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SEL AG im Fadenkreuz der Justiz – Ermittlungen gegen Maxilmilian Rainer
Bozen – Das führende Südtiroler Energieunternehmen SEL AG gerät mehr und mehr ins Fadenkreuz der Justiz – nach der Hausdurchsuchung bei Energieunternehmer Franz Pircher in Bruneck werden nun Untersuchungen gegen den Direktor der SEL AG, Maxilmilian Rainer, eingeleitet.
Nachdem er ins Ermittlungsregister der Staatsanwaltschaft aufgenommen wurde, wird es nun eng um Rainer, der vom Ressortleiter von Energie-Landesrat Laimer zum Direktor der SEL AG aufgestiegen ist. Die SVP im Landtag hat ihn bislang vorbehaltlos geschützt und von jedem Verdacht enthoben. So wurde erst am 4. Oktober ein Beschlussantrag zur Entlassung von Maximilian Rainer abgelehnt. Innerhalb des Edelweiß enthielt sich einzig der für seine SEL-kritische Haltung bekannte SVP-Dissident Josef Noggler der Stimme.
Die Bozner Rechtsanwältin und Wirtschaftsberaterin Renate Holzeisen, die den Fall aufgeworfen und damit viel Staub aufgewirbelt hat, denunzierte von Anfang an ein Nahverhältnis und eine gegenseitige Beeinflussung zwischen der Südtiroler Politik und der Südtiroler Justiz. Letztere wird nun, nachdem zunehmend belastende Zeugenaussagen aufgetaucht sind, dennoch aktiv. Nun droht Südtirol ein wahres SEL-Gate.
Rainer, dem Schwager von Elmar Pichler Rolle, steht im Verdacht, sich durch Insiderwissen und durch seine Beteiligung an der Gesellschaft «Burgumer», die das Wasserkraftwerk in Pfitsch betreibt, persönlich bereichert zu haben. Zu diesen Vorwürfen heißt es in einer Aussendung der Anwälte von Rainer, dass „die private Tätigkeit Herrn Rainers im Bereich Energie im Jahr 2009 in keinem Zusammenhang mit seinem beruflichen Engagement“ stehe und keine Interessen irgendwelcher Art des Unternehmens SEL AG berühre. Die Anwälte stellen fest, dass das private Kleinstkraftwerk nicht in Konkurrenz zur SEL stehe und nie in Konkurrenz zur SEL gestanden sei.
Genau dies bezweifelt jedoch die Staatsanwaltschaft. Sie untersucht nun die Akten, denen zufolge Rainer als SEL-Direktor die Müller Energie GmbH gegründet und diese kurz vor der Erteilung einer E-Werkskonzession durch die Landesverwaltung an seinen Bruder Alexander übertragen haben soll. Darüber hinaus soll Rainer zusammen mit einem für die Landesverwaltung in Energiefragen tätigen Mailänder Berater und seinem ehemaligen Chef, Landesrat Michl Laimer, die MEGA GmbH gegründet haben. Diese wurde jedoch 2002 liquidiert, ohne ihre Tätigkeit jemals aufgenommen zu haben.
Ob sich die Verdachtsmomente erhärten und weitere Verstrickungen bis hin zum Landeshauptmann auftauchen, oder ob sich der ganze Fall um die SEL, Rainer und andere Energie-Unternehmer nur als Blase erweist, das wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Maximilian Rainer weist indes jede Schädigung des öffentlichen Interesses von sich, er betont, dass die Beteiligung an einer Treuhandbeteiligung zum Zeitpunkt des Kaufs und der Abstoßung der Beteiligung im Jahr 2009 nicht verboten war.
Von: hp




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