Wirtschaft
31.10.2011 12:32 Artikel drucken

Motivierten Jungbauern unter die Arme greifen

sbj

Treffen zwischen SBJ-Landesführung und Landesrat Hans Berger
Foto: sbj

Bozen - Nach den ersten Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2010 hat sich die Südtiroler Bauernjugend bei Landwirtschaftslandesrat Hans Berger informiert und über die junge Landwirtschaft, ihre Bedürfnisse und Zukunftswünsche diskutiert. Etwa 3.000 landwirtschaftliche Betriebe haben innerhalb von zehn Jahren ihre kommerzielle Tätigkeit aufgegeben.

Diese Zahl ist jetzt hinlänglich bekannt. Was aber der Südtiroler Bauernjugend sehr zu denken gibt ist, dass besonders in der Altersgruppe der 25 bis 39jährigen Junglandwirte eine große Abnahme zu verzeichnen ist. Sie betrifft mit 1.700 Betrieben etwas mehr als die Hälfte aller Betriebe. „Die meisten Betriebsauflassungen finden im Generationswechsel statt. Demnach löst die Erstniederlassungsprämie für Junglandwirte das Problem noch nicht“, berichtet Landesrat Hans Berger.

Interesse bei Jungbauern ist da

Erfreut zeigt sich Berger aber über die Schülerzahlen an den Fachschulen für Land-, Forst und Hauswirtschaft. Bei rund 1.000 Schülern lässt sich schließen, dass das Interesse bei Jungbauern Höfe weiter zu bewirtschaften, offensichtlich da ist. Vor allem Jungbauern setzen auch auf Innovation und Produktvielfalt und gelten demnach als positive Beispiele dem andere folgen sollten. „Wir erleben es immer wieder in unseren Reihen wie begeistert sich junge Menschen auch untereinander über neue Wege, neue Ideen und Möglichkeiten austauschen um zusätzliche Wertschöpfung in ihre Betriebe zu bringen“, sagt Hannes Dosser, Landesobmann der Südtiroler Bauernjugend. „Hier gilt es anzusetzen, Jungbauern unter die Arme zu greifen und ihnen etwa durch eine Informationskampagne wirtschaftliche Möglichkeiten für ein Zusatzeinkommen aufzuzeigen.“ Welche Möglichkeiten davon der junge Hofbesitzer dann in Anspruch nimmt, muss jeder für sich selbst entscheiden. „Die Patentlösung für jeden gibt es sicherlich nicht“, so Dosser.

Gleicher Informationsstand für Jung- und Altbauer

Die Südtiroler Bauernjugend ist auch überzeugt, dass Jung- und Altbauer, wenn es um die Hofübergabe geht, oft nicht auf demselben Informationsstand sind. „Eine Hofübergabe ist immer eine heikle Angelegenheit. Oftmals weiß der Altbauer zwar über seine Pflichten, nicht jedoch über seine Rechte Bescheid. Auch hier besteht noch viel Aufholbedarf“, ist Christine Tschurtschenthaler, Landesleiterin der Südtiroler Bauernjugend überzeugt.

Praktika in der Ausbildung wichtig

Das Thema Ausbildung ist Landesrat Hans Berger und der Südtiroler Bauernjugend gleichsam ein wichtiges Anliegen. „Junge Menschen verändern sich ständig und mit ihnen auch die Anforderungen an die schulische Ausbildung in der Landwirtschaft.“, meint Berger. Wenn es nach der Südtiroler Bauernjugend geht, so sollen Ausbildungen im Ausland, die keine inhaltliche Differenzierung haben, auch in Südtirol anerkannt werden. Zudem wünscht sich die Bauernjugend, dass überprüft wird ob Praktika als fixer Bestandteil in der schulischen Ausbildung aufgenommen werden können.

Die Bauernjugend möchte sich jetzt mit den Sorgen der jungen Landwirtschaft eingehend befassen und ein entsprechendes Memorandum ausarbeiten und vorlegen. In einem waren sich alle Gesprächspartner einig: Es besteht dringend Handlungsbedarf.

Von: mk

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