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Magnago: Zustand Pfingstmontag 19.00 Uhr: unverändert "sehr kritisch"
Der Gesundheitszustand des Altlandeshauptmanns, Silvius Magnago, blieb in der Nacht auf Montag weiterhin unverändert "sehr kritisch", teilten die zuständigen Ärzte des Krankenhaus Bozen in einer Aussendung mit. Sowohl die Atem- als auch die Herzfunktionen seien davon betroffen. Magnago hat eine ruhige Nacht hinter sich. Im Laufe des Vormittags wurden die wichtigsten Laborproben wiederholt.
Um 19.00 Uhr wurden in einer Pressemitteilung der unverändert schlechte Zustand bestätigt. "Der Patient befindet sich nach wie vor in einem kritischen Zustand, er ist sediert und wird kontinuierlich von Ärzten und Familienangehörigen betreut", hieß es wörtlich.
Der 96-jährige Mann war vergangenen Freitag ins Spital eingeliefert worden. Er hatte kürzlich einen Bruch des linken Schlüsselbeins erlitten, worauf sich sein Zustand verschlimmerte.
Die Therapien seien verstärkt worden. Noch am Samstag hatte es geheißen, dass der Patient gut auf die Behandlungen anspreche. Magnagos Zustand wurde als nach wie vor kritisch, aber stabil beschrieben. Ein Sprecher des Krankenhauses meinte am Sonntag zu APA, dass das Befinden des 96-Jährigen "sehr kritisch" sei. In Absprache mit den Angehörigen sei er aber nicht von der Abteilung für Innere Medizin auf die Intensivstation verlegt worden. Magnago dürfte am Sonntag vor einer Woche aus seinem Rollstuhl gestürzt sein. Dabei soll er sich neben dem Schlüsselbeinbruch auch Verletzungen im Gesicht zugezogen haben. Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hatte erklärt, Magnago sei wegen "Altersschwäche" eingeliefert worden. Er habe seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen. Der Altlandeshauptmann feierte am 5. Februar seinen 96. Geburtstag. Er wird auch oft als "Vater der Südtiroler Autonomie" bezeichnet. Der promovierte Jurist begann seine politische Karriere 1947 bei der Südtiroler Volkspartei und prägte die Partei 34 Jahre lang als deren Obmann. Von 1960 bis 1989 lenkte er die Geschicke Südtirols als Landeshauptmann.
Während des Besuchs von Landeshauptmann Durnwalder am Samstag schlief Magnago die meiste Zeit. Laut Meldungen hätte Magnago LH Durnwalder nicht erkannt.
Magnago - sein politisches Leben
Nach der Matura am Franziskanergymnasium Bozen studierte Magnago Jura in Bologna, wo er im Juni 1940 zum Doktor juris promoviert wurde. Nach der Besetzung Norditaliens durch die deutsche Wehrmacht wurde er als Soldat einberufen und im Dezember 1943 an der Ostfront schwer verwundet. Als Folge der Verwundung wurde ihm ein Bein amputiert; seither ist er an den Gebrauch von Krücken gebunden. 1959 wurde er Ehrenpräsident des Südtiroler Kriegsopfer- und Frontkämpfer-Verbandes.
Magnago lebt seit seiner Studienzeit in Bozen. Wegen seiner fortgeschrittenen Parkinsonerkrankung kann Magnago seinem Hobby Schießsport nicht mehr nachgehen. Auch zeigt er sich nur mehr selten in der Öffentlichkeit.
Seine politische Tätigkeit begann Magnago 1947 als Gemeinderat von Bozen. Er wandte sich scharf gegen die forcierte italienische Zuwanderung und gegen die einseitige Vergabe von Wohnungen. Nach den ersten Gemeindewahlen von Bozen im Mai 1948 war Magnago bis 1952 Vizebürgermeister der Stadt, und gleichzeitig Präsident des Landtags bzw. des Regionalrats. 1957 wurde er Obmann der Südtiroler Volkspartei und hatte dieses Amt 34 Jahre lang (bis 1991) inne.
1960 bis 1989 war er Landeshauptmann. Er gilt als „Vater des Südtirol-Pakets“, das 1969 die Autonomie Südtirols innerhalb Italiens vertraglich regelte, aber erst 1992 wechselseitig angenommen wurde. Er ist auch einer der Vordenker des Europa der Regionen und seit 1991 Ehrenobmann der SVP. 1989 bis 1994 war Silvius Magnago Mitglied jener Kommissionen, die mit Rom die Durchführungsbestimmungen zum neuen Autonomiestatut verhandelten.
Von: apa





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