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02.02.2012 11:00 Artikel drucken

Infiltration der Mafia auch in Südtirol?

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Gefahr der Geldwäsche - Rispoli: „Wir sind wachsam“
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Bozen – Für die Mafia schien es bisher nicht leicht gewesen zu sein, in der Provinz Bozen Fuß zu fassen. Doch das Blatt könnte sich mittlerweile gewendet haben. Laut einem Artikel der Tageszeitung Alto Adige erklärte der Präsident der Anti-Mafia-Kommission im Senat, Giuseppe Pisanu, dass es „beunruhigende Signale auch in der Region Trentino-Südtirol“ gebe.

Der Senator, der gleichzeitig ehemaliger Innenminister ist, hat seine Warnung in den jüngsten Bericht der parlamentarischen Kommission verpackt, der noch nicht veröffentlicht ist. Darin heißt es, dass es nicht weniger beunruhigende Tendenzen von Infiltration der organisierten Kriminalität in Mittel- und Norditalien gebe, insbesondere in „weiten Teilen von Latium“, in der Emilia Romagna, der Lombardei, in Ligurien, im Piemont, im Aosta-Tal und im Trentino-Südtirol“.

Doch wie schätzen hiesige Vertreter der Justiz die Lage in Südtirol ein? Oberstaatsanwalt Guido Rispoli räumt durchaus ein, dass man wachsam sein müsse. Hierzulande seien im Moment zwar keine Schutzgelderpressungen registriert worden, die von Mafia-Clans gesteuert werden. Auch würden sich keine verdächtigen Vertreter im Augenblick in Südtirol aufhalten.

Trotzdem könne eine reiche Provinz wie Südtirol, die jährlich von unzähligen Touristen aufgesucht wird, durchaus ins Visier des organisierten Verbrechens geraten – vor allem was Geldwäsche anbelangt. Die Banden gründen oft Firmen in Ausland – häufig in Steuerparadiesen wie Liechtenstein oder San Marino – und investieren dort ihr Geld, das aus krummen Geschäften stammt.

Über diese Firmen im Ausland wiederum wird mit dem „sauberen Geld“ in reiche Regionen wie Südtirol investiert. „Aus diesem Grund sind wir immer auf der Hut“, erklärt Rispoli. Man müsse stets versuchen, die Bewegungen der `Ndrangheta nachzuvollziehen, um sicher zu gehen, dass kein Geld in der Mafia in die Provinz fließt.

Vor allem Gesellschaften, die den Sitz außerhalb von Südtirol haben, gelten als potentiell gefährlich. Firmen im Land selbst würden unmittelbar aufliegen, ist Rispoli überzeugt. Deshalb bekräftigt er noch einmal: „Wir sind aufmerksam, aber im Moment gibt es keine bestätigten Verdachtsfall.“

Der einzige Fall, wo Südtirol in Zusammenhang mit der Mafia bisher in den Schlagzeilen auftauchte, war jener im Jahr 2010, als in Italien 305 Personen, die mit dem Clan „La Lombardia“ in Verbindung standen, festgenommen wurden. Die Staatsanwaltschaft konnte nachweisen, dass der Clan seine Hand nach Anteilen der Cosbau AG in Nals ausstrecken wollte.

Einer der Verdächtigten soll damals in einem Telefongespräch, das abgehört wurde, Andrea Pavone gewarnt haben: „Die Aktion wird dir nicht gelingen…, wir befinden uns auf feindlichem Gebiet.“

Von: mk

Kommentare

jeder von uns zahlt schon schutzgeld.- ganz legal.-
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Wenn man sich so den Sitzungskalender der Landtagsabgeordneten anschaut, muss man eigentlich notgedrungen denken, dass diese Kaste einfach überfordert ist!!!
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andreotti, berlusconi & co werdens euch danken!
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Mafia in Südtirol? Die gibt es bereits seit Jahrzehnten; allerdings die moderne Art mit weitaus raffinierteren Waffen als die klassische Lupara...
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