Kultur
28.01.2012 08:32 Artikel drucken

Caritas Hospizbewegung eröffnet Koordinationsstelle in Schlanders

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Derzeit gibt es 181 freiwillige MitarbeiterInnen
Foto: caritas

Schlanders - Nach Bozen, Meran, Bruneck und Brixen steht ab sofort auch in Schlanders eine Koordinationsstelle der Caritas Hospizbewegung für schwer kranke, sterbende und trauernde Menschen und für die Hospiz-Freiwilligen offen. Sie wurde heute Vormittag feierlich eröffnet. Anwesend waren neben Caritas-Verantwortlichen, freiwilligen MitarbeiterInnen und wichtigen NetzwerkpartnerInnen auch und der Schlanderser Bürgermeister Dieter Pinggera. Die derzeit 18 Freiwilligen der Hospizgruppe Vinschgau begleiten schwer kranke, sterbende und trauernde Menschen bereits seit fast zwölf Jahren auf dem schweren Weg des Abschiednehmens. Mit der neuen Koordinationsstelle in der Schlanderser Hauptstraße 131 reagiert die Caritas auf die stetig steigende Nachfrage nach qualifizierter Sterbe- und Trauerbegleitung. 

181 Freiwillige arbeiten derzeit landesweit bei der Hospizbewegung der Caritas mit. 18 davon allein im Vinschgau. Koordiniert werden sie von hauptamtlichen KoordinatorInnen. Alle haben eine intensive Ausbildung und Vorbereitungszeit hinter sich. Neben der Grundausbildung erhalten die Ehrenamtlichen während ihrer Tätigkeit Supervision und regelmäßige Weiterbildung. Die Freiwilligen orientieren sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Betroffenen. „Es geht um Beziehungsarbeit und Beziehungspflege. Dadurch beugt die Hospizbewegung der Vereinsamung und dem Alleinsein von schwer kranken, sterbenden und trauernden Menschen vor“, betonte Caritas-Direktor Heiner Schweigkofler bei der heutigen Eröffnung der Koordinationsstelle im Vinschgau. Außerdem entlasten die Hospiz-MitarbeiterInnen Angehörige von schwerkranken Menschen.

Bis heute wurden die Vinschger Hospiz-Freiwilligen durch die Koordinationsstelle in Meran betreut. „Auch die Anfragen nach Begleitungen hat bisher die Koordinatorin in Meran koordiniert. Allerdings ergaben sich durch die räumliche Distanz immer wieder ungünstige Situationen“, erklärte der Leiter der Caritas Hospizbewegung, Günther Reederlechner.

Mit der Koordinationsstelle reagiert die Caritas auf die ständig steigende Nachfrage nach qualifizierter Sterbe- und Trauerbegleitung im Vinschgau. Die Zahl der Einsatzstunden ist dort in den ersten zehn Jahren ihres Bestehens fast um das Achtfache gestiegen – von knapp 250 Stunden im Eröffnungsjahr 2001 auf 1.952 Stunden im Jahr 2010. Das sind 81 Tage Hospizarbeit rund um die Uhr. Die Zahl der Einsätze im Jahr 2010 ist mit 674 Besuchen fast siebenmal so hoch wie zu Beginn. „Mit der Koordinationsstelle im Vinschgau können wir nicht nur die Freiwilligengruppe weiter auszubauen, sondern sind auch bemüht, die Qualität unseres Angebotes immer weiter zu verbessern“, skizziert Günther Rederlechner, der Leiter der Hospizbewegung, die Leitlinie für die Zukunft des Caritas-Dienstes im Vinschgau. Ein erster Schritt in diese Richtung ist bereits in Planung: im nächsten Jahr soll im Vinschgau eine Ausbildung für ehrenamtliche Hospiz-MitarbeiterInnen stattfinden. Interessierte können sich bereits jetzt dazu anmelden.

Weiter ausbauen möchte die Hospizbewegung auch die Zusammenarbeit mit Fachkräften in den ambulanten und stationären Diensten. „Für einen schwerkranken Menschen ist soziale und spirituelle Betreuung ebenso wichtig wie die medizinische, pflegerische und psychologische Versorgung“, betont der Leiter der Hospizbewegung, Günther Rederlechner. All diese Aspekte könnten nicht von einem Fachbereich allein abgedeckt werden. Im Sinne einer ganzheitlichen Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen arbeitet der Caritas-Dienst derzeit mit territorialen Pflegediensten wie der Hauspflege und den Gesundheitsdiensten in den Sprengeln sowie mit den Basisärzten, den Alten- und Pflegeheimen, dem Krankenhaus von Schlanders, kirchlichen Vereinen und anderen Freiwilligenorganisationen zusammen.

Das neue Hospizbüro in Schlanders befindet sich in der Schlanderser Hauptstraße 131 und steht jede Woche am Montag und Freitag von 9.00-12.30 Uhr offen. Einsatzkoordinatorin im Vinschgau ist Anita Tscholl. Sie ist zu den genannten Büroöffnungszeiten und auch außerhalb der Öffnungszeiten am Dienstag und Donnerstag unter Tel. 366 58 89 441 oder unter anita.tscholl@caritas.bz.it erreichbar.

Ein kurzer Überblick über die Geschichte der Hospizbewegung in Südtirol
Im Herbst 1997 beendeten insgesamt 16 Freiwillige den ersten in Südtirol veranstalteten Lehrgang zur Ausbildung ehrenamtlicher Hospiz-MitarbeiterInnen. Das war die Geburtsstunde der Caritas Hospizbewegung in Südtirol. Koordiniert von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin beschränkten die hauptsächlich aus dem Raum Bozen und Überetsch-Unterland stammenden Freiwilligen ihre Arbeit zunächst auf das Gebiet rund um die Landeshauptstadt. Aufgrund der steigenden Nachfrage an Begleitungen organisierte die Hospizbewegung in den Folgejahren weitere Ausbildungslehrgänge. Zudem kam es zu einer Aufstockung des hauptamtlichen Personals am Sitz in Bozen.

Zur Unterstützung der seit 1997 tätigen Leiterin wurde 1999 die erste Koordinationsstelle in Bozen eingerichtet. Im Jahr 2001 eröffnete die Caritas eine Außenstelle in Bruneck, 2002 erfolgte die Eröffnung des Außenbüros in Meran. Im Jahr 2002 betreuten die Freiwilligen der Hospizbewegung erstmals mehr als 100 Personen, 2003 waren erstmals mehr als 100 ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Hospizbewegung tätig. Im Juni 2006 endete der erste italienischsprachige Ausbildungslehrgang, seitdem bietet die Caritas Hospizbewegung ihre Dienstleistungen in allen drei Landessprachen an.  2008 konnte in Brixen die Außenstelle errichtet werden.

Die Hospizbewegung umfasst derzeit insgesamt 181 freiwillige MitarbeiterInnen. Am 27. Jänner 2012 wurde in Schlanders eine weitere Koordinationsstelle der Hospizbewegung eröffnet - mit dem Ziel, die Hospizbewegung im Raum Vinschgau stärker zu verankern.

Von: mk

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