Südtirol (Vermischtes)
20.09.2011 12:22 Artikel drucken

STF mokiert sich wegen den zweisprachigen Polizisten beim Oktoberfest

Bozen - Die italienische Staatspolizei unterstützt ihre bayerischen Kollegen beim Oktoberfest, indem sie werbewirksam zweisprachige Beamte aus Südirol nach München entsendet, heißt es in einer Aussendung der Süd-Tiroler Freiheit.

„An sich eine gute Sache, aber leider sind zweisprachige Beamte in Süd-Tirol sehr selten, obwohl es eigentlich eine Zweisprachigkeitspflicht gibt. Auf der Theresienwiese werden die italienischen Beamten mit ihren Sprachkenntnissen sicherlich einen guten Eindruck hinterlassen, aber wenn man auf der Quästur nicht einmal eine Anzeige auf Deutsch erstatten kann, dann sollte man die wenigen zweisprachigen Beamten doch lieber im Land behalten“, erklärt das Hauptausschussmitglied Lorenz Puff.

Gerne könne man Nachbarn helfen, aber dafür müsse man vorher auch sorgen, dass die Grundbedürfnisse vor Ort abgedeckt seien. „Während die italienischen Beamten beim Oktoberfest in München mit Italienern in ihrer Sprache kommunizieren können, können die meisten Polizeibeamten mit dem Großteil der Südtiroler in ihrer eigenen Heimat nicht in ihrer Sprache sprechen. Bei einem Durchschnitt von über acht Polizisten pro tausend Einwohner – in der Schweiz sind es zum Vergleich 2,5 pro tausend Einwohner – gibt es in Südtirol zwar eine enorme Anzahl von Polizisten, deren Effizienz ist aber schon allein aufgrund der weit verbreiteten Einsprachigkeit sehr diskutabel“, fügt Puff hinzu.

„Es wäre wirklich an der Zeit, dass Südtirol als Übergangslösung bis zur Selbstbestimmung eine eigene Landespolizei bekommt, die nicht nur zweisprachig ist, sondern mit einer schlankeren Personalausstattung auch sparsamer arbeitet“, schlägt Puff abschließend vor.

Von: mk

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