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Kranzniederlegung des Bürgermeisters: „Beschämendes Verhalten“
Innichen - Im Rahmen der Skimeisterschaften der Alpini wurde auch heuer wieder ein Kranz beim Beinhaus in Innichen niedergelegt. Mit dabei war der Bürgermeister der Marktgemeinde Innichen, Werner Tschurtschenthaler - obwohl ihn die Pustertaler Schützen bereits im Vorfeld in einem Brief auf die faschistische Geschichtslüge dieses Monumentes hingewiesen und ihn darum gebeten haben, nicht daran teilzunehmen. Der Schützenbund spricht in einer Aussendung von einem Skandal.
In einem offenen Brief hat nun der Bezirksmajor der Pustertaler Schützen, Mjr. Haymo Laner, bei Landesrätin Sabina Kasslatter Mur und SVP-Obmann Richard Theiner nachgefragt, wie man aus den faschistischen Bauwerken Mahnmäler machen wolle, wenn sogar Vertreter ihrer Partei dort immer noch Kränze niederlegten.
Das Bemühen, Tafeln aufzustellen, welche die Geschichte dieser Bauwerke dokumentieren, werde dadurch ad absurdum geführt. Der Südtiroler Schützenbund werde sich jedenfalls weiterhin für die Umbettung der Toten in Soldatenfriedhöfe und für den Abriss dieser Faschistenbauten einsetzen, so Laner abschließend.
Der offene Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Frau Dr. Kasslatter Mur, sehr geehrter Herr Dr. Theiner!
Wie wir aus den Medien erfahren mussten, hat sich der Bürgermeister der Marktgemeinde Innichen, Werner Tschurtschenthaler, auch in diesem Jahr an der Kranzniederlegung beim Beinhaus in Innichen beteiligt. Die Kranzniederlegung fand im Rahmen der Skimeisterschaft der Alpini statt.
Obwohl wir Pustertaler Schützen ihn in einem Brief auf die faschistische Geschichtslüge dieses Monumentes hingewiesen und ihn darum gebeten haben, nicht daran teilzunehmen. Leider erfolglos! Ich frage Sie, Frau Landesrätin und Herr Parteiobmann, wie Sie aus den faschistischen Bauwerken in Südtirol Mahnmäler machen wollen, wenn sogar Vertreter Ihrer Partei, wie Herr Tschurtschenthaler, vor diesen angeblichen Mahnmälern Kränze niederlegen. Was nützt es dann, Tafeln aufzustellen, welche die Geschichte dieser Bauwerke dokumentieren sollen?
Wir erlauben uns, auch Ihnen (so wie Herrn Tschurtschenthaler) kurz die Geschichte dieses faschistischen Beinhauses in Erinnerung zu rufen: Faschistische Machthaber haben im Zuge ihrer „nationalistischen Glorifizierung" die Gebeine von Soldaten, die in verschiedenen Teilen Italiens gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verstorben sind, exhumiert und hier beigesetzt. Diese im Jahre 1939, also 21 Jahre nach Ende des I. Weltkrieges, errichtete Grabstätte soll bis heute eine völlig verdrehte Tatsache glaubhaft machen: Die in diesen Beinhäusern beigesetzten Soldaten wären im I. Weltkrieg für die "Befreiung Südtirols" gefallen.
In Wirklichkeit haben die italienischen Truppen bei ihrem Angriffskrieg 1915–1918 gegen Österreich-Ungarn im südlichen Tirol nie nennenswerte Gebietsgewinne gemacht und Tiroler Boden de facto kaum betreten. Hier, abseits von den Kriegsschauplätzen, haben faschistische Machthaber zudem sogar Gefallene der österreichisch-ungarischen Streitkräfte in den Ossarien eingebaut, ihnen ihre deutschen Namen genommen und sie so zu „soldati italiani" gemacht.
Mit der Bitte um Ihre geschätzte Antwort verbleibt
hochachtungsvoll
der Bezirksmajor des Schützenbezirks Pustertal
Haymo Laner
„Beschämendes Verhalten des Innichner Bürgermeisters“
Auch die Freiheitlichen sprechen von beschämendem Verhalten des Innichner Bürgermeisters.
„Geradezu mit ungläubigem Staunen sieht man Fotos des Bürgermeisters aus Innichen, der mit der Trikolore behängt, einen Kranz am Beinhaus in Innichen niederlegt. Die SVP soll dem Innichner Bürgermeister ein paar Stunden Nachhilfeunterricht in Sachen Südtiroler Geschichte bezahlen. Zunächst zweifelnd ob es sich nicht um eine Fotomontage handelt, erkennt man den SVP Bürgermeister dann doch bei genauerem Hinsehen in Mitten stolzer Alpini“, erklärt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Roland Tinkhauser in einer Aussendung.
Dem Bürgermeister scheine es nichts auszumachen, dass es sich bei den Beinhäusern in Südtirol um Stein gewordene Geschichtslügen handelt. Oder aber er wisse ganz einfach nicht, welcher geschichtlichen Bewandtnis die Südtiroler diese Beinhäuser zu verdanken haben.
Die Freiheitlichen hätten vor einigen Monaten einen Beschlussantrag im Brunecker Gemeinderat eingebracht, mit welchem die Kranzniederlegungen beim „Kapuziener Wastl“ verboten hätten werden sollen. Auch damals hätten zwei Gemeinderäte der SVP gegen ein Verbot von Kranzniederlegungen gestimmt, damit könnten auch in Bruneck weiter Kränze niederlegt werden, erinnert Tinkhauser.
„Dass nun aber ein Pustertaler Bürgermeister mit Trikolore-Schleife sogar selbst Kränze an Faschistischen Relikten niederlegt ist geradezu unglaublich. Der Innichner Bürgermeister, dem ja Ambitionen für eine Landtagskandidatur nachgesagt werden, hat sich mit dieser Aktion wohl selbst disqualifiziert“, erklärt Tinkhauser abschließend.
Von: mk



Scrinzi ist tot, der Faschismus lebt. In diesem Sinne fällt eine Entscheidung sehr leicht!
Bei den letzten Gemeinderatswahlen, haben sie in einigen Dörfern schon direkt die italienischen Wähler beworben.
Also kann man zusammenfassen: Die SVP die Sammelpartei für Italiener und Ausländer.
Diesen Blödsinn glaubst du doch selbst nicht? Wenn der werte Hr. Bürgermeister den beigesetzten Soldaten die Ehre erweisen wollte, hätte er das auch in seiner Freizeit privat tun können.
Unnötig zu erwähnen, daß sich Hr. Tschurtschentahler beim "Alto adige" zum Aufsteiger des Tages gemausert hat - Respekt!!!
Es gibt überall solche und solche, auch bei ihrem Verein!
Die in meinem ersten Kommentar aufgeführten Tatsachen lassen aber nun mal keine anderen Schlüsse zu. Über gewisse Sachen sollte man sich als Politiker einfach etwas mehr Gedanken machen.
Ist aber schon mal ein Lichtlblick, daß sie die Teilnahme Tschurtschenthalers an der Kranzniederlegung in Frage stellen - Glückwunsch!
Schon allein wegen dieser Tatsache ist Ihre Behauptung zu Beginn Ihres Kommentars bereits als Lüge entlarvt.
Auch wenn es mir, ebenso wie Ihnen, unverständlich erscheint warum dies der Bürgermeister von Innichen tut, empfinde ich es eine Frechheit von Ihnen solche Verallgemeinerungen zu machen und den Mitgliedern der SVP zu unterstellen sie wären Faschisten. Ich rate Ihnen dringend: zügeln Sie ihre Worte!
Ohnehin bin ich davon überzeugt, dass alles was übertrieben ist keinen Wert hat.
p.s.
Faschistische Attribute wie "Europafeindlichkeit" und "Rechtsaußen" sind wohl eher einer anderen Partei in unserem Lande zuzuschreiben!
schamen und im Mausloch verkriechn.