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12.01.2011 18:18 Artikel drucken

Italienweite Polizeiaktion: Bozner Quästur verhaftet zwei Afghanen

Quästur BZ - Die gefälschten Pässe

Begünstigung der illegalen Einwanderung
Foto: Quästur BZ - Die gefälschten Pässe

Bozen/Rom - Ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen gelang der Quästur von Bozen jetzt in Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Polizeistationen.

Am gestrigen Dienstagnachmittag konnte der 23-jährige Jafare Mohammad Hassan festgenommen werden. Der in Bozen ansässige Afghane wird gemeinsam mit seinem 33-jährigen Landsmann Zakhel Muhamad Alam der kriminellen Vereinigung, der Begünstigung der illegalen Einwanderung und der Fälschung von Ausreisegenehmigungen angeklagt.

Die Ermittlungen, die unter dem Namen "Operation Cestia" bereits im Jahre 2008 angelaufen sind, wurden von der Staatsanwaltschaft von Rom koordiniert und hatten bis dato zu insgesamt 47 Anordnungen der Schutzhaft geführt, von denen 26 angewendet wurden. Mehrere Durchsuchungen in ganz Italien, zwei davon bei Landsleuten der beiden festgenommenen Afghanen in Bozen, waren die Folge. Auch auf internationaler Ebene wird derzeit im Rahmen der Ermittlungen nach 21 Flüchtigen gefahndet.

Die Ermittlungen hatten begonnen, als die Operation "Suleiman" zum Abschluss kam, die gegen eine international operierende Drogenbande gerichtet war. Diese kriminelle Vereinigung mit vorwiegend afghanischem Hintergrund pflegte enge Verbindungen zu einer Bande von Kurden, die auch auf internationalem Gebiet weit verzweigt war. Die Gruppe war auf die illegale Einreise von Einwanderern spezialisiert, die von Afghanistan über Griechenland oder die Türkei nach Italien gelangten und unter denen zum Teil auch Minderjährige waren.

Mit gefälschten Dokumenten wurden sie mit Flügen von Mailand oder Rom weiter nach Frankreich, Großbritannien, Deutschland oder Skandinavien gebracht. Jeder dieser illegalen Einwanderer musste der Bande für ihre kriminellen Dienste Summen zwischen 1.700 und 4.500 Euro zahlen. Das Geld konnte dank des Hawala-Finanzsystems problemlos an den jeweiligen Empfänger verschickt werden.

Eine Verästelung dieser Organisation mit Verbindungen nach Afghanistan, Pakistan, Iran, Griechenland, Türkei sowie Mitteleuropa hatte ihre Basis in Rom unweit der Cestius-Pyramide, die den Ermittlungen der Polizei ihren Namen gab. Sie war unter anderem auch in Bozen aktiv.

Die Quästur der Landeshauptstadt leitete daher im Juli 2009 Ermittlungen ein. Bereits im August des vergangenen Jahres war es den Beamten gelungen, ein weiteres Mitglied der Vereinigung zu verhaften, das im Besitz von gefälschten Dokumenten war, die einem minderjährigen Landsmann die Ausreise nach Norwegen ermöglichen sollte.

In Zusammenarbeit mit der Quästur von Rom, Neapel und Frosinone konnten die kriminellen Machenschaften der Organisation jetzt aufgedeckt werden. Sie soll laut Polizeibericht etwa 300 bis 400 illegalen Einwanderern pro Monat die Einreise nach Italien ermöglicht haben.

Von: iri

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