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Südtirol hat einen neuen Bischof - Bildergalerie und Video
Brixen - Die Diözese Bozen-Brixen hat einen neuen Bischof. Im Dom zu Brixen wurde am Sonntagnachmittag der langjährige Regens des Priesterseminars, Ivo Muser (49), zum neuen Oberhaupt geweiht. Er folgt Karl Golser nach, der gezeichnet von seiner Krankheit an der Feier teilnahm.
Video Südtirol heute (ORF) - Ivo Muser zum Bischof geweiht
Bildergalerie Bischofsweihe (250 Fotos)
Die Weihe führte der Erzbischof von Trient, Luigi Bressan, durch. Mitkonsekrator war der Diözesanbischof von Innsbruck, Manfred Scheuer. Bereits um 12.00 Uhr hatten landesweit in den 116 Gemeinden die Kirchenglocken das Ereignis eingeläutet. Bressan erinnerte in seiner Predigt an die Dreisprachigkeit des Landes und unterstrich, dass dies ein Reichtum sei. Er rief Muser auf, den Weg der Vorgänger fortzusetzen, diesen Reichtum zu fördern. Die Diözese sei "Bindeglied zwischen dem deutschen und dem italienischen Kulturraum". Er erinnerte den neuen Bischof daran, dass es die Kirche Gottes sei. Dogmen müssten befolgt und dürften nicht relativiert werden, betonte Bressan.
An der Feier im bis auf den letzten Platz gefüllten Dom nahmen 18 Bischöfe teil. Aus dem Bundesland Tirol waren Landeshauptmann Günther Platter (V) und Landtagspräsident Herwig van Staa (V) gekommen. Über Großbildschirme konnten die Gläubigen bei Sonnenschein und frühherbstlichen Temperaturen die Feier im Freien mitverfolgen. Zu seinem Leitspruch wählte Muser "Tu es Christus". Muser war Ende Juli von Papst Benedikt XVI. ernannt worden. Er wurde am 22. Februar 1962 in Bruneck geboren und wuchs in Gais bei Bruneck auf. Muser studierte nach der Matura am Priesterseminar Canisianum in Innsbruck Philosophie und Theologie. 1987 wurde er zum Priester geweiht. Nach zweijähriger Tätigkeit als Kooperator in Toblach war er von 1989 bis 1991 Sekretär von Diözesanbischof Wilhelm Egger.
Von 1991 bis 1995 studierte er Dogmatik in Rom und war von 1996 bis 2010 Regens des Priesterseminars in Brixen. 2002 wurde er Kanonikus im Dom zu Brixen und 2005 Dekan von Brixen. Der 68-jährige Golser hatte erst am 5. Dezember 2008 die Nachfolge des am 16. August 2008 plötzlich verstorbenen Bischofs Wilhelm Egger angetreten. Sein schwer angeschlagener Gesundheitszustand hatte aber eine Ausübung des Amtes nicht mehr möglich gemacht. Er sei zur Einsicht gelangt, dass er dem Amt nicht mehr gerecht werden könne, hatte der an Parkinson erkrankte Golser im Frühjahr erklärt.
Video Südtirol heute (ORF) - Interview Ivo Muser
Im Folgenden erteil die Diözese einige Hinweise zum Ablauf der Weihe.
Die teilnehmenden Bischöfe und Priester, die persönlich zur Konzelebration eingeladen wurden, ziehen vom Priesterseminar aus, durch den Kreuzgang in den Dom. Nach der Begrüßung durch Diözesanadministrator Josef Matzneller führt der Erzbischof von Trient, Luigi Bressan, in den Gottesdienst ein. Anschließend verliest Josef Matzneller die päpstliche Ernennungsurkunde.
Vor der Weihe findet der Wortgottesdienst mit Predigt von Erzbischof Luigi Bressan statt. Die versammelte Gemeinde hört gemeinsam auf das Wort Gottes, Gottes Richtschnur für das Leben aus dem Glauben.
Weihe
Die Bischofsweihe überträgt die Fülle des Weihesakramentes, macht den Bischof zum rechtmäßigen Nachfolger der Apostel, gliedert ihn in das Bischofskollegium ein, wo er mit dem Papst und den anderen Bischöfen die Sorge für die ganze Kirche teilt und verleiht ihm das Amt des Lehrens, der Heiligung und des Leitens. Die Weihe erfolgt nach dem Wortgottesdienst durch Handauflegung und Gebet. Die Weihehandlung beginnt mit dem Versprechen des Erwählten. Darauf folgt die Allerheiligenlitanei, die in die Fürbitt-Litanei mündet. Im Anschluss daran kniet sich der Kandidat vor den Hauptzelebranten Erzbischof Luigi Bressan.
Unter Stillschweigen legen dieser und dann die zwei Mitkonsekratoren Bischof Karl Golser und Bischof Manfred Scheuer sowie alle anwesenden Bischöfe dem Erwählten die Hände auf. Während des Weihegebetes wird das geöffnete Evangelienbuch von zwei Diakonen über dem Haupt des Bischofs gehalten. Das bedeutet, dass der Dienst des Bischofs ganz aus dem Wort Gottes erwächst, dem er sich unterstellt weiß. Hauptaufgabe des Bischofs ist es, das Evangelium so zu verkündigen, dass er „in der Kraft des Geistes die Menschen zum Glauben ruft oder im lebendigen Glauben stärkt“. Nach dem Weihegebet folgen die Salbung mit Chrisam, die Übergabe des Evangelienbuchs und die Übergabe der bischöflichen Insignien (Ring, Mitra und Stab).
Salbung mit Chrisam
Das Haupt des neugeweihten Bischofs wird mit Chrisam gesalbt. Damit wird versinnbildlicht, dass der Bischof in besonderer Weise Christus, dem Gesalbten, ähnlich sein soll, an seinem Hohenpriestertum teil hat und zum Heilsdienst in der Kirche berufen ist.
Überreichung der bischöflichen Insignien
Der Ring ist Zeichen einer Verbindung von beständiger Dauer und Treue. Der Bischofsring ist Ausdruck der Verbundenheit des Bischofs mit seinem Bistum und der Kirche. Der Ring wird mit folgenden Worten übergeben: „Trag diesen Ring als Zeichen deiner Treue. Denn in unverbrüchlicher Treue sollst du die Braut Christi, die heilige Kirche, vor jedem Schaden bewahren“.
Die Mitra als Zeichen des Bischofsamtes ist Kopfbedeckung und Würdezeichen. Ivo Muser wird jene Mitra überreicht und tragen, die Karl Golser bei seiner Bischofsweihe erhalten hat (zudem wird Ivo Muser jenes Messkleid tragen, welches Wilhelm Egger bei seiner Bischofsweihe getragen hat; damit kommt die Verbundenheit und Kontinuität von Ivo Muser mit seinen Vorgängern zum Ausdruck). Der Stab (Pastorale) wird als Zeichen des Hirtenamtes übergeben. Dem Bischof wird aufgetragen: „Trage Sorge für die ganze Herde Christi; denn der Heilige Geist hat dich zum Bischof bestellt, die Kirche zu leiten.“
Inbesitznahme
Nach der Überreichung der bischöflichen Insignien wird der Bischof zur Kathedra, dem Bischofsstuhl, begleitet. Die Kathedra, der Lehrstuhl des Bischofs, gibt der Bischofskirche den Namen „Kathedrale“. Bei der Amtseinführung nimmt Ivo Muser feierlich auf der Kathedra Platz. Mit diesem Akt übernimmt Muser als Bischof von Bozen-Brixen die Leitung der Diözese. Ab diesem Zeitpunkt wird sein Name von jedem Priester, der in der Diözese Bozen-Brixen die Heilige Messe feiert, im Hochgebet genannt, weil jeder Priester die Eucharistie „in Gemeinschaft mit dem Bischof und dem Papst“ feiert. Jede Eucharistiefeier ist Feier der ganzen Kirche.
Friedensgruß
Durch die Weihe ist der Bischof in das Kollegium der Bischöfe aufgenommen. Durch den Friedensgruß, den der Neugeweihte von seinen Mitbrüdern im bischöflichen Amt empfängt, wird dies bekundet. Auch Vertreter des Klerus, der Ordensleute und der Laien tauschen mit dem Bischof den Friedensgruß aus, was deutlich macht, dass aus der Verbindung mit Christus das gemeinsame Arbeiten für das Reich Gottes erwächst.
Eucharistiefeier
Der Hauptkonsekrator überträgt dem neugeweihten Bischof den Vorsitz in der Eucharistiefeier, die dieser in Konzelebration mit den übrigen Bischöfen und einigen Priestern als Vertreter des Klerus gemeinsam mit dem ganzen versammelten Volk Gottes feiert.
Schluss
Am Schluss des Gottesdienstes richtet der neue Bischof ein Grußwort an die Anwesenden und an alle, die über die Medien der Feier folgen. Nach dem Auszug ist die Begrüßung des neuen Bischofs auf dem Domplatz mit Grußworten von Seiten des Landeshauptmanns und von Vertretern der drei Sprachgruppen vorgesehen. Anschließend sind alle Anwesenden zu einem Umtrunk am südlichen Domplatz geladen.
Video Südtirol heute (ORF) - Interview Ivo Muser
Von: mk




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