Lokal
02.02.2012 11:24 Artikel drucken

Kranzniederlegung des Bürgermeisters: „Beschämendes Verhalten“

ssb

Schützen und Freiheitliche kritisieren Bürgermeister
Foto: ssb

Innichen - Im Rahmen der Skimeisterschaften der Alpini wurde auch heuer wieder ein Kranz beim Beinhaus in Innichen niedergelegt. Mit dabei war der Bürgermeister der Marktgemeinde Innichen, Werner Tschurtschenthaler - obwohl ihn die Pustertaler Schützen bereits im Vorfeld in einem Brief auf die faschistische Geschichtslüge dieses Monumentes hingewiesen und ihn darum gebeten haben, nicht daran teilzunehmen. Der Schützenbund spricht in einer Aussendung von einem Skandal.

In einem offenen Brief hat nun der Bezirksmajor der Pustertaler Schützen, Mjr. Haymo Laner, bei Landesrätin Sabina Kasslatter Mur und SVP-Obmann Richard Theiner nachgefragt, wie man aus den faschistischen Bauwerken Mahnmäler machen wolle, wenn sogar Vertreter ihrer Partei dort immer noch Kränze niederlegten.

Das Bemühen, Tafeln aufzustellen, welche die Geschichte dieser Bauwerke dokumentieren, werde dadurch ad absurdum geführt. Der Südtiroler Schützenbund werde sich jedenfalls weiterhin für die Umbettung der Toten in Soldatenfriedhöfe und für den Abriss dieser Faschistenbauten einsetzen, so Laner abschließend.


Der offene Brief im Wortlaut:


Sehr geehrte Frau Dr. Kasslatter Mur, sehr geehrter Herr Dr. Theiner!

Wie wir aus den Medien erfahren mussten, hat sich der Bürgermeister der Marktgemeinde Innichen, Werner Tschurtschenthaler, auch in diesem Jahr an der Kranzniederlegung beim Beinhaus in Innichen beteiligt. Die Kranzniederlegung fand im Rahmen der Skimeisterschaft der Alpini statt.

Obwohl wir Pustertaler Schützen ihn in einem Brief auf die faschistische Geschichtslüge dieses Monumentes hingewiesen und ihn darum gebeten haben, nicht daran teilzunehmen. Leider erfolglos! Ich frage Sie, Frau Landesrätin und Herr Parteiobmann, wie Sie aus den faschistischen Bauwerken in Südtirol Mahnmäler machen wollen, wenn sogar Vertreter Ihrer Partei, wie Herr Tschurtschenthaler, vor diesen angeblichen Mahnmälern Kränze niederlegen. Was nützt es dann, Tafeln aufzustellen, welche die Geschichte dieser Bauwerke dokumentieren sollen?

Wir erlauben uns, auch Ihnen (so wie Herrn Tschurtschenthaler) kurz die Geschichte dieses faschistischen Beinhauses in Erinnerung zu rufen: Faschistische Machthaber haben im Zuge ihrer „nationalistischen Glorifizierung" die Gebeine von Soldaten, die in verschiedenen Teilen Italiens gefallen oder in Kriegsgefangenschaft verstorben sind, exhumiert und hier beigesetzt. Diese im Jahre 1939, also 21 Jahre nach Ende des I. Weltkrieges, errichtete Grabstätte soll bis heute eine völlig verdrehte Tatsache glaubhaft machen: Die in diesen Beinhäusern beigesetzten Soldaten wären im I. Weltkrieg für die "Befreiung Südtirols" gefallen.

In Wirklichkeit haben die italienischen Truppen bei ihrem Angriffskrieg 1915–1918 gegen Österreich-Ungarn im südlichen Tirol nie nennenswerte Gebietsgewinne gemacht und Tiroler Boden de facto kaum betreten. Hier, abseits von den Kriegsschauplätzen, haben faschistische Machthaber zudem sogar Gefallene der österreichisch-ungarischen Streitkräfte in den Ossarien eingebaut, ihnen ihre deutschen Namen genommen und sie so zu „soldati italiani" gemacht.

Mit der Bitte um Ihre geschätzte Antwort verbleibt
hochachtungsvoll

der Bezirksmajor des Schützenbezirks Pustertal
Haymo Laner

„Beschämendes Verhalten des Innichner Bürgermeisters“
 
Auch die Freiheitlichen sprechen von beschämendem Verhalten des Innichner Bürgermeisters.

„Geradezu mit ungläubigem Staunen sieht man Fotos des Bürgermeisters aus Innichen, der mit der Trikolore behängt, einen Kranz am Beinhaus in Innichen niederlegt. Die SVP soll dem Innichner Bürgermeister ein paar Stunden Nachhilfeunterricht in Sachen Südtiroler Geschichte bezahlen. Zunächst zweifelnd ob es sich nicht um eine Fotomontage handelt, erkennt man den SVP Bürgermeister dann doch bei genauerem Hinsehen in Mitten stolzer Alpini“, erklärt der freiheitliche Landtagsabgeordnete Roland Tinkhauser in einer Aussendung.

Dem Bürgermeister scheine es nichts auszumachen, dass es sich bei den Beinhäusern in Südtirol um Stein gewordene Geschichtslügen handelt. Oder aber  er wisse ganz einfach nicht, welcher geschichtlichen Bewandtnis die Südtiroler diese Beinhäuser zu verdanken haben.

Die Freiheitlichen hätten vor einigen Monaten einen Beschlussantrag im Brunecker Gemeinderat eingebracht, mit welchem die Kranzniederlegungen beim „Kapuziener Wastl“ verboten hätten werden sollen. Auch damals hätten zwei Gemeinderäte der SVP gegen ein Verbot von Kranzniederlegungen gestimmt, damit könnten auch in Bruneck weiter Kränze niederlegt werden, erinnert Tinkhauser.

„Dass nun aber ein Pustertaler Bürgermeister mit Trikolore-Schleife sogar selbst Kränze an Faschistischen Relikten niederlegt ist geradezu unglaublich. Der Innichner Bürgermeister, dem ja Ambitionen für eine Landtagskandidatur nachgesagt werden, hat sich mit dieser Aktion wohl selbst disqualifiziert“, erklärt Tinkhauser abschließend.

Von: mk

Kommentare

Des isch jo wirklich do Gipfel der Schande! PFUI !!!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 2 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Welch ehrenvoller Mann, der Carlo Pigna Dallavalle:-)
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 7 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
@ALT
Scrinzi ist tot, der Faschismus lebt. In diesem Sinne fällt eine Entscheidung sehr leicht!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 9 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
jo werna sich i dou richtig? di walische hudo af deido bruscht jo bisch du nö zi rettn?
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 6 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
wer ist schlimmer, der Bürgermeister, oder unsere Rechten, die für den Altnazi Scrinzi eine Gedenk- und Dankes-Messe feiern lassen ?
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 1.3 von 5. 15 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Die SVP sollte mal etwas Rückgrat (falls sie noch eins hat) beweisen und endlich mal ein klares Zeichen GEGEN den Faschismus zu setzen anstatt immer nur zu kriechen!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.7 von 5. 15 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Bei der SVP wundert mich wirklich gar nichts mehr!
Bei den letzten Gemeinderatswahlen, haben sie in einigen Dörfern schon direkt die italienischen Wähler beworben.
Also kann man zusammenfassen: Die SVP die Sammelpartei für Italiener und Ausländer.
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.8 von 5. 19 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Offensichtlich erwartet sich die SVP für 2013 eine Menge italienischer Wählerstimmen, sonst würde sie sich nicht zu solch hirnlosen Aktionen hinreißen lassen.
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.8 von 5. 20 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
als Alpino salutiert man(n), Herr Tschurtschenthaler: nicht mal das können Sie!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.8 von 5. 20 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Was sich die SVP in letzter Zeit alles so leistet, paßt wirklich auf keine Kuhhaut mehr!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.8 von 5. 21 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
@elliot
Diesen Blödsinn glaubst du doch selbst nicht? Wenn der werte Hr. Bürgermeister den beigesetzten Soldaten die Ehre erweisen wollte, hätte er das auch in seiner Freizeit privat tun können.
Unnötig zu erwähnen, daß sich Hr. Tschurtschentahler beim "Alto adige" zum Aufsteiger des Tages gemausert hat - Respekt!!!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.9 von 5. 28 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
@SVPler
Es gibt überall solche und solche, auch bei ihrem Verein!
Die in meinem ersten Kommentar aufgeführten Tatsachen lassen aber nun mal keine anderen Schlüsse zu. Über gewisse Sachen sollte man sich als Politiker einfach etwas mehr Gedanken machen.
Ist aber schon mal ein Lichtlblick, daß sie die Teilnahme Tschurtschenthalers an der Kranzniederlegung in Frage stellen - Glückwunsch!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.9 von 5. 28 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Ich bin SVPler und habe mich weder als Faschist geoutet, noch bin ich einer.
Schon allein wegen dieser Tatsache ist Ihre Behauptung zu Beginn Ihres Kommentars bereits als Lüge entlarvt.
Auch wenn es mir, ebenso wie Ihnen, unverständlich erscheint warum dies der Bürgermeister von Innichen tut, empfinde ich es eine Frechheit von Ihnen solche Verallgemeinerungen zu machen und den Mitgliedern der SVP zu unterstellen sie wären Faschisten. Ich rate Ihnen dringend: zügeln Sie ihre Worte!

Ohnehin bin ich davon überzeugt, dass alles was übertrieben ist keinen Wert hat.

p.s.
Faschistische Attribute wie "Europafeindlichkeit" und "Rechtsaußen" sind wohl eher einer anderen Partei in unserem Lande zuzuschreiben!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 1.2 von 5. 35 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Die SVP hat keine Selbstachtung mehr! Man muss sich wahrlich schämen für eigene Landsleute!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.6 von 5. 33 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Oanfoch lei mea brutal!!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.7 von 5. 31 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Ja wenn das Geld der Casta ruft, ist ein Materialistenfreund wie Schönegger, zu manch fragwürdigen Aktion bereit!!!!!!!!!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.6 von 5. 30 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
ohne Worte!
schamen und im Mausloch verkriechn.
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.7 von 5. 33 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Sabine, Durnwalder wird am Aufmarsch der Alpini teilnehmen; er wird sogar am Gerichtsplatz auf der Ehrentribüne sitzen, vor dem Mussolini-Relief.....Fehlt nur noch der römische Gruß!
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.6 von 5. 29 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Wer wählt a no SVP ...
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.6 von 5. 30 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Vorher sollten einige Politiker denken und erst dann handeln. Denke bei den Landtagswahlen sind dem BM die Stimmen der Alpini sicher. Ich gratuliere.
Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 4.7 von 5. 30 Stimme(n). - Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.

Kommentar hinzufügen


Name:

Kommentar:

_________________

_________________

.

zurück Video Archiv weiter