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15.01.2012 14:09 Artikel drucken

Airalps vor der Pleite? - Südtirol um einen Skandal reicher

airalps -

AirAlps bleibt am Boden
Foto: airalps -

Bozen – Die Regionalfluggesellschaft Air Alps hat heute Morgen in Innsbruck Insolvenz angemeldet und darüber hinaus auch die Fluglizenz verloren. Alle Flüge zwischen Bozen und Rom wurden ersatzlos gestrichen. Nach dem SEL-Skandal wird Südtirol damit Zeuge eines weiteren Skandals, der Abermillionen an Steuergeldern gekostet hat, denn erst nun wird die skandalöse Verschwendung von Steuergeld bekannt.

Hinzu kommt, dass Südtirol infolge der Insolvenz der österreichischen Fluglinie verkehrstechnisch noch weiter ins Abseits rückt. Einspringen wird kurzfristig Alitalia, nach einer längerfristigen Lösung wird noch gesucht. Dies wird die Gemüter der meisten Südtiroler allerdings weit weniger erhitzen als die millionenschwere Ressourcenverschwendung, denn das spärliche und teure Angebot wurde de facto von wenigen Menschen genutzt. Angeflogen wurde zuletzt praktisch nur noch Rom, wobei vor allem Politiker, Manager und Parlamentsabgeordnete zuletzt noch Air-Alps-Flüge buchten.

Geschlagen gibt sich Landesrat Thomas Widmann, er wird sich nun einige Fragen gefallen lassen müssen. Landeshauptmann Luis Durnwalder meinte lakonisch, auch er habe von der Insolvenz erst über die Medien erfahren. Ein Kritiker der ersten Stunde war Guido Margheri von der Linksökologischen Liste IDV-SEL. Für ihn steht der Flughafen Bozen für “die Verschwendung öffentlicher Ressourcen, die sinnlos in den Wind geblasen wurden, und der Verlust von 40 Arbeitsplätzen am Flughafen Bozen”.

Eine Geldverschwendung unerhörten Ausmaßes ortet auch der grüne Landtagsabgeordnete Riccardo Dello Sbarba. “Das Land Südtirol hat 4,4 Millionen Euro in die private österreichische Regionalfluggesellschaft Air Alps investiert, das sind 20,6 % der des Wertes der Gesellschaft, und die Region hat zusätzliche 1,5 Millionen, also 7,9 % des Kapitalwertes, investiert – so Dello Sbarba. Dabei hätte der italienische Rechnungshof schon 2008 von der Landeregierung gefordert, sich aus den Investitionen zurückzuziehen, da laut Landesgesetz 12/2007 keine Investitionen in Betriebe gemacht werden dürften, die nicht im direkten  öffentlichen Interesse arbeiten, und hier handelte es sich um eine private ausländische Gesellschaft. Flughafenkritiker Dello Sbarba wirft laut “Alto Adige” der Landesregierung zudem vor, die jüngsten Investitionen zu einem Zeitpunkt getätigt zu haben, als das Ende der Fluglinie schon abzuesehen war. “Ich werde mich nun an den Rechnungshof wenden”, so der grüne Abgeordnete, der Klarheit über die Verschwendung der Steuergelder verlangt.

Die Zukunft der rund 40 Beschäftigten ist zur Zeit noch offen. Einzig Landeshauptmann Luis Durnwalder blickt optimistisch in die Zukunft. Nun gelte es – so der Landeshauptmann – schnell einen neuen Anbieter zu finden, um die Lücke zu schließen.

Was wurde zuvor berichtet

Den Flugausfällen der Südtiroler Regionalfluglinie Air Alps, die sich mehrheitlich im Besitz der in Innsbruck ansässigen Welcome Air befindet, liegen offenbar
Differenzen zwischen den Eigentümern zugrunde. Eine Versammlung der Gesellschafter der Air Alps am Freitag mit Blick auf die Bestellung eines Geschäftsführers und eines "Accountable Managers" habe zu keinem Ergebnis geführt, erklärte Welcome Air-Chefin Sabine Mertens am Samstag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

Daher seien die Maschinen der Air Alps "vorbehaltlich weiterer Entscheidungen" nach Innsbruck beordert worden. Indessen würden Verhandlungen mit der italienischen Fluggesellschaft Alitalia, der Südtiroler Landesregierung und - beginnend mit nächster Woche - mit den Behörden geführt werden, wie der Flugbetrieb weiter gestaltet werden soll, erläuterte Mertens. Air Alps hatte am Freitag fünf Verbindungen in Italien ausfallen lassen. Betroffen waren die Verbindungen zwischen Rom und Parma, Rom und Bozen sowie Mailand/Malpensa und Salerno. Die Welcome Air hatte die Südtiroler Regionalfluglinie im Dezember 2009 zu 76 Prozent übernommen. Die restlichen 24 Prozent blieben in Händen Südtiroler Unternehmer, der Region Trentino-Südtirol und der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA).

Von: mk

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