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"Weltkrebstag": Information und Früherkennung wichtig - Video
Bozen - Vorsorge und Früherkennung erhöhen Heilungschancen: Dies wurde heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz des Landesressorts für Familie, Gesundheit und Soziales und der Südtiroler Krebshilfe mehrfach hervorgehoben. Unmittelbarer Anlass: der morgige "Weltkrebstag".
Problembereiche in der Früherkennung von Krebs gemeinsam mit der Krebshilfe angehen: Dies, unterstrich Gesundheits-Landesrat Richard Theiner, sei ein Anliegen seines Ressorts. Noch innerhalb dieses Jahres soll in Südtirol ein flächendeckendes Screening-Programm zur Untersuchung des fäkalen Blutes eingeführt werden, das sich an die Risikoaltersgruppe zwischen 50 und 69 Jahren richtet. Im Jahr 2010 wurden in Südtirol über 1.400 Fälle von bösartigen Tumoren bei Männern und 1.100 bei Frauen verzeichnet; an die zwölf Prozent der Neuerkrankungen - bei Männern wie bei Frauen - sind Kolon-Rektum-Karzinome (Dickdarm- und Enddarmkrebs). Deshalb, betonte der Gesundheits-Landesrat, sei die Einführung dieser neuartigen Krebsvorsorgeuntersuchung "ein weiterer Schritt in die richtige Richtung". Das neue Vorsorgeprogramm wird ab 1. Juli dieses Jahres anlaufen, betroffen sind rund 104.500 Männer und Frauen, die im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Sanitätsbetrieb dazu eingeladen werden: Als erster Schritt wird das Blut im Stuhl untersucht; bei positivem Befund wird eine Koloskopie durchgeführt. Außerdem, führte Theiner weiter aus, sei es ein Anliegen, die Informationsangebote zu verbessern und dadurch die Teilnahme an der Vorsorge zu erhöhen.
Die Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs wird in Südtirol seit den 1990-er Jahren massiv vorangetrieben, besonders hob Gesundheits-Landesrat Theiner in diesem Zusammenhang die Einführung der Dünnschichtmethode beim Pap-Test-Screening hervor, die von besserer Qualität ist und Fehldiagnosen durch computergestütztes Vormustern der Präparate verringert. Was die Früherkennung von Brustkrebs, an dem jede neunte Frau zwischen 35 und 55 erkrankt, anbelangt, gab Theiner seiner Zufriedenheit über neue Wege der Zusammenarbeit Ausdruck: "Beste Beispiele sind die beiden Krankenhäuser Meran und Brixen, denen es gelungen ist, ein überbetriebliches Brustgesundheitszentrum einzurichten; sehr positiv ist die Einbindung der Uni-Frauenklinik Innsbruck." Die Inzidenzrate ist in Südtirol niedriger als auf gesamtstaatlicher und auch auf europäischer Ebene. Bei jeder Krebserkrankung, stellte Theiner fest, breche aber eine Welt zusammen. "Wir möchten", schloss der Landesrat, "den Betroffenen und ihren Familien die bestmögliche Behandlung anbieten."
Die Vorsitzende der Südtiroler Krebshilfe Renate Daporta Jöchler wies auf das Anliegen ihrer Vereinigung hin, die im vergangenen Jahr ihr 30-jähriges Bestehen beging: Seit Bestehen der Krebshilfe ist es deren erklärtes Ziel, Menschen mit einer Krebserkrankung und deren Angehörige zu unterstützen und ihnen damit Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten.
Die Onkologin am Krankenhaus Bozen Susanne Baier und der Primar der Gastroenterologie am Krankenhaus Bozen Fausto Chilovi legten weitere Zahlen zu den Krebserkrankungen dar und wiesen auf den Wert der Vorbeugung hin: Geschätzte 50 bis 60 Prozent aller Krebsarten sind vermeidbar, und viele Krebsarten können geheilt werden - vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt.
Weiterreichende Informationen auf der Homepage der epidemiologischen Beobachtungsstelle: www.provinz.bz.it/eb/gesundheitsbericht/boesartige-tumore.asp
Bösartige Tumore
Die Inzidenzschätzungen der in der Südtiroler Wohnbevölkerung diagnostizierten bösartigen Tumoren beziehen sich auf den Fünfjahreszeitraum 2001-2005. Für den besagten Zeitraum wurden im Jahresdurchschnitt 1.516 neue Fälle unter den Männern (650,5 pro 100.000) und 1.164 unter den Frauen (486,4 pro 100.000) diagnostiziert. Hauttumore ausgeschlossen sind für das Jahr 2010 1.814 neue Fälle unter den Männern und 1.388 neue Fälle unter den Frauen zu erwarten. Die unter den Kindern (0-14 Jahre) beobachteten Tumorfälle betrugen im Jahresdurchschnitt 5,8 für die Jungen und 4,8 für die Mädchen.
Schließt man die Hautkarzinome aus, betreffen die am häufigsten, bei den Männern auftretenden Tumoren die Lokalisationen Prostata (24,3 Prozent der Fälle), Kolon-Rektum (11,8 Prozent), Lunge (9,6 Prozent), Blase (9,1 Prozent) und Magen (5,2 Prozent). Bei den Frauen tritt das Mammakarzinom (25,2 Prozent der Fälle) an erster Stelle unter den Neoplasien auf, gefolgt vom Kolon- und Rektumkarzinom (11,8 Prozent), Magenkarzinom (5,3 Prozent), Lungenkarzinom (5,1 Prozent) und den Melanomen (5,0 Prozent). Im Zeitraum 2001-2005 verstarben pro Jahr durchschnittlich 621 Männer an Tumorerkrankungen (266,6 Todesfälle pro 100.000 Einwohner) und 504 Frauen (210,5 Todesfälle pro 100.000). Für das Jahr 2010 können somit für Südtirol insgesamt 1.374 Todesfälle aufgrund von Tumoren geschätzt werden, davon 775 unter den Männern und 599 unter den Frauen.
Unter den Männern sind die häufigsten Todesursachen aufgrund von Neoplasien das Lungenkarzinom (20,3 Prozent der Fälle), das Kolon-Rektum-Karzinom (11,9 Prozent), das Prostatakarzinom (10,5 Prozent), das Magenkarzinom (8,4 Prozent) und das Leberkarzinom (6,7 Prozent). Bei den Frauen ist das Mammakarzinom für die meisten Todesfälle verantwortlich (16,7 Prozent), gefolgt vom Kolon-Rektum-Karzinom (11,8 Prozent), vom Lungenkarzinom (9,1 Prozent), vom Magenkarzinom (8,4 Prozent) und vom Pankreaskarzinom (8,3 Prozent).
Jahr 2010 (Neuerkrankungen)
Männer Frauen Insgesamt
Darmkrebs 217 159 376
Brustkrebs 3 333 336
Lungenkrebs 175 68 243
955
Quelle: www.provinz.bz.it/eb/gesundheitsbericht/boesartige-tumore.asp



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