Wirtschaft
26.10.2011 16:24 Artikel drucken

Italien übernimmt duale Ausbildung und bestätigt Südtiroler Modell

lvh

Dekret zur neuen Lehrlingsausbildung in Kraft
Foto: lvh

Bozen/Rom - In Italien ist gestern die neue Lehrlingsausbildung in Kraft getreten. Das Dekret erkennt den Sonderweg Südtirols bei der Lehre an und übernimmt sogar Elemente wie die duale Ausbildung für das gesamte Staatsgebiet. „Die Tatsache, dass unser System mit der Ausbildung sowohl im Lehrbetrieb als auch in der Schule übernommen worden ist, zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass unser Modell der Lehre auch für die Zukunft beispielgebend ist“, freut sich der Präsident des Landesverbandes der Handwerker (LVH), Gert Lanz.

Das Staatsdekret erkennt zwei Sonderbestimmungen der Lehre in Südtirol an: So wird die Lehrdauer in den Handwerksberufen von bis zu vier Jahren bestätigt. Gleiches gilt für die Möglichkeit, bis zum Alter von 29 Jahren eine Berufsausbildung mit Lehrabschluss zu machen. Außerdem ist die höhere Lehre für Maturanten ausgedehnt worden. „Rom hat die Südtiroler Normen anerkannt und zum Teil in die eigene Regelung übernommen“, sagt LVH-Vizepräsident Martin Haller.

Nun geht es darum, die Änderungen, die laut Dekret auch in Südtirol wirksam werden, auf die Berufsbildung in Südtirol zu übertragen. Der LVH wird mehrere Vorschläge für das anstehende neue Lehrlingsgesetz einbringen. „Vor allem möchten wir, dass die Lehrdauer in Industrie und Handwerk angeglichen wird, damit in beiden Sektoren die bestmögliche Ausbildung für die Jugendlichen garantiert wird“, sagt Haller.

Der LVH-Vizepräsident verweist auf das wichtige Signal, das Italien mit der Einführung der dualen Ausbildung setzt. „Rom erkennt den Wert des ‚learning by doing’, also des Lernens mittels praktischen Handelns, an und stellt die Weichen für eine stärkere Ausbildung am Arbeitsplatz.“ Für ein Land mit fast zwei Millionen arbeitslosen Jugendlichen sei dies ein wichtiger und notwendiger Schritt.

„Europaweit haben Länder, in denen es die duale Ausbildung gibt, eine niedrigere Arbeitslosenquote und einen höheren Anteil der Jugendbeschäftigung“, sagt Haller, und weiter: „Die Lehre fördert den Eintritt junger Menschen in den Arbeitsmarkt und wirkt sich stabilisierend auf den gesamten Arbeitsmarkt aus.“

Von: mk

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