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Umfrage: Mehrheit der Südtiroler gegen Durnwalder-Neuauflage
Bozen – Die Mehrheit der Südtiroler will keine Neuauflage von Luis Durnwalder, dies ergibt die neueste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Market“. Seit geraumer Zeit raunt immer wieder das Gerücht durch den Blätterwald der heimischen Medien, dass Landeshauptmann Luis Durnwalder noch einmal antreten will. Die Versuchung scheint groß zu sein. Genährt wird diese These von zweideutig interpretierbaren Aussagen des amtierenden Landeshauptmannes selbst. Wer erinnert sich nicht an jene denkwürdige Aussage Durnwalders, er sei vielleicht ein Fixstern am politischen Firmament, aber er sehe keinen anderen Stern um ihn herum, der leuchte. Durnwalder zufolge findet sich, so scheint es, kein würdiger Nachfolger für den „Sonnenkönig“.
Doch mit der Ausstrahlung eines Fixsterns ist es vorerst vorbei, denn im Zuge des SEL-Skandals scheint selbst der Stern Luis Durnwalder am Südtiroler Polithimmel zu sinken. 54 Prozent der Südtiroler, so das Ergebnis der „Market“ Umfrage, möchten ihn ab 2013 nicht mehr als Landeshauptmann sehen. „Vor allem aber will ihn nur mehr jeder zehnte Wähler auf jeden Fall: Werte einer Lichtgestalt sehen anders aus“, so Meinungsforscher David Pfarrhofer, der ebenfalls auf die Aura Durnwalders als leuchtender Stern anspielt. Dass dessen persönlichen Freunde Franz Pircher und Klaus Stocker bei der SEL Privatinteressen vor die Interessen des Landes gestellt haben, hat auch am Image der Landeshauptmannes Kratzer hinterlassen.
Negativ bewertet wird auch der Eindruck, Durnwalder kümmere sich nicht genügend um das Schicksal des Landes durch die drohenden ungerechten Sparmaßnahmen der Regierung Monti. Stattdessen schickt er seinen Vize Tommasini nach Rom. Gemeinsam mit dem SEL-Skandal sank die Zustimmung und das Vertrauen in seine Kompetenzen in letzter Zeit rapide. Auch um die Zustimmung zu den SVP-Funktionären und Landtagsabgeordneten ist es schlecht bestellt. So wird der Ruf nach einem Rücktritt des ins Visier der Justiz geratenen Energielandesrat Michl Laimer immer lauter. Auch die Landesräte Berger und Widmann sind heftig umstritten.
Höchst brisant ist, dass die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Market“ von der Tageszeitung "Dolomiten" in Auftrag gegeben wurde. Der Verdacht, dass sich der Ebner-Klan mit seinem quasi-Medien-Monopol gegen Durnwalder stellt und das Dolomiten-Imperium einen der seinen in Stellung bringen möchte, erhält hier neue Nahrung.
Der Riss, der durch die Partei und durch das ganze Land geht, wird deutlich. Und er wird mehr und mehr in der Öffentlichkeit ausgetragen. Geografisch sitzen laut „Market“ die Getreuen des Landeshauptmanns im Überetsch/Unterland sowie im Bezirk Bozen. In diesen Bezirken halten sich Befürworter und Gegner einer erneuten Kandidatur Durnwalders die Waage. Die Gegner Durnwalders nach 22 Jahren an der Spitze überwiegen in den Bezirken Vinschgau, Eisacktal und Bezirk Salten/Schlern. Männer stehen Durnwalder skeptischer gegenüber als Frauen, die offensichtlich in Krisenzeiten eher zu dem Bewährten tendieren als die Südtiroler Männer. Je höher der Bildungsgrad, desto weniger wollen sich die Bürger mit einer weiteren Legislaturperiode unter dem Fixstern Durnwalder anfreunden.
„Jeder Politiker hat Gegner“, analysiert Meinungsforscher David Pfarrhofer. Dass 54 Prozent einen Wechsel wollen, während der harte Kern von Durnwalders Anhängern auf elf Prozent geschrumpft sei, dies sei jedoch eine „klare Standortbestimmung“. Vor allem, weil Durnwalders Zustimmungswerte unter denen seiner Partei liegen. Dies war in Südtirol bisher stets ein schlechtes Omen.
Von: hp




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