© SüdtirolNews.it 2009-2011 - P.I.: IT02663860217 | Impressum | Privacy | Werben | Jobs | Free Widget | Mobil | iPhone
Caritas: zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti
Bozen - Zwei Jahre sind seit dem verheerenden Erdbeben in Haiti vergangen. 230.000 Tote und fürchterliche Verwüstungen waren die Folge. Allmählich beginnt sich die Situation für die betroffene Bevölkerung zu bessern. 550.000 Personen leben noch in 802 sog. Auffangzentren. Die Caritas der Diözese Bozen-Brixen hat bis jetzt 1.691.967 Euro in das Erdbebengebiet entsandt. Die Südtiroler haben damit mitgeholfen, den Betroffenen in Haiti Hoffnung und Leben zu schenken.
Noch immer hat die Bevölkerung von Haiti mit den verheerenden Auswirkungen des Erdbebens von vor zwei Jahren zu kämpfen. 230.000 Menschenleben wurden damals beklagt, 1,5 Millionen Menschen waren plötzlich obdachlos. Die Situation bessert sich allmählich, besonders aus gesundheitlicher und hygienischer Sicht; zumindest die Cholera-Epidemie scheint unter Kontrolle zu sein.
In Südtirol wurden bis jetzt 8.450 Spenden für Haiti gemacht, die Caritas der Diözese Bozen-Brixen konnte so dankenswerterweise 1.691.967 Euro sammeln. Dieses Geld wurde teilweise in die Soforthilfe unmittelbar nach dem Unglück investiert (495.000 Euro). Damit wurde die Einrichtung von Aufnahmezentren in 32 Pfarreien finanziert sowie die Verteilung von Trinkwasser, Nahrung und Mitteln zur Erstversorgung an 300.000 Familien. Acht große Zeltanlagen mitsamt sanitären Anlagen, Duschen und Wasserzisternen wurden eingerichtet, Zelte bereitgestellt ebenso wie Matratzen, Bettgestelle, Moskitonetze, Material für die hygienische, medizinische und psychologische Hilfe in den Auffangzentren und die sieben medizinischen Versorgungsstationen in den verschiedenen Dörfern rund um die Hauptstadt Port-au-Prince. 582.000 Euro wurden damit in ein Hilfsprogramm investiert, das 300.000 Personen das Überleben gesichert hat.
Im Gesundheitsbereich wurden weitere 130.000 Euro investiert, um die Cholera-Epidemie zu bekämpfen und den sanitären und chirurgischen Dienst in zwei Krankenhäusern wieder aufzunehmen. Dafür wurden Wasserleitungen repariert, die verschiedenen Labors und Operationssäle wieder hergerichtet und es wurde für die notwendige medizinische Ausrüstung und das Versorgungsmaterial gesorgt. In Zusammenarbeit mit den Salesianerpatres wurde eine provisorische Schule für 6500 Kinder eingerichtet und diese mit Schulmaterial versorgt. Schul- und Spielprogramme wurden auch in den acht Zeltstädten unterstützt. Hierfür wurden 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. 15.000 Euro wurden für Mikrokredite bereitgestellt, die 50 Bauern- und Handwerkerfamilien zu Gute kamen.
450.000 Euro indes werden für den Wiederaufbau verwendet. In Gressier werden derzeit 500 erdbebensichere Gebäude für 2.500 Personen errichtet und in Croix de Bouquets, an der Peripherie von Port au Prince, wird eine neue Unterkunft für 150 Waisenkinder im Alter von 6 bis 15 Jahren errichtet. Dort werden auch zehn Bungalows gebaut, die mit Bädern ausgestattet sind und 15 Jugendlichen zur Verfügung stehen werden. Ein weiteres Gebäude wird für die ErzieherInnen und das Personal errichtet, weiters werden dort eine Mensa, ein Waschraum, ein Ambulatorium und Spielplätze untergebracht. „Sowohl das Material als auch die Arbeiter werden vor Ort hergenommen, sodass gleichzeitig auch die Wirtschaft angekurbelt und die Einkünfte für die Familien unterstützt werden ”, betont Fabio Molon, Leiter der Caritas Auslandsarbeit.
Die 50.000 Euro, die der Caritas noch zur Verfügung stehen, werden in Laufe des Jahres hergenommen, um weitere Mikrokredite zu gewährleisten. 3.000 Familien sollen auf diese Weise wieder beruflich und wirtschaftlich Fuß fassen können.
Die beiden Caritas-Direktoren Heiner Schweigkofler und Renato Bertuzzo bedanken sich bei all jenen, welche sich solidarisch mit der Bevölkerung von Haiti gezeigt haben und die Hilfsmaßnahmen unterstützen, die vielen Menschen wieder Hoffnung und Zuversicht schenken.
Von: mk



Kommentar hinzufügen