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11.05.2011 17:08 Artikel drucken

Mair: „Ausländischen Müttern sind unsere Bräuche zu vermitteln“

ansa

Ulli Mair zu den Schulungen im Sanitätswesen
Foto: ansa

Bozen – Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair kritisiert in einer Presseaussendung einen Beschluss des Gesundheitsbezirkes Bozen, wonach das sanitäre Personal der Abteilung Neonatologie und Neugeborenen-Intensivtherapie – sprich Ärzte, Krankenpfleger, Geburtshelfer und Psychologen – einen Kurs bestehend aus 5 Treffen mit interkulturellen Mediatoren abhalten müssen, um sich an die Gepflogenheiten der Ausländer anzupassen. Zudem erscheine es Mair mehr als fragwürdig, dass sowohl die Technischen Komitees für die Weiterbildung der Ärzte, der sanitären Führungskräfte und des restlichen Personals ein positives Gutachten zu besagter Weiterbildung abgegeben hätten.

„Das Projekt nennt sich ‚Entwicklung eines geeigneten Ansatzes für die Pflege und das Verhältnis zu den eingewanderten Familien’. Interkulturelle Mediatoren sollen dem hiesigen Sanitätspersonal das Wissen bezüglich Bräuche und Traditionen im Bereich der Neugeborenen der jeweiligen Herkunftsländer übermitteln. Nächste Woche soll mit dem 1. Kurs begonnen werden, wo das Sanitätspersonal mit den Bräuchen und Traditionen von Pakistan und Indien vertraut gemacht wird. Im Herbst und am Jahresende werden dann 3 Mediatorinnen unser Sanitätspersonal freundlicherweise über die Bräuche und Traditionen von Maghreb, Kosovo und Mazedonien aufklären. So sieht also die neue Marschrichtung, wahrscheinlich vom gutmenschlich angehauchten Teil der Landesregierung diktierte, in Sachen Integration aus. Dann dürfen wir heute schon davon ausgehen, dass die Integration, wie im Übrigen in vielen anderen europäischen Ländern, vollends scheitern wird. Warum traut man sich nicht, ausländischen Müttern unsere Bräuche und Traditionen im Bereich der Neugeborenen zu vermitteln? Warum lässt man den ausländischen Müttern nicht die Möglichkeit, sich auf Neues, aber hier Angestammtes, einzulassen? Bedeutet Integration von Ausländern etwa, dass wir uns an sie und ihren Traditionen anpassen werden? In meinen Augen ist es von Seiten der Politik aber auch der Verantwortlichen im Sanitätsbetrieb grob fahrlässig, alle Problematiken rund um den Zusammenhang der Integration und generell mit der Thematik Einwanderung den interkulturellen Mediatoren zu überlassen. Vielfach handelt es sich um eine neu erfundene Berufsgruppe, für deren Existenz man jetzt natürlich Rechtfertigungen braucht. Ohne die Arbeit dieser Menschen schmälern zu wollen, und einigen wenigen traue ich auch zu, dass sie ernsthaft Probleme lösen wollen, wird unsere Gesellschaft von solchen Kursen, die immerhin mit Steuergeldern finanziert werden, wenig davon haben. Wenn sich jemand aus dem sanitären Personal tatsächlich mit Bräuchen anderer Länder befassen möchte, sollte er sich in diese Länder begeben und dort Hilfe leisten. In Südtirol haben sich jedenfalls alle Patienten ausländischer Herkunft, egal in welcher Abteilung sie behandelt werden, unseren Traditionen anzupassen. Durch solche sozialromantische und realitätsfremde Beschlüsse wird die Integration jedenfalls scheitern und die Folge wird sein, dass sich die Einheimischen in letzter Konsequenz assimilieren“, schreibt Mair.

Von: kra

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