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03.11.2010 10:32 Artikel drucken

Projekt Ried: Wahlaufrufe der Grünen und der Freiheitlichen

Grüne

Am Sonntag Volksbefragung in Bruneck
Foto: Grüne

Bruneck – Am kommenden Sonntag stimmen die Bürger von Bruneck in einer Volksbefragung über das Projekt Ried ab, mit dem der Osthang des Brunecker Hausbergs Kronplatz durch einen Skilift und eine Piste erschlossen werden soll.

Die Grünen rufen die Wahlberechtigten auf, gegen das Projekt zu stimmen: „Couragierte BürgerInnen der Gemeinde Bruneck haben gegen den Willen der politisch Mächtigen und den Widerstand der Kronplatz-AG ein Referendum erzwungen.

Die Projektbetreiber haben es formal nicht geschafft, diese Volksbefragung  zu verhindern. Wären sie Demokraten, so würden in einen fairen Wettbewerb eintreten und für ihre neuen Aufstiegsanlagen und Pisten am Nordosthang des Kronplatzes Werbung machen. Aber nein, reguläre Methoden genügen nicht: Daher rufen die Betreiber mit einem Verwirrspiel direkt und indirekt dazu auf, die Volksbefragung zu boykottieren.

Die Grünen Verdi Vërc hoffen, dass die BürgerInnen der Gemeinde Bruneck dieses miese Spiel der Mächtigen durchschauen und ermutigen daher alle, sich an der Volksbefragung zu beteiligen.

Da der Kronplatz bereits über genug Aufstiegsanlagen und Skipisten verfügt und sich im Pustertal zur Hochsaison schon mehr als genug Touristen tummeln, ist jede Neuerschließung mit skitouristischen Infrastrukturen bedenklich. Der unberührte Nordosthang des Kronplatzes mit Ried und Walchhorn darf dem ausufernden Wintertourismus nicht geopfert werden. Der geplante Anschluss an den Bahnhof von Percha ist ein reines Alibi.

Daher ersuchen wir alle umweltbewussten BürgerInnen, am Sonntag gegen dieses so genannte "Ried-Projekt" zu stimmen.“

Freiheitliche sprechen sich für ein "Ja" aus

Der Freiheitliche Landtagsabgeordnete Roland Tinkhauser spricht sich für ein klares Ja zum Projekt aus und kritisiert die Taktik der Projektbetreiber, die bis jetzt statt für das Projekt zu werben ein Verwirrspiel betrieben haben: Als Pustertaler Abgeordneter habe ich mich mehrmals für das Projekt Ried ausgesprochen, da ich davon überzeugt bin, dass es sich um ein zukunftsweisendes, aber auch um ein umweltpolitisches Projekt von großer Wichtigkeit für das Pustertal handelt und werde dies auch weiterhin auf Grund meiner Überzeugung tun.

Am kommenden Sonntag wird die Bevölkerung nun zu den Wahlurnen gerufen über das Projekt abzustimmen. Sollte das Quorum von 40% erreicht werden, werden die Ried-Gegner aller Voraussicht nach die Mehrheit stellen. Dies aber in erster Linie deshalb, weil viele Bürger nicht mehr über Ried selbst abstimmen werden, sondern über die Vorgangsweise der politisch Verantwortlichen in Bruneck und über die Vorgangsweise der Fachkommission.

Die politische Unabhängigkeit dieser Fachkommission muss stark in Zweifel gezogen werden, wenn sie jahrelang schweigt, um dann schlussendlich zwei Wochen vor der eigentlichen Abstimmung zu behaupten, es werde gar nicht über Ried abgestimmt, sondern über zukünftige Projekte. So kann es nicht gehen! Diese Vorgangsweise und derartige Stellungnahmen der Fachkommission riechen nach politischer Absprache und rufen den Zorn der Bevölkerung erst Recht herauf. Anstatt mit Argumenten für die Piste einzutreten, sucht man sich mit juristischen Winkelzügen den Weg über die Hintertür und verspielt den letzten Ansatz von Glaubwürdigkeit. Genau so treibt man die Befürworter in die Arme der Ried-Gegner!

Die SVP verhält sich derweil, wie das Kaninchen vor der Schlange. Weit und breit kein Aufruf des Tourismuslandesrates für ein Tourismusprojekt mit Ja zu stimmen - weit und breit kein Aufruf des Wirtschaftslandesrates für den Wirtschaftsstandort Pustertal mit Ja zu stimmen. Auch die SVP wird lernen müssen, sich mit Argumenten in Diskussionen einzubringen, anstatt mit „Winkeladvokatur“, sonst überlässt man das Feld jenen, die als Umweltschützer auftreten, sich gegen jeglichen wirtschaftlichen Fortschritt stemmen und den Verkehr lieber auf der Straße haben, als auf der Bahn.

Von: kra

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