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VZS lehnt Forderung der Zahnärztekammer ab
Bozen - Als "instinktlos" bezeichnet der Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Südtirol, Walther Andreaus, die Forderung der Zahnärztekammer bei Zahnarztleistungen nur mehr „Qualität“ zu vergüten. „Wir können uns diesbezüglich des Eindrucks nicht erwehren, dass damit nur dem guten Geschäftserfolg der ausländischen Zahnarztpraxen mit Südtiroler Patienten ein Riegel vorgeschoben werden soll“.
Nichtsdestotrotz sieht man in der Verbraucherzentrale durchaus die Notwendigkeit noch verstärkt an einer leistbaren zahnärztlichen Versorgung hierzulande zu arbeiten. Dies besonders im Hinblick auf die von einer zeitgemäßen Grundversorgung nicht mehr wegzudenkenden Implantate und die Zahnregulierung bei Kindern und Jugendlichen. Entsprechende Überlegungen für ein Pilotprojekt liegen bereits vor.
Der Ruf nach einem Qualitätssiegel von Seiten der Zahnärztekammer wird hingegen begrüßt, insofern es sich nicht um eine Selbstinszenierung der Zahnärzte handelt, sondern um ein unabhängig zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem mit guter Kundenorientierung.
„Wir legen dem Landesrat für Gesundheit nahe, in Zeiten wie diesen keine weiteren bürokratischen Hürden für den Zugang zu den Rückvergütungen für Zahnarztkosten zuzulassen. Im Gegenteil: es wäre sicher an der Zeit, dass nach der Anpassung der Tarife für den öffentlichen Nahverkehr auch die Rückerstattungen für Zahnarztkosten, die seit den 80-er Jahren des letzten Jahrhundert gleich geblieben sind, den neuen Gegebenheiten anzupassen“, so Andreaus.
Bezüglich der Aussagen vom Zahnärztekammerpräsident Dr. Rampulla über die allgemeine Minderwertigkeit von Zahnbehandlungen im Ausland habe die Verbraucherzentrale gegenteilige Informationen, wonach die Mehrzahl der Patienten über Qualität und Fachkenntnis sehr zufrieden seien, über den Preis sowieso. Gegenteilig lägen auch vermehrt Klagen über grobe Diagnose- und Behandlungsfehler und die Verwendung von minderwertigem Zahnersatz hierzulande vor. Daher sei eine Schwarz-Weiß-Malerei, also dass die guten Zahnärzte nur in Südtirol arbeiten, diesbezüglich nicht angebracht.
„Angesichts der für Normalpatienten sich verschlechterten Einkommenslage schlagen wir dem Landesrat vor, einen entsprechenden Arbeitstisch mit allen Beteiligten einzurichten. Die Südtiroler Zahnärzte hingegen werden wir beim Bemühen um Qualität und Transparenz unterstützen, unter dem Gesichtspunkt, dass die Patienten vor Ort eine leistbare zahnärztliche Versorgung vorfinden“, erklärt Andreaus abschließend.
Von: mk



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