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Integration: Mair sieht ungleiche Behandlung bei Schulkindern
Bozen - Die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair kritisiert in einer Presseaussendung den Umstand, dass an Südtirols Schulen, sowohl an deutschen als auch italienischen, ausländische Schulkinder bzw. Schulkinder mit Migrationshintergrund immer wieder bevorzugt behandelt würden und dadurch eine ungleiche Behandlung einheimischer Schulkinder gegenüber stattfinde - vor allem dann, wenn es um die Ferien gehe.
An einer Bozner Grundschule soll laut Mair einem Kind mit Migrationshintergrund erlaubt worden sein, bereits vorzeitig die Weihnachtsferien antreten und später (10 Tage nach offiziellem Schulbeginn im neuen Jahr) in die Schule zurückkehren zu dürfen. Das Kind sei mit seiner Mutter in deren Herkunftsland (Mittelamerika) gereist und hat dort die Ferien verbracht. Das Kind habe weder die Hausaufgaben erledigt noch habe es sich an andere Absprachen, die die Schule mit den Eltern aller Kinder getroffen hat, eingehalten, so Mair.
„Die einheimischen Schulkinder reagierten mit Unverständnis darüber, dass die Lehrer die fehlenden Hausaufgaben nicht beanstandet haben. Dem nicht genug; richtig verärgert zeigten sich die Kinder in dem Moment, als eine Lehrperson das ausländische Schulkind deshalb zusätzlich positiv bewertete, weil es den Mitschülern sowie den Lehrpersonen ein Mitbringsel aus der Heimat der Mutter mitgebracht hat. Ist das pädagogisch vertretbar und dient das wirklich der Integration?“, frag Mair.
Die Schüler hätten es jedenfalls anders verstanden, und wenn bereits in der 4. Grundschule Schüler mit „solchen Ungerechtigkeiten“ konfrontiert werden, dürfe man sich nicht wundern, wenn ein gewisses Unbehagen Ausländern gegenüber entstehe. Ähnliche Beispiele kenne man auch aus Schulen in der Peripherie, wo Schulkinder während des Schuljahres für einige Wochen einfach aus der Schule genommen und mit welcher Begründung auch immer ins Herkunftsland der Eltern gebracht würden, so Mair.
„Irgendwann kehren sie dann in die Schule zurück, um in die nächste Klasse versetzt zu werden, unabhängig davon, ob sie den Lernstoff beherrschen oder nicht. Ist das die Integration, die die SVP meint? Versteht die SVP diese Realität an unseren Schulen unter fördern und fordern? Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum uns die SVP den Antrag auf verpflichtende Elternkurse verwehrt hat. Mir persönlich tun die Kinder leid, denn diese können letzten Endes wenig dafür, wenn es die Eltern nicht besser verstehen. Ein Teil der Lösung wird sein, dass wir das Thema Integration und Sprache bereits an der Wurzel angehen – also in der Ausländerfamilie selbst, und dort gilt es, bei den Eltern anzusetzen. Wir müssen den Eltern durch verbindliche Elternkurse die Erziehungsmethoden unseres Kulturkreises beibringen und sie über die Ziele und Aktivitäten der Schulen und über den Sinn des Sprachenerwerbs und die damit verbundene Chance für sie und ihre Kinder ausführlich informieren. Wir müssen Väter und Mütter aktiv in die Erziehungsarbeit einbeziehen, denn mit einigen Elternabenden allein ist es nicht getan, zumal die Eltern wenig Interesse zeigen und die Sprache oft nicht beherrschen. Elternkurse müssen Pflicht werden. Auch wenn es in den Herkunftsländern oft keine Tradition hat, dass sich Eltern um die Schulausbildung ihrer Kinder kümmern, so muss diesen klar gemacht werden, dass sich alle an die Regeln halten müssen, die hier in Südtirol gelten. Wir müssen jene Eltern unterstützen, die zum Teil in schwierigen Verhältnissen leben, denen minimale pädagogische Fähigkeiten fehlen und die dadurch ihren Kindern nicht gewachsen sind“, so Mair.
Dies gelte selbstverständlich auch für einheimische Eltern, nur diese müssten nicht zusätzlich integriert werden. „Wir müssen die ausländischen Eltern darin unterstützen, dass sie den schwierigen Spagat zwischen ihren eigenen Traditionen und unseren Vorstellungen besser schaffen. Das Integrationsangebot für Zuwanderer und deren Kinder muss deutlich ausgebaut werden, gleichzeitig aber sollten sich Verweigerer auf Sanktionen einstellen müssen. Mit einer Verwässerung unserer eigenen Positionen und unserer Wertvorstellungen schafft man nicht Integration, sondern öffnet - angesichts der bedenklichen demographischen Entwicklung - die Tür zur Selbstaufgabe. Ziel muss es sein, nicht nur ausländische Kinder zu integrieren, sondern vor allem auch die Erwachsenen. Wenn wir nicht allmählich aufwachen und in die Gänge kommen, wird auch bei uns die Integration scheitern“, schreibt Mair abschließend.
Von: mk



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