der Katastrophe +++

Im Vinschgau ist am Montagvormittag kurz nach 9.00 Uhr der Vinschger-Zug, der die Linie Meran-Mals befährt, entgleist. Eine Garnitur der Vinschger Bahn ist zwischen Kastelbell und Latsch von den Gleisen abgekommen. Eine Mure war hinter einer Kurve abgegangen und riss den Zug mit sich, der Zugführer hatte keine Chance zu bremsen. Nach Angaben der Rettungskräfte gibt es neun Tote, sieben Schwer– und 21 Leichtverletzte. 37 Personen waren in dem Unglückszug.

Alle neun Todesopfer stammen aus dem Vinschgau. Bis auf zwei Touristen kommen auch alle Verletzten aus Südtirol.

Die Namen der Verstorbenen:
Michaela Kuenz-Oberhofer (18) aus Martell
Judith Tappeiner (20) aus Schlanders
Elisabeth Peer (22) gebürtig aus Schlanders, wohnhaft in Mals
Julian Hartmann (25) aus Meran (Zugführer)
Michaela Zöschg (34) geboren in Mals, wohnhaft in Prad
Rosina Ofner (36) geboren in Schlanders, wohnhaft in Taufers im Münstertal
Franz Rieger (67) aus Kastelbell
Regina Tscholl (73) aus Laas
Franz Hohenegger (73) aus Schlanders

Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Dörfer, die Berufsfeuerwehr Bozen, das Weiße Kreuz mit den Rettungshubschraubern Pelikan 1 und Pelikan 2, Zivilschutz, Polizei, Carabinieri, Berg- und Wasserrettung, Notfallseelsorge und mehrere Gemeindeärzte.

Die etwa 20 Meter breite Schlammlawine hat den ersten Wagen voll erwischt. Die Bäume hatten einen Absturz in die Etsch verhindert. Der Zug wurde sofort mit Seilen gesichert. Mit schwerem Gerät wurden die Verletzten und Toten aus den Waggons geschnitten. Der erste Dieseltriebwagen war mit bis zu eineinhalb Metern Erdreich und Geröll bedeckt, was die Bergung erheblich erschwerte. Die Fenster waren durch die Wucht des Aufpralls der Schlammmassen geborsten, weshalb auch im Inneren des Abteils Schlamm und Erdmasse lagen, die die Passagiere unter sich begraben hatten.

Mehrere Zelte wurden als erste Versorgungsstationen errichtet. Die Vinschgauer Straße im Bereich zwischen Kastelbell und Latsch wurde gesperrt, damit die Rettungskräfte ungehindert passieren konnten. Gegen 12.20 Uhr sollten die letzten Verletzten geborgen worden sein. Sie wurden in die Krankenhäuser nach Meran, Bozen und Schlanders gebracht. Es gibt offiziell keine weiteren Vermissten, erst wenn der Zug angehoben wird, kann aber mit Sicherheit gesagt werden, dass darunter keine Personen begraben wurden.

Ersten Vermutungen zufolge wurde die Mure durch eine defekte Beregnungs-Leitung ausgelöst. Die Bauern haben bereits mit der Frostberegnung begonnen. Da es in der Nacht teilweise noch Minusgrade hat, könnte es sein, dass eines der Rohre geplatzt ist und die Katastrophe ausgelöst hat.

Fachleute gehen davon aus, dass das Unglück nicht passiert wäre, wenn der Zug zehn Sekunden früher oder eine einzige Minute später an der Stelle vorbeigefahren wäre. Die Bahnstrecke verfügt über ein ausgeklügeltes Notsystem: Wenn etwas auf den Schienen liegt, wird der Zug sofort automatisch gestoppt.

Der Südtiroler Landtag unterbrach seine Sitzung und Landeshauptmann Luis Durnwalder fuhr sofort an den Unglücksort. Die Vinschger Bahn verkehrt zwischen Meran und Mals, erst 2005 wurde sie wieder in Betrieb genommen. Der Zug gilt als einer der modernsten und sichersten Südtirols.

Erst vor vier Jahren war ein solches Szenario genau an der Unglücksstelle im Rahmen einer Übung simuliert worden, weshalb die Einsatzkräfte noch schneller reagieren konnten. Fünf Minuten nach Eingang des ersten Alarms waren die Helfer vor Ort.

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Von: asx/gh

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