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05.08.2010 08:10 Artikel drucken

Süd-Tiroler Freiheit: Deutsche Gelehrte werden in Bozen Italiener

STF - Verkehrsschild in Bozen

Friedrich Johannes Kepler wird ein Keplero
Foto: STF - Verkehrsschild in Bozen

Nachdem Bürgermeister Spagnolli öffentlich erklärt hatte, dass die faschistischen Ortsnamen zu seinem persönlichen Vermögen („Patrimonio personale“) gehören, konnte es nicht verwundern, so Roland Lang von der Süd-Tiroler Freiheit, dass in Bozen auch Namen von Gelehrten und Forschern wie bei der Ortsnamensgebung Dörfer und Flüsse, auch Familiennamen italianisiert werden. So wurden in Bozen die Straßen zu Ehren von Kepler und Kopernikus verfälscht in Keplero und Copernico! Und „Rotonda“ wird zum „Platz“.

Friedrich Johannes Kepler, geboren in Weil der Stadt (Baden-Württemberg) am 27. Dezember 1551, verstorben am 15. November 1830, war ein deutscher Naturphilosoph, Mathematiker und Astronom. Begraben ist Kepler in Regensburg: Welcher Tolomei erfand für die Kepler-Straße in der Bozner Gewerbezone den italienischen Namen „Keplero“?

Nikolaus Kopernikus, deutsch/polnischer Gelehrter (* 19. Februar 1473 in Thorn; † 24. Mai 1543 in Frauenburg), lateinisch Nicolaus Copernicus,  war Domherr in Frauenburg, Mathematiker und Astronom. Er hielt sich einige Zeit zu Studienzwecken in Italien auf, wo er 1496 an der Universität von Bologna zum Jurastudium antrat und, wie erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt wurde, in den Matricula Nobilissimi Germanorum Collegii und Annales Clarissimae Nacionis Germanorum der Natio Germanica Bononiae mit dem Eintrag Dominus Nicolaus Kopperlingk de Thorn – IX grosseti verzeichnet ist. Wer war „Copernico“?

Keplero und Copernico sind simple Fälschungen von Tolomei- Jüngern. Niemand würde sich erlauben, einen Giuseppe Verdi dermaßen zu beleidigen, dass sein Platz in Bozen von den Südtirolern in Grüner Platz unbenannt würde. Mehr als Lächerlich wäre es, so Roland Lang, wenn in Europa irgendwo „Engelmichel“ statt Michelangelo stünde.

Bereits kleine Übersetzungen bereiten der Gemeinde Bozen großes Kopfzerbrechen. Nachdem der Kreisverkehr Voltastraße/ Pancinottistraße den Opfern der CELLSA gewidmet wurde,  musste „rotonda“ ins deutsche übersetzt werden. Statt Kreisverkehr wurde er zum „Platz  der Opfer der CELLSA Werke“. Dabei hätte ein Blick in Richtung Einsteinstraße genügt: Dort wurde richtigerweise „rotonda dell`Agruzzo“ in „Kreisverkehr Grutzen“ übersetzt.

"Im Italianisierungsprogramm („Provvedimenti per L´Alto Adige“) des Erzfaschisten Tolomei, das er in Bozen 1923 verkündete, finden sich u.a. folgende Punkte:

13. Italianisierung der deutschen Ortsnamen.

14. Italianisierung der öffentlichen Aufschriften.

15. Italianisierung der Straßen- und Wegbezeichnungen.

16. Italianisierung der verdeutschten Familiennamen.

Wer diese Punkte verfolgt, kann nur faschistisch denken!", so Lang. 

 

Von: kj

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