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Georg Pardeller: "Das Wissen - der einzige echte Besitz"
Bozen – Die Vielfalt des Schulangebots in Südtirol bedeutet kulturellen Reichtum, soziale Aufgeschlossenheit und Berücksichtigung der menschlichen Fähigkeiten. Unter diesen Gesichtspunkten liegt in der staatlichen Schulreform, die weiterhin heiß diskutiert wird, sicher eine gewisse Gefahr. Aus der sozialen Sichtweite der Gesellschaft sind zwei Dinge klar.
Erstens: Die Schule muss von den Arbeitnehmerschichten besonders ernst genommen werden, denn für viele Kinder von Arbeitern und Angestellten, deren Eltern nicht die „Gnade“ großer Besitztümer aufweisen, ist das, was sie in der Schule in ihre Köpfe bringen, meist der einzige echte Besitz. Dieser Besitz, also das Wissen, versetzt sie in die Lage, sich in der Welt der Arbeit zu behaupten. Ein junger Mensch, der das Bildungsangebot von klein auf nutzt, wird in der Herausforderung des Lebens nie allein sein: er hat sein Wissen als Begleiter. Und Wissen ist der wertvollste Begleiter, den sich ein Mensch aneignen kann. Aus diesen Gründen ist es für die weniger oder überhaupt materiell nicht begüterten Schichten der Bevölkerung (über)lebensnotwendig, das Angebot der Schule voll anzunehmen und zu nutzen.
Zweitens: Wenn die Schulreform das Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten verkleinert, geht das ohne jeden Zweifel in erster Linie zu Lasten der Arbeiterschaft, denn für ihre Kinder werden die Chancen einer freien Wahl und einer Ausbildung, die ihren individuellen Fähigkeiten entspricht, eingeengt und somit reduziert. Begüterte Schichten können sich immer eine größere Wahlfreiheit „erkaufen“, ihre Kinder sind also im Vorteil.
Im Sinne der sozialen Gerechtigkeit und der gleichen Bildungschancen muss jedes Bildungssystem, und somit auch jenes in Südtirol, besonders auf jene Rücksicht nehmen, die auf das öffentliche System angewiesen sind, weil sie sich kein anderes leisten können.
Das soll in keiner Weise nach Klassenkampf klingen, sondern als Appell an den Sinn für soziale Gerechtigkeit, für möglichst große kulturelle Chancen für jene, die von Natur aus weniger Chancen haben. Auf jeden Fall: Die Schule ist ein Pfand für das ganze Leben, deshalb soll die Jugend dieses Pfand voll aufnehmen.




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