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Welches ist das Südtiroler Zukunftsmodell?
Bozen/Innsbruck – „Los von Rom“ fordern die einen, eine Voll-Autonomie die anderen. Welches ist das Südtiroler Zukunftsmodell und wie könnte es ausschauen?
Der Nordtiroler Alt-LH Wendelin Weingartner hat sich in den politischen Diskurs eingeschaltet und stuft derzeit die Kooperation zwischen Bozen und Innsbruck als verbesserungswürdig ein. Mehr noch: Schenkt man Weingartner, zwischen 1993 und 2002 Tiroler Landesvater mit Südtiroler Wurzeln, Glauben, so ist Südtirol am Weg zur Regionalstaatlichkeit. Das berichtet die „Tiroler Tageszeitung“ in ihrer heutigen Sonntagsausgabe.
Auch wenn die Südtirolfrage eine emotionale ist, versucht sowohl die Innsbrucker als auch die Bozner Landesregierung die Wogen zu glätten. Durch den Europäischen Verbund territorialer Zusammenarbeiten gelang es den beiden Landesteilen, gemeinsam mit dem Trentino eine Art institutionelle Europaregion Tirol zu schaffen. Doch einigen ist das zu wenig. Die Süd-Tiroler Freiheit, die BürgerUnion und die Freiheitlichen eint die stärker werdende Forderung nach der Loslösung von Rom. Selbst der Südtiroler Schützenbund befürwortet eine Abkehr von der Apenninenhalbinsel.
Die Südtiroler Volkspartei, die sich auch als Sammelpartei versteht, musste kontern. Sie verlautbarte die Vollautonomie. Und das ist für manchen Angehörigen der deutschsprachigen Opposition die Besiegelung des Verbleibs beim maroden Staat Italien. Landeshauptmann Durnwalder, ein pragmatischer Zeitgenosse, gibt zwar offen zu, dass er im Falle einer Abstimmung für Österreich stimmen würde - mit Rom wolle er es sich aber nicht verscherzen; die Autonomie soll ausgebaut und die Euregio vertieft werden.
Die Doppelstaatsbürgerschaft wurde zur Zerreißprobe, als der österreichische Außenminister Spindelegger letztere noch vor kurzem ablehnte und sagte, dass man Staatsbürgerschaften nicht wie Briefmarken sammeln könne. Und jeder weiß, dass Briefmarkensammler, im Fachjargon auch Philatelisten genannt, mehr als zwei Marken ihr Eigen nennen.
Südtirol, wohin führt dein Weg? Diese Frage ist berechtigt und gleichzeitig schwer zu beantworten. Nordtirols Landeshauptmann a. D. Weingartner glaubt, dass das Land zwischen dem Brennerpass und der Salurner Klause, dem Reschenpass und dem Toblacher Feld auf dem Weg zu einer Regionalstaatlichkeit ist. Weingartner sieht die Vollautonomie als Kontrapunkt zum Freistaat. Auf jeden Fall sei die Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtirol zu verbessern. Möglichkeiten der Kooperation gäbe es zu Genüge, man müsse sie nur nützen, so Weingartner abschließend.
Fakt ist, die Südtirolfrage ist noch nicht entschieden. Auch wenn das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, wird man sich auch auf die Zeit nach Durnwalder einstellen müssen. Das Haus ist wohlbestellt, die Zusammenarbeitsmodelle nach ihm werden eine neue Dimension haben, ist sich Weingartner sicher.




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