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FH: E-Werk Projekt Innerratschings geht den Bach runter
Ratschings - Der Artikel in der Neuen Südtiroler Tageszeitung vom 2. Februar 2012 "Kampf ums Wasser" hat für Aufruhr in der Innerratschinger Bevölkerung gesorgt. „Und das zu Recht“, behaupten die beiden freiheitlichen Gemeinderäte Sabine Klotz und Heinz Grausin einer Aussendung.
Vorausgeschickt wird: Die Wasserläufe in der Gemeinde Ratschings wurden bei der Gemeinderatsitzung am 3. Juni 2011 mit einigen Ausnahmen und schließlich bei der Sitzung am 12. Dezember 2011 komplett unter Schutz gestellt. Somit sei der Bau des E-Werks der Waldinteressentschaft Innerratschings - und auch anderer Projekte - in weite Ferne gerückt, obwohl kurz vor den Gemeinderatswahlen 2010 der ehemalige Gemeindeausschuss, oder zumindest ein Teil davon, nach einer Absprache mit der Waldinteressentschaft Innerratschings eine Willenserklärung unterschrieben habe, in dem er sich dazu bereit erklärte, das E-Werk Innerratschings bei seiner Errichtung zu unterstützen.
„Als es dann bei der Gemeinderatssitzung am 12. Dezember um die komplette Unterschutzstellung der Wasserläufe ging, legte der Bürgermeister dieses schon vergessene, aber für einige doch so wichtige Blatt Papier den teils ahnungslosen Gemeinderäten vor. Bei der darauffolgenden Diskussion wurde das Projekt samt seinen Auftraggebern im wahrsten Sinne des Wortes von der Realität eingeholt. Mit einer knappen Mehrheit entschied sich die neue Gemeindeverwaltung nicht mehr hinter der Abmachung stehen zu wollen. Die Zeiten hatten sich geändert, die Informationen waren spärlich und auch bei der vergangenen Sitzung am 31. Januar, bei dem der Einspruch der Waldinteressentschaft nicht angenommen wurde, war es mehr eine Wortklauberei als eine Darlegung von sachlichen sprechenden Argumenten“, so die Freiheitlichen.
Doch wie stehen die Freiheitlichen Gemeinderäte dazu, da sie sich ja beides Mal enthalten hatten?
„Für uns stellen sich einige Fragen: Wurde es schlichtweg versäumt in der Zeit von den Gemeinderatswahlen 2010 bis in den Herbst 2011 das Projekt voranzutreiben? Wo blieben die Informationen an die Innerratschinger BürgerInnen? Wir beziehen vor allem zum Interview von Herrn Haller, dem Präsidenten der Waldinteressentschaft, Stellung, das von der Neuen Südtiroler Tageszeitung vom 2. Februar veröffentlicht wurde. Wir finden es eine Unverschämtheit, solche Informationen an die Innerratschinger Bevölkerung zu geben. Ist sich Herr Haller eigentlich darüber im Klaren, welche Märchen er erzählt? Eines ist mal sicher: Er hat ‚Ganz Innerratschings" mit den 42 Mitgliedern der Waldinteressentschaft verwechselt. Denn der Großteil der Bürger wurde gar nicht darüber informiert, dass ein E-Werk gebaut werden soll, und vor allem nicht darüber, dass sie, wenn sie nicht Mitglieder der Waldinteressentschaft sind, keinen günstigeren Strom kriegen und schon gar nicht die Aussicht auf eine Gewinnbeteiligung. Denn: Sollte das E-Werk dann mal einen Gewinn abwerfen, wird dieser, laut dem Vorstand der Waldinteressentschaft an die Vereine aufgeteilt. Das finden wir ja sehr lobenswert, aber vielleicht hat sich auch schon das ein oder andere Mitglied Gedanken darüber gemacht wie man einen Teil vom Gewinn in die eigene Tasche bringt? Denn wenn man die ganze Angelegenheit genauer betrachtet, ist das gar nicht so abwegig,...oder doch?“, fragen sich die Freiheitlichen.
„Was werden sich einige Mitbürger denken? Der eigene Nachbar bekommt einen günstigeren oder fast kostenlosen Strom und wird mit Gewinnauszahlungen beglückt, und der daneben kriegt nichts? Hat sich die Waldinteressentschaft vielleicht nicht getraut, diese unangenehmen Infos in die Öffentlichkeit zu bringen? Den Bürgern zu erklären, dass sie durch die 30-prozentige Beteiligung der Gemeinde auch in den Genuss von günstigerem Strom kommen, davon würden wir Ihnen sehr abraten, Herr Haller. Die Stromverteilung hat mit der Gemeindebeteiligung überhaupt nichts zu tun. Dieses Geld ist nicht zweckgebunden, d.h. wenn es so ist, wie Sie meinen, dann müsste die Gemeinde diese 30 Prozent genau an die Innerratschinger Nichtmitglieder der Waldinteressentschaft auszahlen. Das glauben Sie wohl selber nicht, Herr Haller. Das ist schlichtweg eine Lüge, die Sie sich schön geredet haben“, so die Freiheitlichen weiter.
Die Waldinteressentschaft suche jetzt einen Schuldigen, das sei immer einfach und sicher finde sich auch schnell einer oder auch mehrere, fügen die freiheitlichen Gemeinderäte hinzu. „Aber das muss gesagt werden: Wenn man im Dorf keine Enttäuschung haben möchte, dann darf die Innerratschinger Bevölkerung nicht durch puren Egoismus und durch Starrsinnigkeit einiger Personen in eine Zweiklassen-Gesellschaft geteilt werden. Wenn dieses E-Werk Projekt jetzt ‚den Bach runter geht‘, dann sollte sich der Vorstand der Waldinteressentschaft zu allererst mal an die eigene Nase fassen. Die Position der Freiheitlichen ist klar: Wir waren und sind für das E-Werk, aber nur unter der Bedingung, dass eine Gesellschaft bzw. Genossenschaft gegründet wird, bei der jeder Innerratschinger Bürger die Möglichkeit hat einzusteigen und bei der die BürgerInnen die Mehrheitsanteile haben und nicht die Waldinteressentschaft. In der heutigen Zeit, nach dem SEL-Sumpf und den Skandalen rund um Wasserkraft und Strom hat sich die Bevölkerung eine klare und transparente Vorgangsweise mehr als verdient“, so die Freiheitlichen abschließend.
Von: mk



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