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23.09.2011 08:13 Artikel drucken

Benedikter: Tram Bozen-Überetsch hat Vorteile

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Tram Bozen-Kaltern darf nicht an den Kosten scheitern
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Bozen - In einem offenen Brief nimmt Rudi Benedikter von Projekt Bozen zu den Nahverkehrsplänen zwischen Bozen und Überetsch Stellung. „Als ehemaliger Tram-Beauftragter der Gemeinde begrüße ich, dass Landesrat  Widmann am nächsten Mittwoch endlich im Bozner Stadtrat sein Verkehrsprojekt für Bozen-Überetsch vorstellen wird. Ich hoffe, dass der Landesrat bei dieser Gelegenheit das ‚historische‘, ausgereifte aber stets aktuelle Projekt einer Tram (oder Stadtbahn) Bozen-Kaltern, das auf den Machbarkeitsstudien Hüsler (2007) und Knoflacher (2008) fußt, ernst nimmt und politisch unterstützt. Meinerseits fordere und fördere ich seit 1998 diese Lösung und möchte in diesem  Kontext mit zwei Hinweise geben“, so Benedikter.

In den Haushaltsbeschlüssen 2010 und 2011 der Gemeinde Bozen sei die Möglichkeit der Querfinanzierung der Tram-Projektierung durch die SEL-Millionen verankert („una congrua parte dei fondi perequativi SEL“) worden. Und: Seit vergangenem Jahr gebe es Kontakte zu Bombardier Inc., einem der weltgrößten Straßenbahnbauer: Durch seine Präsenz bei der Tagung „Überetscherbahn ja – aber wie?“ am 9. Juni 2010 in Eppan habe Bombardier sein Interesse gezeigt, an einer regulären, europaweiten Ausschreibung der Stadtbahn ins Überetsch teilzunehmen, fügt Benedikter hinzu.

Er möchte die Stadtverwaltung gegenüber der Landesverwaltung in ihrem Tram-Konzept bestärken, „ein Konzept, das in den Grundsatzbeschlüssen unserer Stadt auf den verschiedensten Ebene verankert ist: Verkehrsplan 2008, Masterplan 2010, Mobilitätsplan 2010, Dreijahreshaushalt 2010-2012, und nicht zuletzt unserem geltenden Regierungsprogramm 2010-2015“.

Tram Bozen-Kaltern darf nicht an den Kosten scheitern

Benedikter nimmt außerdem Bezug auf ASTAT–Daten (laut „Dolomiten“ 20.03.2010), die in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurden: „Zwischen 2003 und 2008 hat die Öffentliche Hand in Südtirol 1.364 Millionen Euro in Verkehrsprojekte investiert, den Löwenanteil davon (1.236 Mio. Euro) in den Straßenbau, allein rund 960 Mio. Euro in Tunnels und Umfahrungsstraßen. Und in den letzten beiden Jahren gingen die Straßenbauten natürlich munter weiter. 128 Mio. Euro wurden zwischen 2003 und 2005 in die neue Vinschgerbahn investiert. Und da soll eine Tram Bozen-Kaltern unbezahlbar sein, deren geschätzte Kosten zwischen 120 und 220 Mio. Euro liegen? Was für den Vinschgau recht ist, ist für den Ballungsraum Bozen-Überetsch nur billig.“

Und wenn man den neuesten Straßen-Vergleich heranziehe, nämlich die Verlängerung des Tunnels von St. Jakob nach Kampill für 200 Mio Euro, dann bewege sich die Investition Tram absolut im Rahmen des Vertretbaren.

„Freilich, der ‚Metrobus‘ wäre zwar viel ‚billiger‘, aber auch verfehlt: Die Idee, einen Straßenbus durchs Überetsch zu ziehen und in Sigmundskron zwecks Umsteigen an eine stadtinterne Tram anzubinden ist anachronistisch und für die Nutzer nichts weiter als abschreckend. Also machen wir doch bitte Nägel mit Köpfen und planen wir die Tram auf der Basis der ‚Knoflacher-Machbarkeitsstudie‘ Jänner 2008, die erst jüngst, nämlich bei den Treffen der Gemeindevertreter Bozens mit der Landesregierung am 20. Jänner 2011 und dem Treffen der drei Gemeinden am 9. Februar 2011, von allen favorisiert wurde“, schließt Benedikter.

Von: mk

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