Italien
23.05.2011 19:05 Artikel drucken

Attentat auf Giovanni Falcone jährt sich zum 19. Mal

ansa

Kundgebungen, Schlagabtausch zwischen Grasso und Alfano
Foto: ansa

Palermo – Heute Montag jährt sich zum 19. Mal das Attentat auf den Mafiajäger Giovanni Falcone.

Der Staatsanwalt der Antimafia-Abteilung hatte am 23. Mai 1992 auf der Autobahn A29 kurz vor der Ausfahrt Capaci, wenige Kilometer vor Palermo, das Leben verloren. Mit ihm starben seine Ehefrau Francesca Morvillo und drei Agenten, Vito Schifani, Rocco Dicillo und Antonio Montinaro. 23 Personen waren verletzt worden. Die Täter hatten einen Tunnel unter die Autobahn gegraben und ihn mit etwa 500 Kilogramm Sprengstoff gefüllt. Die Ausführenden des Attentats sind verurteilt worden: 2002 wurden in erster Instanz 24 Personen verurteilt, 2008 verurteilte das Kassationsgericht zwölf Personen. Die tatsächlichen Drahtzieher, die in politischen Kreisen vermutet werden, konnten nie ausgeforscht werden.

„Wir müssen um jeden Preis danach streben die Wahrheit herauszufinden, auch wenn die gerichtliche Wahrheit nicht die absolute ist, aber die, die sich finden lässt“, sagte Antimafia-Staatsanwalt Piero Grasso bei seiner Ankunft heute in Palermo nach der Überfahrt von Civitavecchia mit dem Schiff „Della Legalità“.

„Wie kann man mit jemanden sprechen, der dich ohrfeigt, sprechen mit einem, der die Richter verrückt, ein Krebsgeschwür und Putschisten nennt.“ Dies sagte Antimafia-Staatsanwalt Piero Grasso in Palermo bei einer Konfrontation mit Justizminister Angelino Alfano. In dem hitzigen Schlagabtausch stellte Grasso fest, dass das von der Regierung mit dem Namen „Justizreform“ betitelte Maßnahmenpaket tatsächlich etwas anderes sei: „Hier muss man von einer Reform der Beziehung zwischen der Gerichtsbarkeit und der Politik und nicht von einer Justizreform sprechen.“

Anlässlich des Jahrestages fanden in der Stadt zahlreiche Kundgebungen und Diskussionsrunden statt. Tausende Jugendliche aus ganz Italien waren dazu nach Palermo gekommen. Das Leitmotiv des diesjährigen Gedenkens war die Trikolore – aus Anlass des 150. Jahres der Einigung Italiens.  Zwei Kundgebungen trafen sich am Baum Falcone. Zu Tausenden hatten die Teilnehmer Plakate, Transparente und Leintücher mitgebracht. 

Von: kra

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