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04.12.2011 11:39 Artikel drucken

Autonome Provinzen zur Kasse gebeten – Durnwalder fehlt

ansa

Durnwalder schwänzt Termin
Foto: ansa

Bozen – Italiens neuer Regierungschef Mario Monti konsultiert an diesem Wochenende die Parteivorsitzenden der im Parlament vertretenen Parteien, aber auch die Vertreter der Sozialpartner und die Präsidenten der Regionen, darunter auch die Präsidenten der Autonomen Provinzen. Doch Südtirols Landeshauptmann Luis Durnwalder hat beschlossen, die Beratungsrunde zu schwänzen und stattdessen Vize Christian Tommasini zu schicken.

So fuhr Tommasini gestern gemeinsam mit dem Trentiner Landeshauptmann Lorenzo Dellai nach Rom und vertritt heute an der Stelle Durnwalders Südtirols Standpunkt, um das Beste für die Autonomen Provinzen herauszuholen. Von den Autonomien wird ein Beitrag von insgesamt einer Milliarde Euro erwartet, davon soll Südtirol zu den bereits letztes Jahr beschlossenen 301 Millionen zusätzliche 120 Millionen Euro leisten. Man werde, so Tommasini, seinen Beitrag leisten, doch Südtirol habe schon in der Vergangenheit viel zur Sanierung beigetragen und sei keine Kuh, die man melken könne.

Im Zuge des Treffens stellte Monti der Südtiroler und Trentiner Delegation die Grundlinien seines Sparpakets vor. So versucht der Premier, die Zustimmung zu seinem Sparpaket im Parlament und in den Regionen zu erhalten. Ohne radikale Einsparungen, so Monti, drohe Italien die Pleite.

Geradezu unerklärlich aber ist, dass die Landesregierung das Heft aus der Hand gibt. Harsche Kritik an dem Desinteresse Durnwalders, mit Monti persönlich zu sprechen, kommt auch aus den eigenen Reihen. Vor allem der Kammerabgeordnete Siegfried Brugger bezeichnete die Entscheidung des Landeshauptmannes als verpasste Gelegenheit, Südtirols Standpunkt darzulegen. Der ansonsten gemäßigte Brugger sieht gar Südtirols Autonomie insgesamt in Gefahr.

Tommasini wird heute noch einmal Monti treffen. Südtirol möchte noch mehr Kompetenzen, aber Tommasini sieht diesbezüglich schwarz, es sei wohl nicht der richtige Zeitpunkt, dies einzufordern, meint auch PD-Vertreter Roberto Bizzo. 421 Millionen, so Bizzo, ist für das kleine Land Südtirol einfach zu viel. Auf diese Weise, so fürchten Bizzo und Tommasini, werde Südtirols Wirtschaftsleistung hinunter gezogen. Lorenzo Dellai aus Trient möchte dagegen beides verbinden. Nach dem Motto: Wir leisten unseren Beitrag, wenn wir mehr Kompetenzen erhalten.

So sind alle, von Brugger bis Tommasini, auf den Beinen, um Südtirol vor absurden Zugeständnissen zu bewahren, doch Durnwalder schweigt.

Von: hp

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