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47. Landesversammlung des HGV - Gastbetriebe auf die Zukunft vorbereiten

47. Landesversammlung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes in Meran
Foto: allesfoto.com - HGV-Präsident Walter Meister
Meran – Im Meraner Kurhaus fand heute die 47. Landesversammlung des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) statt. Neben einer Bilanz über das abgelaufene Tourismusjahr ging es um die Frage, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Gastbetriebe weiter gestärkt werden könne.
HGV-Präsident Walter Meister erwähnte eingangs, dass sich der Tourismus in Südtirol als stabiler Anker erwiesen habe und dass im letzten Jahr rund 28 Millionen Nächtigungen erzielt werden konnten. Diese Zahl sage wenig aus über den effektiven betriebswirtschaftlichen Erfolg der Gastbetriebe. Ausschlaggebend sei dafür die Wertschöpfung, und diese habe bereits in den letzten Jahren gelitten, unterstrich Meister. Deshalb, so meinte der HGV-Präsident, müssen die Gastwirte selber und die Politik die richtigen Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit treffen. Seitens der Wirte müsse das touristische Angebot attraktiver gemacht werden, die Vermarktung müsse effizienter erfolgen, die verschiedenen touristischen Vermarktungsebenen müssen besser koordiniert und die Tourismusorganisationen müssen in ihrem Aufgabenbereich und in ihrer Finanzierung neu geregelt werden.
Auch die Landespolitik muss ihre Aufgaben wahrnehmen, wenn der Tourismus weiterhin der Motor der heimischen Wirtschaft sein soll. Meister forderte deshalb die Erreichbarkeit Südtirols zu verbessern und den Bozner Flugplatz so auszubauen, dass größere Flugzeuge starten und landen können. In der Urbanistik soll danach getrachtet werden, dass neue Hotels die historisch gewachsene und familiengeführte Betriebsstruktur nicht untergraben. Deshalb tritt der HGV für die Schaffung einer maximalen Bettenobergrenze bei neuen Hotels ein. „Dadurch wollen wir verhindern, dass Südtirol der Spekulationshotellerie preis gegeben wird“, meinte HGV-Präsident Meister.
Klarheit und Sicherheit forderte Meister auch im Förderwesen. Wie bekannt, werden im Gastgewerbe wegen fehlender Geldmittel seit 1. Januar dieses Jahres keine Fördergesuche mehr angenommen. Der HGV habe die Bereitschaft signalisiert, die Förderkriterien neu zu gestalten, vorher müssen aber die Rückstände der 2.500 aufliegenden Gesuche in Höhe von rund 129 Millionen Euro aufgearbeitet werden. Positiv bewertet der HGV den Grundsatzbeschluss der Landesregierung, einheitliche Kriterien für alle Wirtschaftssektoren schaffen zu wollen.
Kritisch äußerte sich Meister über den oft versprochenen Bürokratieabbau. „Viele Wirte verzweifeln schon fast ob der Auflagen, die man oft nur mehr mit Expertenrat verstehen und erfüllen kann“, äußerte Meister und erwähnte die Arbeitsschutzbestimmungen und die geplante Einführung von Alkomaten in allen Gastbetrieben. „Jeder Verkehrstote ist einer zu viel, aber Statistiken zeigen, dass man mit gezielten Präventionsmaßnahmen bessere Erfolge erzielt, als mit zusätzlichen gesetzlichen Auflagen“, sagte Meister.
Tourismuslandesrat Hans Berger ging in seinen Grußworten ebenso auf die prekäre Situation im Förderwesen ein und erläuterte die Gründe, die zum Aussetzen der Förderbeiträge führte. Ihm sei bewusst, dass der Förderstopp Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft der Gastwirte habe. Deshalb forderte er alle Wirtschaftsbereiche auf, kooperativ an einer zukunftsorientierten Wirtschaftsförderung mitzuarbeiten.
Auch im Bereich der Tourismusorganisationen müsse man neue Wege beschreiten. Berger trat für die Stärkung des örtlichen Tourismusvereines ein, weil dieser vor Ort eine wichtige Funktion übernehme. Weiters müsse die Schlagkraft der Tourismusverbände durch die Schaffung größerer Gebiete erhöht werden. Abschließend dankte der Tourismuslandesrat allen Touristikern für ihren Einsatz im abgelaufenen Tourismusjahr. „Wir haben damit bewiesen, dass man auch mit weniger Geld mehr erreichen kann, wenn der Einsatz und der Wille da ist“, gab sich Berger überzeugt.
Von: gh



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