Italien
11.11.2010 08:35 Artikel drucken

Erneut Unwetter – Halbe Million Einwohner ohne Trinkwasser

Salerno – Aufgrund der heftigen Regenfälle ist das Aquädukt des Sele über eine Länge von fast drei Kilometern beschädigt. Zur Reparatur werden laut einer ersten Schätzung während eines Treffens am Mittwoch in der Präfektur von Salerno fünf bis sechs Millionen Euro nötig sein. Mindestens ein Monat lang wird man arbeiten müssen, um die Schäden zu beheben.

Durch den Schaden ist ein bewohntes Gebiet von circa einer halben Million Einwohnern ohne Trinkwasser. Einige Stadtteile von Salerno und 14 Gemeinden in der Provinz sind davon betroffen. Die Menschen stürmten die Supermärkte und deckten sich mit Mineralwasserflaschen ein. Bereits am Mittwochnachmittag bildeten sich vor den Geschäften Schlangen. Die Polizei stand in Alarmbereitschaft und kontrollierte, dass es beim Verkauf zu keine Unregelmäßigkeiten oder Zwischenfällen kam.

Was war geschehen (Bericht vom 10. November)

In ganz Italien sorgen heftige Wolkenbrüche erneut für Probleme, unter anderem in der Provinz Salerno. Zwischen den Gemeinden Eboli und Altavilla Silentina sind die Dämme des Flusses Sele gebrochen. Straßen wurden überschwemmt und mussten gesperrt werden.

Die Flüsse Tanagro und Sele haben den Bezirk südlich von Salerno in einen großen See verwandelt. Viele Gebäude stehen unter Wasser, Straßen sind unpassierbar, Bäume umgestürzt. Sechs Familien wurden aus ihren im Schlamm eingeschlossenen Häusern gerettet. In der Gemeinde Capaccio Pestum mussten etwa 300 Personen evakuiert werden.

Auch der Fluss Sarno trat über die Ufer und überschwemmte Teile der Gemeinden Angri und San Marzano. Die Feuerwehren und der Zivilschutz sind im Dauereinsatz. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurde überdies viele Pflanzenkulturen.

In der Region Kampanien soll sich das Wetter in den kommenden Stunden weiter verschlechtern. Die stärksten Regenfälle gehen an der Küste nieder. Die Einsatzkräfte stehen in Alarmbereitschaft.

An der Amalfiküste ist ein Erdrutsch auf die Staatsstraße 163 niedergegangen.

In Venedig erreichte das Wasser heute einen Rekordstand von 106 Zentimetern über dem Meeresspiegel. Vom Hochwasser waren die am tiefsten gelegenen Teile der Stadt, etwa der Markusplatz, betroffen.

Cisl fordert Steuer zur Finanzierung von Unwetterschäden

Angesichts der hohen Unwetterschäden Anfang November im Veneto hat die christliche Gewerkschaft Cisl die Einführung einer Steuer auf Höchsteinkommen zur Finanzierung des Wiederaufbaus gefordert.

Generalsekretär Raffaele Bonanni und die Cisl-Sekretärin der Region Venetien, Franca Porto, meinten, dass „den Versprechen der Regierung auch die Fakten entsprechen müssen“, mit „entsprechenden Ressourcen, die sofort kommen müssen, um dem Veneto aus dem Schlamm zu helfen“.

Von: kra

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