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22.09.2010 16:40 Artikel drucken

Pardeller: Mittelstandshilfe nur eine Teillösung der Wohnbaupolitik

SVP

Löhne und Gehälter müssen steigen
Foto: SVP

Bozen – „Eine Hauptursache für die Problematik im sozialen Wohnbau in Südtirol liegt auch darin, dass Löhne und Gehälter seit vielen Jahren nicht mehr an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angeglichen wurden, dass der Abstand zwischen diesen zunimmt und die schwächeren Einkommensschichten, vor allem junge Menschen, die eine Familie gründen wollen, nicht mehr Schritt halten können. Hier muss in Zukunft eine globale Lösung gefunden werden, die ohne Rückkehr zu echter sozialer Solidarität nicht möglich sein wird. Die Sozialpartner müssen sich an den gemeinsamen Tisch setzen und ein brauchbares Konzept ausarbeiten“, erklärt der SVP-Landtagsabgeordnete Georg Pardeller zur laufenden Diskussion über die Wohnungsfrage.  

Weiters sagt Pardeller: „Die Zulassung der fünften Einkommenskategorie zur Wohnbauhilfe, jene des Mittelstandes, stellt einen bedeutsamen Schritt in der Landeswohnbaupolitik dar. Die jetzt angekündigten drei konkreten Lösungsvorschläge, wie 1000 Wohnungen für den Mittelstand gebaut werden können, sind ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Aber die Gesamtlösung des Problems stellen diese beiden Maßnahmen noch immer nicht dar. Dazu braucht es einiges mehr und zwar Grundsatzentscheidungen und Eingriffe, um die sich die Politik noch immer drückt. Es handelt sich um Maßnahmen, um sowohl die Kosten des Baulandes, auch und im Besonderen des sozialen Baulandes, als auch die Baukosten an sich zu reduzieren.

Bei den Baulandpreisen hat sich in den Jahren herauf eine Hochpreisbewegung eingestellt, welche den unteren Einkommensschichten den Bau bzw. den Erwerb einer eigenen Wohnung zuerst erschwert und in der Folge fast unmöglich gemacht hat. Als Ursache für die hohen Grundpreise wird gestern wie heute die Baulandknappheit angeführt. Diese Entwicklung konnte nie unter Kontrolle gebracht werden. Als Folge davon sind in unserem Land die Grundpreise unverhältnismäßig hoch, und dies steht einer wirklich sozialen Gestaltung der Wohnbaudynamik weiterhin im Wege. Die öffentliche Grundförderung für Bau und Kauf ist zwar entsprechend angeglichen worden, aber sie reicht in den meisten Fällen nicht mehr aus, um eine langfristige Deckung der Investitionen zu sichern.

Viele Familien haben sich aus diesen Gründen in große finanzielle Schwierigkeiten gebracht, und immer mehr Familien ist die Anschaffung einer eigenen Wohnung versperrt, weil nicht leistbar. Die Großzügigkeit des Landes mit seinen Förderbeiträgen hat bisher nicht so weit gereicht, das Wohnbauproblem in seinen schwierigsten Punkten zu lösen. Daran wird auch die Mittelstandsregelung nicht viel ändern, wenn nicht die Sozialpartner mit der Politik Nägel mit Köpfen machen, das heißt, Baulandpreise und Baukosten senken bzw. in Grenzen halten“, so Pardeller.

Von: SPV

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