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Brigitta Foppa (Grüne) schreibt an den neuen Schützenkommdanten
Bozen - Offener Brief von Brigitta Foppa an den neuen Landeskommandanten der Schützen:
"Als deine Montaner Landsfrau möchte ich dir herzlich zu deiner Wahl zum Landeskommandanten der Schützen gratulieren.
Als Grüne Co-Landesvorsitzende möchte ich dir zusammen mit den allgemeinen Glückwünschen, auch noch ein paar Wünsche an dich und deine künftige Tätigkeit übermitteln.
Deine klare, ehrliche und gradlinige Art ist sehr schätzenswert, behalte sie bitte bei. Ich wünsche mir und aber auch, dass du dich dafür entscheidest, sie nicht für populistische, markante, harte Sprüche einzusetzen, sondern für klare, deutliche, einfach verständliche Botschaften des guten Zusammenlebens in unserem Land. Denn du kommst ja aus dem Unterland und weißt von daher ganz besonders um deren Wichtigkeit - und Tradition - des Auskommens zwischen den Sprachgruppen. Wenn sich heut dein Vorgänger im Radio verabschiedet hat, indem er mehrmals auf die diversen „Schulden“ der Italiener hingewiesen hat, so ist das ein Weg, der – auch durch die immer wieder entfriedende und polarisierende Linie der Schützen in den letzten Jahren – zu ethnischer Entzweiung und Argwohn geführt hat.
An dir, lieber neuer Landeskommandant, liegt es nun, neue Wege zu beschreiten. In ihrem Anliegen, die Heimat zu schützen (wie der scheidende Kommandant heute sagte), sind die Schützen den Grünen im Grunde nah. Aber ich sorge mich darum, dass in den Augen vieler diese Heimat wieder nur für einen Teil der Bevölkerung reserviert sein soll und dass die Schützen nur ein einziges Kulturmodell als verteidigungswürdig gelten lassen.
Du hast immer wieder darauf hingewiesen, dass die Schützen nichts mit rechtsradikalem Gedankengut zu tun haben (wollen). Diese Distanznahme – sie muss von Taten und nicht zuletzt von einer entsprechenden Sprachlichkeit begleitet sein, damit sie glaubwürdig ist! – ist auch bitter notwendig. Das letzte, was unser Land brauchen kann, sind neue Feindseligkeiten und neue Feindbilder. Beziehungsweise Feindbilder, die in unserer Geschichte lange Tradition haben und, in der geringsten Folge, Entzweiung und Entfremdung hinterlassen haben.
Alles Gute auf deinem, eurem (hoffentlich!) neuen Weg!" Brigitte Foppa
Von: gh


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