Lokal
11.08.2011 18:12 Artikel drucken

Kastelruth: Gewaltiger Felssturz am Schlern - Flugaufnahmen

Kastelruth - Ein gewaltiger Felssturz ereignete sich heute am Schlerngebiet oberhalb von Seis in der Gemeinde Kastelruth. Betroffen ist eines der Gebiete, das bei Bergsteigern zu den beliebtesten zählt – zwischen der Santnerspitze mit einer Höhe von 2414 Metern über dem Meer und der Euringerspitze (2.934 Meter).

Die zwei Türme sind ein klassisches Motiv und prägen das Bild vieler Postkarten. Nun hat der Bürgermeister der Gemeinde Kastelruth die Wege in das Gebiet sperren lassen. Laut Technikern sind die Berge noch immer in Bewegung.

Bereits um 8.30 Uhr am Morgen löste sich eine erste Fuhre mit Geröll. Ein zweiter Schlag erfolgte gegen 10.30 Uhr. Laut den Geologen lösten sich die Felsmassen in der Nähe des Gipfels der Euringerspitze neben einem Bergsteig. Den Männern der Bergrettung zufolge handelt es sich um einen sehr großen Felssturz, der für die Gegend völlig ungewöhnlich ist.

Beim ersten Felsturz am Morgen lösten sich drei massive Felsblöcke, die von unzähligem Geröll begleitet wurden. Die zweite Mure gegen 10.30 Uhr soll das Ausmaß der ersten sogar noch übertroffen haben.

Laut ersten Schätzungen der Geologen sind rund 2.000 Kubikmeter an Material locker geworden. Zwei Bergführer, die einen Gast auf einem Bergsteig begleiteten, wurden von der Mure gestreift, zu Schaden kam jedoch niemand.

Fünf weitere Bergsteiger, die zur Santnerspitze unterwegs waren, mussten mit dem Hubschrauber abgeholt werden, nachdem die Wege vom Geröll verschüttet wurden.

Bereits im letzten Jahr hatte sich im August ein gewaltiger Felssturz am Plattkofel auf 2.600 Metern Meereshöhe ereignet. Laut dem ehemaligen Landesgeologen Ludwig Nössing sei die zunehmende Erderwärmung für das Phänomen verantwortlich gewesen. Wenn die Temperaturen so wie im Juli stark erhöht waren, taut der Permafrost, der in den Felsspalten die Gesteinstürme wie Klebstoff zusammen hält.

Laut dem Geologen sei der Felssturz deshalb kein Wunder gewesen. Immerhin hätte es im ganzen Alpengebiet ähnliche Vorfälle gegeben. Besonders die Nordseite der Berge erweist sich als empfindlich. Laut Daten aus dem Schalstal soll die Erwärmung im letzten Juli bis zu vier Meter tief in das Gestein eingedrungen sein.

Der größte Einsturz in den Dolomiten ereignete sich im Oktober 2007, als sich vom Einser in Sexten rund 60.000 Kubikmeter Geröll gelöst hatten.

 

 

Von: mk

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen


Name:

Kommentar:

_________________

_________________

.

zurück Video Archiv weiter