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11.02.2011 17:02 Artikel drucken

Leitner: "Napolitano verlangt von Südtirol den Offenbarungseid"

ansa;fotomontage - L. Abg. Pius Leitner - Freiheitlichen

Jetzt braucht es eine klare Positionierung
Foto: ansa;fotomontage - L. Abg. Pius Leitner - Freiheitlichen

Bozen - Der freiheitliche Landesparteiobmann und Landtagsabgeordnete Pius Leitner ortet im Brief von Staatspräsident Napolitano an Landeshauptmann Durnwalder die klare Botschaft, von den Südtirolern den Offenbarungseid bezüglich nationaler Zugehörigkeit zu verlangen. Dies sei der Zeitpunkt für eine klare und unzweideutige Positionierung, wie es mit Südtirol weitergehen soll.

„Der Staatspräsident irrt mit seiner Behauptung, die Südtiroler seien auch Italiener. Wenn dem so wäre, bräuchten wir ja keine Autonomie. Diese haben wir ausschließlich deshalb, weil wir eben keine Italiener sind, weil wir Deutsche und Ladiner sind.  Dass wir italienische Staatsbürger sind, stimmt zwar, dazu befragt wurden wir aber nie, wie der Landeshauptmann richtig entgegnet. Allerdings erhindert bisher auch der Landeshauptmann, dass dies geschieht. Zudem muss die Frage erlaubt sein, woher der Staatspräsident weiß, dass sich die Mehrheit der deutschsprachigen Südtiroler als Italiener fühlt. Haben ihm das die Südtiroler Abgeordneten in Rom oder gar der Landeshauptmann selber beteuert? Wenn man sich das jüngste Stimmverhalten der SVP-Abgeordneten in Rom vor Augen führt, dann führte eindeutig der Opportunismus Regie. Wen wundert’s, dass sich die Römer mit uns nicht mehr auskennen? Viele Südtiroler hinterfragen auch die plötzlich aufgebrochene volkstumspolitische Seele des Landeshauptmannes.

Sind das Zweifel am Ende seiner Amtszeit oder ist es gar das schlechte Gewissen wegen der jüngsten Geheimverträge mit den Ministern Fitto und Bondi zu den Hinweisschildern und zu den faschistischen Relikten? Ist es die Enttäuschung, dass Rom von einer Europaregion Tirol nichts wissen will und selbst die von der EU erlaubte EVTZ (Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit) ablehnt? Da ist man so brav gegenüber Rom und dann das! Was lernen wir daraus? Jetzt muss Klartext gesprochen werden.

Jetzt müssen aber auch jene Italiener in Südtirol heraus aus den Stauden, denen Eigenständigkeit wichtiger ist als nationales Süßholzgeraspel. Niemand kann die Italiener daran hindern, dass sie am 17. März die Einigung Italiens feiern. Ebenso wenig kann aber von den Südtirolern verlangt werden, dass sie mitfeiern. Warum gehen wir nicht endlich daran, die Einigung Südtirols im Rahmen eines Freistaates zu verwirklichen?“, so Leitner.

Von: gh

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