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Elektrosmog: Handstreich in Rom zur Abänderung des Messverfahrens
Bozen - In diesen Tagen legt die Regierung in Rom den Kammern einen “Maxi-Abänderungsantrag” vor. Unter den zahlreichen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft steht dort ein Passus, der für Verbraucherschützer besonders schwer wiegend ist: Das Messverfahren zur Bestimmung der elektromagnetischen Belastung wird abgeändert, indem nicht mehr außerhalb der Wohnungen gemessen wird, sondern im Inneren. Außerdem bezieht sich der gerechnete Immissionsdurchschnitt nicht mehr auf sechs Minuten, sondern auf eine Zeit von 24 Stunden. Darauf weist die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) in einer Aussendung hin.
Dr. Luigi Minach, Leiter der Umweltagentur, hat jüngst all seine Kollegen italienweit dazu animiert, gegen dieses Vorhaben Stellung zu nehmen. Hier sieht er schlichtweg “eine Erhöhung der elektromagnetischen Belastung der Bevölkerung”. Er hat auch Südtiroler Parlamentarier kontaktiert, um denen diese physikalische Gegebenheit zu erklären.
Die Verbraucherzentrale nimmt nun auch dazu Stellung, und so wie namhafte Institute und Vereinigungen, wie das ISPRA (Istituto Superiore per la Ricerca Ambientale), die Vereinigung AMICA (Associazione Malattie da Intossicazione Cronica e/o Ambientale) sowie das gesamtstaatliche Netzwerk NO ELETTROSMOG, wo die Verbraucherzentrale selbst Mitglied ist, unterstreicht sie die Notwendigkeit ganz anderer Initiativen.
Die Regierung beabsichtigt, die Mobilfunkbetreiber zu unterstützen. Diese möchten immer neue mobile Dienste anbieten, nicht nur mittels Tablets, sondern auch durch eine neue Handy-Infrastruktur der “vierten Generation” (LTE).
Verbraucherschutz sieht aber anders aus: Es gelte endlich, die offiziellen Warnungen und Empfehlungen zu beachten, so die VZS. Die IARC (Internationale Agentur zur Krebsforschung) hat vor einigen Monaten die Mikrowellen von Handys und Tablets als möglicherweise krebserregend eingestuft; wissenschaftliche Studien in der ganzen Welt belegen ein Risiko und empfehlen die Bevölkerung durch Herabsenkung der Grenzwerte zu schützen; der Europarat fordert alle europäischen Regierungen auf, “Vorsorgewerte für die langfristige Mikrowellen-Exposition der Bevölkerung” festzulegen.
„Viel zu tun gibt es also für Italiens Politiker. Wir Konsumenten können aber auch unseren Beitrag leisten: z.B., indem wir zu Hause das Handy abschalten und weiterhin das Festnetz behalten: Allein dadurch würden viele Antennen überflüssig werden“, so die VZS.
Von: mk



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