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EURAC: Synergien für die Zukunft der italienischen Berge
Bozen - Das italienische Berggebiet im Mittelpunkt des Interesses: Wissenschaftler und Experten aus Universitäten, Forschungszentren und Regierungsinstitutionen aus ganz Italien haben sich am gestrigen Montag, 16. Januar, an der EURAC getroffen. Ziel war es, den Aufbau eines Netzwerks in die Wege zu leiten, um die Forschung zu den italienischen Berggebieten besser zu vernetzen. Initiiert wurde das Expertentreffen vom EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement.
1952 legte Italien per Gesetz die genauen Grenzen des italienischen Berggebiets fest. Der Auslöser dafür: „Benachteiligte“ Gemeinden sollten besser bestimmt werden können. Denn um ihre Entwicklung voranzutreiben, waren eigene Fonds zu ihrer finanziellen Unterstützung eingerichtet worden. 60 Jahre und viele Neudefinitionen der Berggebietsgrenzen später bemüht sich die Berggebietsforschung heute um einen neuen Schwerpunkt in der Sichtweise auf den Berg, nämlich als wertvolle Ressource mit großem Potential und weniger als schwierigen Lebensraum, der seine Einwohner zu „Benachteiligten“ macht. Dies die Diskussionsgrundlage für die Expertenrunde, die sich auf Einladung des EURAC-Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement an der EURAC zusammengefunden hat.
Es folgten nach 1952 noch weitere Bestimmungsgesetze zum italienischen Berggebiet. Allesamt verfolgten sie das Ziel, die schwächeren Gebiete zu unterstützen. „In der Forschungsarbeit an unserem Institut treiben wir eine neue Definition von ‚Berggebiet‘ voran. Das ist auch der Ansatz, aus dem die Initiative für dieses Zusammentreffen entstanden ist. Es kann heute nicht mehr das Ziel sein, zu fragen ‚wie definieren wir Berggebiete, um das Geld besser zu verteilen?‘. Unser Ziel heute muss sein, unsere Berggebiete in ihrer Identität aufzuwerten, um ihre Ressourcen und ihre Vielfältigkeit auch ausschöpfen zu können“, unterstreicht Thomas Streifeneder, Leiter des EURAC-Instituts für Regionalentwicklung und Standortmanagement. „Dieses Zusammentreffen ist ein erster Schritt in der Zusammenarbeit für eine besser vernetzte italienische Berggebietsforschung. Mit zukünftigen gemeinsamen Projekten und indem wir unsere Erfahrungen und Kompetenzen nun kontinuierlich austauschen, möchten wir das Berggebiet in Italien als Ganzes aufwerten“, resümiert Streifeneder. Teil dieses Netzwerks sind Experten aus dem italienischen Umweltministerium, der Abteilung für Regionalangelegenheiten des Ministerrats, aus dem Nationalrat für Forschung, aus den Universitäten Urbino und Roma Tre, sowie der Fakultät für Bergwesen in Edolo.
Nicht nur in morphologischer Hinsicht ist die italienische Berglandschaft sehr unterschiedlich. Im Alpengebiet ist die Forschung als System organisiert. In anderen Gebieten wie im Apennin hingegen gibt es viele kleine Forschungseinrichtungen, die für sich arbeiten. „In den Alpen arbeiten die verschiedenen Staaten Seite an Seite in EU-Projekten zusammen; sie schließen Vereinbarungen miteinander ab mit dem gemeinsamen Ziel, das Gebiet zu schützen und nachhaltig weiterzuentwickeln. In diesem „System“ ist die EURAC ein Dreh- und Angelpunkt. Daher möchten wir unsere gesammelten Erfahrungen auch in dieser gemeinsamen Forschungsinitiative für die italienischen Berggebiete einsetzen“, erläutert EURAC-Präsident Werner Stuflesser.
Im Rahmen des Zusammentreffens wurde auch die 57. Ausgabe der ACADEMIA, des Wissenschaftsmagazins der EURAC, vorgestellt. Das Redaktionsteam hat die Ausgabe gemeinsam mit dem Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement erarbeitet und sich dabei ganz dem Leben in den Bergen in all seinen Facetten gewidmet. Dabei erfährt der dass das Leben in den Bergen alles andere als eine „mission impossible“ ist, wenn sowohl Tradition als auch Offenheit ihren Platz haben.
Von: mk



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