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„Familien und Arbeitnehmer in Not“: BürgerUnion schlägt Alarm
Bozen – Das Leitungsmitglied der BürgerUnion, Harald Grünbacher, schlägt Alarm: Das Konsumentenklima in Südtirol sinkt. Die aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO würde dies bestätigen.
„Unsere Südtiroler Familien werden im laufenden Jahr aufgrund der Belastungspakete 3.000 Euro weniger in den Haushaltskassen haben. 40.000 Familien sind armutsgefährdet, besonders Familien mit mehreren Kindern werden hart getroffen. Die BürgerUnion fordert einen sofortigen Rettungsschirm für Familien und Arbeitnehmer und hatte diesen bereits im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt“, so Grünbacher.
Die Familie dürfe nicht zur Armutsfalle werden, und Kinderkriegen dürfe nicht weiterhin mit finanziellen und beruflichen Nachteilen verbunden sein. „Die Geburtenrate sinkt ständig, mit 10,4 Neugeborenen je 1.000 Einwohnern ist sie jetzt die niedrigste seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen – die Geburtenziffer liegt statistisch bei 1,55 Kindern je Frau – für den Erhalt des Bevölkerungsstandes müsste sie bei 2,1 liegen“, so die BürgerUnion. Daher brauche es Unterstützungsmaßnahmen für die Südtiroler Familien.
17 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler, also über 78.000 Menschen, seien laut Astat armutsgefährdet. Dies seien rund 40.000 Familien oder Haushalte - besonders Familien mit drei oder mehreren Kindern würden laut Astat als armutsgefährdet gelten. Das sei ein Skandal in einem Land, wo angeblich Milch und Honig fliese, so Grünbacher.
Die privaten Haushalte seien mit rund 19.000 Euro verschuldet, die Südtiroler Familien würden auf Pump leben. „Unsere Familien werden im Jahr 2012 aufgrund der Sparmaßnahmen und Belastungspakete der römischen Regierung sowie einer falschen Familien- und Sozialpolitik des Landes 3.000 Euro weniger in den privaten Haushaltskassen haben. Den Südtiroler Familien fehlt im Durchschnitt ein Monatslohn im Jahr, um halbwegs über die Runden zu kommen und im Jahr 2012 werden noch zwei Monatslöhne zusätzlich fehlen. Vielfach müssen beide Eltern berufstätig sein, um die hohen Belastungen finanzieren zu können. Eltern, in der Regel Mütter, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren vollständig zu Hause betreuen, haben finanzielle Einbußen und Nachteile bei der Rentenberechnung hinzunehmen, außer sie arbeiten in der öffentlichen Verwaltung“, so Grünbacher.
Er schlägt außerdem ein Betreuungsgeld für Familien vor, die ihre Kinder in den ersten Lebensjahren selbst betreuen. Der Betrag sollte zwischen 500 und 1.000 Euro je Familie bis zum 6. Lebensjahr des Kindes ausfallen. „Die beiden Maßnahmen könnte das Land Südtirol tragen“, so die BürgerUnion.
Zusätzlich fordert Harald Grünbacher eine Mütter- und/oder Elternrente. Für Angestellte der Privatwirtschaft müssten gleiche Rechte wie für Angestellten im öffentlichen Sektor gelten. Für Selbständige brauche es Maßnahmen zur Anrechnung der Erziehungsjahre für die Rente - eine Maßnahme, für die das Land Südtirol die Grundlage legen und die es selbst treffen könnte, für die es derzeit aber auch staatliche Maßnahmen bräuchte, erklärt die BürgerUnion.
Das Renteneintrittsalter für Mütter und Väter sollte für Mütter vier und für Väter zwei Jahre niedriger sein – sowohl bei Angestellten als auch bei Selbständigen. Ein höheres Renteneintrittsalter sollte nur für Kinderlose gelten. Dies könne „leider ausschließlich“ der Staat regeln. Der Landtag könne aber mit Begehrensanträgen oder Begehrensgesetzentwürfen die Grundlage legen.
Weitere Forderungen der BürgerUnion sind günstige bis kostenlose Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder berufstätiger Eltern und eine Familienbetreuungs-Pauschale für Eltern, die die berufstätig sind und deren Kinder von nahen Verwandten betreut werden.
Weitere Entlastungsmaßnahmen seien laut BürgerUnion der Gratiskindergarten sowie die Befreiung eines familientauglichen Fahrzeuges von der Autosteuer, die Befreiung aller schulpflichtigen Kinder von Eintritten in Landes- und Gemeindeeinrichtungen und bessere Familientarife bei Müll, Strom, Wasser und Abwasser, Fernheizwerken und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Mensa solle auch für Kinder der Angestellten zugänglich sein; Familienhelferinnen könnten Familien mit mehreren Kindern oder in Krisensituationen bei Trennung und Krankheit unter die Arme greifen, so die BürgerUnion.
Von: mk


